Lehrer, die mit / nach der Wende entlassen wurden

vom 24.08.2009, 17:34 Uhr

Ich habe einige Lehrer von denen ich weiß, dass sie mit der Wende entlassen worden sind, weil sie sich zu DDR-Zeiten in irgendeiner Form politisch engagiert haben - weil sie Staatsbürgerkunde in der DDR unterrichtet haben. Die haben das jedoch nicht einmal studiert, sondern einfach nur gemacht, weil es gemacht werden musste. Richtig "rot" war von denen, die ich kenne, keiner. Heute unterrichten sie an Berufsschulen und es sind wirklich gute, sehr engagierte Lehrer, die viel auf dem Kasten haben und in keinsterweise politische Gedanken äußern.

Ich möchte wissen, ob jemand von Euch da Genaueres weiß und mir sagen kann, warum genau diese Lehrer entlassen worden sind, mit welcher Begründung? War der Staatsbürgerkundeunterricht der einzigste Grund, reichte das denn, um die Leute rauszuwerfen, obwohl man nicht sagen konnte, dass sie für die BRD schädigend geworden wären?

Oder mussten (!) Staatsbürgerkundelehrer auch gleichzeitig einen politischen Platz einnehmen und sind einfach aus reiner Formsache mit hinausgeflogen, weil alle (!), die in "der Partei" waren, entlassen worden sind? Zu DDR Zeiten war Schule ja Staatssache und stark vom System abhängig. Kann es also sein, dass es da Lehrer gab, die die Schule sozusagen politisch repräsentiert haben, weil sich ganz einfach jemand dazu erbarmen musste? Wer hat Ahnung, wer kann mir sagen, wie und warum das so ablief?

» Mandragora » Beiträge: 1767 » Talkpoints: 1,92 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich bin sehr verwundert über diesen Beitrag. Das größte Problem war doch die Stasi. Wer will schon einen Lehrer, der praktisch seine eigenen Kollegen und Schüler verraten hat? Dies wurde allerdings sicher damals schon nicht veröffentlicht. Es dürfte auch etwas schwierig gewesen sein, Lehrkräfte für Planwirtschaft und Staatsbürgerkunde in gesuchte Englischlehrer umzuwandeln.

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» Juri1877 » Beiträge: 6572 » Talkpoints: 8,86 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Soweit ich weiß, gab es keine Lehrer die nicht studiert haben, mal von der Schnellbesohlung kurz nach dem Krieg abgesehen. Richtig ist, dass teilweise Lehrer in der Oberschule unterrichtet hatten die nach westlichem Standard das nicht dürften. Die wurden dann in die Unterstufe versetzt und wer das nicht wollte ging wo anders hin.

Staatsbürgerkunde-Lehrer waren ein spezieller Fall. Ich will nicht behaupten, dass alle für die Stasi arbeiteten, aber bei den meisten war es wohl so. Die waren gerade nach der Wende nicht mehr tragbar. Und total nett und locker sind nun einmal keine ausreichenden Eigenschaften um die Spitzeltätigkeit vergessen zu machen.

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» hooker » Beiträge: 7225 » Talkpoints: 6,40 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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