Unterscheidet Ihr zwischen radikalen Gruppierungen?

vom 26.06.2019, 11:03 Uhr

Es gibt viele radikale Gruppen aus ganz unterschiedlichen politischen Beweggründen. Da hätten wir die RAF Rentner von heute, die IS-Sympathisanten also auch Dschihadisten, rechte Gruppierungen und natürlich auch etliche Linke.

Nicht alle sind gleichermaßen radikal und würden vielleicht zum Äußeren gehen. Doch bei vielen ist es eben so und ich unterscheide da generell nicht. Radikales Pack ist radikales Pack und diese Leute gehören allesamt bestraft. Politisch wird aber gerne die Radikalität der Linken etwas verharmlost, wenn dafür die radikalen Rechten im Fokus rutschen können und auch die IS-Sympathisanten. Jedenfalls erkenne ich das in all den Medienberichten und politischen Statements.

Für mich sind radikale Gruppen eben radikale Gruppen, die gleichermaßen öffentlich behandelt werden müssen. Leider vermisse ich dies aber in vielerlei Hinsicht und habe das Gefühl, dass sich gerade politisch darum bemüht wird, was öffentlich mehr Aufmerksamkeit mit sich bringt.

Doch wie seht Ihr das? Sind radikale Gruppen gleich zu behandeln, gleich zu bekämpfen oder macht Ihr da selbst vielleicht auch Unterschiede innerhalb der radikalen Gruppierungen?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4636 » Talkpoints: 47,93 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Kätzchen14 hat geschrieben:Politisch wird aber gerne die Radikalität der Linken etwas verharmlost

Ernsthaft? Schau dir mal an wie viele Polizisten mit der Aufklärung von über tausend rechtsradikalen Straftaten beschäftigt sind und wie viele Polizisten alleine dafür abgestellt wurden um den Tagebau von RWE vor "linksradikalen" Naturschützern und Anwohnern zu schützen. Einfach mal neutrale Quellen suchen und nicht irgendwas aus der rechten Ecke nachplappern.

Und ja, natürlich ist es ein großer Unterschied ob eine Gruppierung vor Mord nicht zurückschreckt oder ob eine Gruppierung eigentlich friedlich protestiert und erst durch die Aktionen der Polizei und die Berichterstattung in eine radikale Ecke gedrängt wird.

Selbst zwischen linksradikalen Krawallmachern, für die Sachbeschädigung und Diebstahl zum Tagesgeschäft gehört oder Hooligans, die sich meistens nur gegenseitig auf die Fresse hauen, und Terroristen gibt es einen sehr großen Unterschied. Muss ich dir wirklich erklären was Terrorismus bedeutet?

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» Cloudy24 » Beiträge: 23187 » Talkpoints: 65,89 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Kätzchen14 hat geschrieben: Politisch wird aber gerne die Radikalität der Linken etwas verharmlost, wenn dafür die radikalen Rechten im Fokus rutschen können und auch die IS-Sympathisanten. Jedenfalls erkenne ich das in all den Medienberichten und politischen Statements.

Die Konservativen und radikalen Rechten werden gerne in einen Topf geworfen wenn es politisch hilft, das ist dann wohl das politische Spiel von Doppelmoral und geheuchelten Werten.

Linksextreme genießen ein weitaus größeren Rückhalt in der Politik, warum auch nicht, solange es gegen den politischen Gegner geht, kann man Fußsoldaten immer brauchen. Wie die WELT schreibt.

Dass die linksextreme Szene schamlos offen für Gewalt und gegen den Staat agitiert, zeigt auch, dass sie in Teilen von Gesellschaft und Politik eher toleriert wird als rechter. Auch in der analogen Welt tritt der autonome Block ja – in Roter Flora oder Rigaer Straße und anderswo – selbstbewusst in moralisch überlegener Pose auf. Dieses falsche Selbstbewusstsein gilt es zu brechen. Es gibt keine ethische Überlegenheit einer Variante des gewaltbereiten Extremismus gegenüber einer anderen.

» RavenThunder » Beiträge: 1238 » Talkpoints: 65,80 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



RavenThunder hat geschrieben:Linksextreme genießen ein weitaus größeren Rückhalt in der Politik,

Wobei es meinem Eindruck nach durchaus so ist, dass die Rechtsextremen letztlich sogar noch größeren Rückhalt in der Politik haben als die Linksextremen. Man gewinnt immer wieder den Eindruck, dass rechtsextreme Gewalt verharmlost wird, und das sogar von offizieller Seite. Für mich persönlich ist jede Art von Extremismus problematisch, würde mir aber wünschen, dass hier niemand mehr auf einem Auge blind wäre.

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» lascar » Beiträge: 1513 » Talkpoints: 360,01 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



RavenThunder hat geschrieben:Linksextreme genießen ein weitaus größeren Rückhalt in der Politik

:lol: Ich sage nur Maaßen. Sollte sich um die NSU Aufklärung kümmern und hat wahrscheinlich vor allem deshalb wenig auf die Reihe gebracht, weil er selber mit der rechten Ideologie sympathisiert, was ihn ja dann auch seinen Posten gekostet hat. Nenne mir doch mal einen Fall von Linksterrorismus, bei dem die Aufklärung durch den "großen Rückhalt in der Politik" erschwert wurde. Und wie viel Prozent der Polizei und Bundeswehr sind noch mal rechtem Gedankengut zugetan?

Und wo wir schon bei Linksterrorismus sind, nenne mir mal eine terroristische Organisation aus dem linken Spektrum, die aktuell aktiv ist und Mordanschläge durchgeführt oder geplant hat. Kommt der "größere Rückhalt in der Politik", den die Rechten, ich meine "Konservativen", fühlen, nicht einfach daher, dass wir im Moment vor allem mit rechtem und islamistischem Terrorismus zu tun haben und die Linken sich weitestgehend auf Krawall machen beschränken?

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» Cloudy24 » Beiträge: 23187 » Talkpoints: 65,89 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Ich unterscheide da wirklich nur bedingt. Klar ein Hakenkreuz an die Wand malen, ist verboten. Logo. Ein Anti-Hakenkreuz-Symbol indes nicht. Logisch, dass sich durch solche kleinen Feinheiten auch die Statistiken der Straftaten deutlich unterscheiden, weil verfassungsfeindliche Symbole wohl von den Linken eher weniger genutzt werden, wie von Rechts. Das kapiert ja auch jeder.

Die Statistiken, die ich die letzten Tage angesehen habe, waren da aber etwas aufschlussreicher. Gewaltübergriffe waren bei Links und Recht extrem hoch und teilweise, je nach Jahr, auf einem gleich hohen Level. Verfassungsfeindliche Symbole lagen die Rechten vorne. Während Mord bei beiden auch schon mal gleichauf war, dann mal mit 1-7 bei den Rechten usw. Ich weiß aber nicht, das mal zu Erwähnung, woher solche Statisten stammen und wie viel Glaubwürdigkeit da steckt. Doch ob Angriffe auf Polizei und Angriffe auf Andersdenkende, so groß war der Unterschied eben auch nicht und da tun sich einige eben nichts.

Radikal ist radikal. Ich begrüße es nicht, wenn Linke glauben für die Sache gegen Rechts Autos von Politikern, die Kinder haben wie bei Frauke Petry geschehen anzuzünden oder bei Guido Reil das Haus zu verunreinigen. Das geht eben in meiner Auffassung nicht. Selbiges gilt für alle radikalen Gruppierungen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften oder Gesinnungen.

Das manche auf dem linken Auge blind sind, auch politisch, ist auch kein Geheimnis. Aber auch auf dem rechten Auge ganz sicher. Es wird dann immer der rechte Gesinnungsgang der Polizei erwähnt. Fragt sich denn keiner mal, wieso die immer wieder damit auffallen? In meiner Stadt ist das nicht anders und die Gründe kennen wir Bürger ganz genau, weil genau diese Klientel, die bei uns herrscht, eben ihnen den ganzen Tag Probleme macht. So ist es nun einmal.

Doch trotzdem für mich ist radikal, radikal. Ob rechts, links, grün was auch immer. Das will ich alles nicht und ich würde es begrüßen, wenn man die gleiche Intensität eben bei allen auch nutzt. Und wer sagt, die Rechten schrecken vor Mord nicht zurück, der gucke sich die Gefährder-Listen der Dschihadisten an, denen man einen Anschlag zutraut und auch genug Linke rufen zu massiver Gewalt auf.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4636 » Talkpoints: 47,93 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Man braucht sich doch nur anzusehen, was Bernhard Falk so alles auf Facebook und Youtube ablässt. Ursprünglich hatte er mal das beste Abitur in seinem Bundesland. Dann schloss er sich den Anti-imperialistischen Zellen an und wollte ein Attentat auf einen SPD-Bundestagsabgeordneten verüben. Dafür erhielt er 13 Jahre Knast. Dort wechselte er zum Islam und gründete nach seiner Entlassung eine islamische Gefangenenhilfe. Islamisten und Linke können über Ländergrenzen wechseln. Das macht sie gefährlicher. Die ISlamisten können hochgefährliche Kommandos weltweit einsetzen. Die können uns jederzeit 10 Bombenanschläge pro Tag herzaubern.

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» Juri1877 » Beiträge: 6196 » Talkpoints: 20,53 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Juri1877 hat geschrieben: Dann schloss er sich den Anti-imperialistischen Zellen an und wollte ein Attentat auf einen SPD-Bundestagsabgeordneten verüben. Dafür erhielt er 13 Jahre Knast.

Wie jetzt? Ich dachte linksextreme Terroristen haben total den Rückhalt in der Politik. Was ist denn da schief gelaufen, dass der Typ eine ordentliche Strafe bekommen hat?
Islamisten und Linke können über Ländergrenzen wechseln.

Und Neonazis bleiben in ihren Dörfern hocken weil sie zu blöd sind sich international zu vernetzen? Wir haben 2019, wir haben Reisefreiheit innerhalb von Europa. Die rechtsextreme identitäre Bewegung ist zum Beispiel ein Import aus Frankreich.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23187 » Talkpoints: 65,89 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Ich kenne keine Beispiele dafür, dass ein rechtes Pendant zu Bagdhadi hier zu rechten Anschlägen aufruft. Das Vierte Reich oder ein neuer kommunistischer Staat drohen uns bestimmt nicht. Aber der Islamische Staat war für kurze Zeit Realität. Nach dem I. Weltkrieg wollte man diese Schrecken nie wieder haben. Insbesondere in Frankreich gab es eine starke Friedensbewegung, die die Kriegsgewinnler dafür verantwortlich machte. Dadurch hatte Hitler leichtes Spiel bei der Rheinlandbesetzung oder dem Einmarsch in Österreich. Die Gefahren der Vergangenheit verursachen eben nicht die Probleme der Zukunft.

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» Juri1877 » Beiträge: 6196 » Talkpoints: 20,53 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


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