Verbot von Freigang für Hauskatzen richtig und umsetzbar?

vom 22.05.2022, 11:27 Uhr

Das Landratsamt Walldorf hat eine Ausgangssperre für Katzen von April bis August für die Dauer von drei Jahren verfügt. Begründet wird diese Maßnahme mit dem Vogelschutz und speziell, um die Haubenlerche vor dem Aussterben zu bewahren. Katzenhalter und Tierschutzvereine laufen nun Sturm und kündigen schon Klagen gegen diesen „Katzen-Lockdown“ an.

Ich habe zwar keine Katzen, aber ich stelle mir solch eine Umsetzung etwas schwierig vor. Gerade auf dem Land, und auf dem Bauernhof, da kann man doch die Katzen nicht den ganzen Sommer über einsperren? Was haltet ihr von dieser Maßnahme? Findet ihr diese richtig und umsetzbar und werden sich dadurch die Vogelbestände wieder erholen?

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» Lupenleser » Beiträge: 766 » Talkpoints: 466,67 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich wunder mich (als Hundebesitzerin) immer wieder darüber, dass Katzenbesitzer meinen, ihr Stubentiger dürfe alles und alle anderen Menschen hätten sich dem unterzuordnen und man hätte es eben hinzunehmen, dass Katzen Vögel, Fische und dergleichen erbeuten. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich als Hundebesitzer auch gerne diese Freiheiten: Ich lasse meinen Hunde überall frei laufen, er darf seine Haufen überall hin machen, wo er will und ich muss die nicht weg machen - und wenn er jemanden beißt, eventuell sogar andere Tiere tötet, sage ich, dass das eben sein Naturell ist und zur artgerechten Haltung gehört. :lol:

Bei einem Hund, der in etwa die Größe einer Katze hätte, halte ich die "Schäden", die angerichtet werden, durchaus für vergleichbar, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass ich noch nie von Hunden, aber immer mal wieder von Katzen gebissen worden bin ganz zu schweigen von den Kratzern. Und die vergrabenen "Haufen" einer Katze finde ich fast noch schlimmer als die sichtbaren von Hunden, denn denen kann man zumindest ausweichen, wenn man aufpasst. Wenn der Schuh dagegen versinkt in einer frischen Katzentoilette oder man bei Gartenarbeiten aus Versehen da hinein fasst, ist das schon sehr ekelig!

Dazu kommt, dass diverse Autos meiner Familie schon von Katzen über und über zerkratzt wurden, weil die Stubentiger auf die Autos sprangen, um sich zu sonnen, aber immer wieder abrutschten! Die Schäden hat uns niemand ersetzt! Für meinen Hund muss ich dagegen eine Haftpflichtversicherung haben!

Insofern finde ich es durchaus in Ordnung, wenn auch die Katzenhalter mal ein bisschen beschnitten werden in ihren Freiheiten. Eine Bekannte hat ihren Garten für ihre Katzen katzensicher eingezäunt mit Netzen etc. Wem das zuviel ist und wer Katzen nicht artgerecht halten kann, der kann dann eben auch mal keine Katze halten. Ich müsste ja auch umziehen, bevor ich beispielsweise eine Dogge artgerecht halten könnte.

» SonjaB » Beiträge: 2535 » Talkpoints: 50,92 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Dass Hundebesitzer sich natürlich über solche Einschränkungen freuen, weil ihr armes Hundilein nun nicht mehr von einer bösen, bösen Katze angesprungen wird und ihr armes Auto nicht mehr von Katzenpfötchen belästigt wird. Aber Katzen sind eine komplett andere Tierart als Hunde, die kann man nur in sehr wenigen Fällen so brav und artig wie ein Schoßhündchen erziehen, da sie immer sehr eigenwillige Charaktere sind.

Die Intention zum Schutz der Vögel kann ich verstehen, aber nicht nachvollziehen. Hauskatzen ohne Freigang sind hier ja das kleinste Problem, was aber auch nicht artgerecht ist. Katzen kann man normalerweise aber auch nicht an der Leine führen, die legen sich dann einfach auf den Boden und rühren sich nicht mehr. Wir sind ja froh, dass unsere Katzen auf ein Pfeifen reagieren und sofort angeschossen kommen, aber mehr kannst du den Sturköpfen nicht beibringen.

Außerdem ist das Einsperren von Katzen schon irgendwie Tierquälerei. Wie gesagt, Hunde und Katzen miteinander zu vergleichen ist genauso als würde man Äpfel und Birnen vergleichen. Was passiert denn, wenn sich Katzen nicht an das Freigangsverbot halten? Werden sie dann abgeschossen und getötet, wie es in manchen Ländern mit Streunern Gang und Gebe ist? Ich finde, dass der Landkreis es sich zu einfach macht.

Warum keine groß angelegten Volieren für den schützenswerten Vogel anlegen und so versuchen den Bestand wieder voranzutreiben? Es gibt sicher andere Methoden um den Vogelschutz voranzutreiben und vielleicht sollte sich die Spezies Mensch mal überlegen, ob sie vielleicht nicht ganz unschuldig am Rückgang einer Vogelpopulation ist, indem sie Flächen versiegelt, ihre Bauten vogelsicher macht oder Ähnliches?

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12026 » Talkpoints: 21,25 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



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