Um was oder welche Dinge habt ihr schon gekämpft?
Es ist ja nicht gerade so, dass einem alles im Leben in den Schoß fällt. Um vieles oder einige Dinge, muss man schon kämpfen. Das kann eben sein, dass man einen Menschen kämpfen muss oder eben auch um einen Job oder vielleicht einen Studienplatz.
Aber manchmal muss man sich auch die Teilnahme am normalen Alltag erkämpfen, wenn man vielleicht krank ist. Da hört man ja auch schon mal öfter, dass sich ein Patient wieder ins Leben kämpfen musste. Um was oder welche Dinge habt ihr schon kämpfen müssen? Habt ihr schon häufiger einen Kampf ausfechten müssen, um bestimmte Ziele zu erreichen? Liegt euch sowas durchaus? Habt ihr den Kampf gewonnen?
In meinen Augen handelt es sich bei Formulierungen wie "... hat sich erfolgreich zurück ins Leben gekämpft" um die üblichen Stereotype des "inspiration porn", wie es auf Neudeutsch heißt. Medien aller Art wollen Geschichten erzählen, und das Publikum reißt sich natürlich besonders um die, wo der Held oder die Heldin ihr hartes Schicksal überwinden und mehr oder weniger dramatisch um etwas "kämpfen". Ich denke mir bei derlei Überschriften immer: Ja, was hätte die Person denn sonst tun sollen? Im Bett liegenbleiben und jammern, während ihr das Geld ausgeht?
Auch davon, um einen Menschen zu "kämpfen" halte ich nicht viel. Wenn mein Partner oder meine Partnerin keinen Bock mehr hat und sich einen anderen Dummen sucht, oder auch wenn ich es aus meiner eigenen Dummheit anderen verleide, mit mir eine Beziehung zu haben, kann ich "kämpfen", soviel ich will. Das funktioniert nur in Hollywood, und im wirklichen Leben hat man maximal eine Anklage wegen Stalking am Hals.
Ich selber habe bisher nur im Job aktiv um etwas gekämpft, und da ging es ganz banal um die Durchsetzung meiner Rechte auf einen mobbingfreien Arbeitsplatz bzw. in einem anderen Fall um mir zustehenden Sonderurlaub und weniger als 40 Grad Celsius im Büro. Das war zwar stressig und nervenaufreibend, weil die Chefetage geglaubt hat, mich nicht ernst nehmen zu müssen, aber letzten Endes war der Fall klar, und den Image-Schaden wollte dann doch niemand riskieren. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es schon als "kämpfen" zählt, wenn man nicht bei jedem Stirnrunzeln oder jeder strengen Mail gleich einknickt.
Mir käme es nie in den Sinn, um einen Menschen zu kämpfen. Ich begreife den Menschen als ein Wesen mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Zielen und wenn jemand der Ansicht ist, dass er oder sie ohne mich besser dran ist, warum sollte ich dann zwanghaft hinter rennen, um die Person dann vom Gegenteil zu überzeugen? Wer nicht will, der hat schon. Wer mich nicht braucht, den brauche ich auch nicht.
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