Verschenken von Gutscheinen für Schönheits-OP
Ich habe neulich gelesen, dass immer mehr Männer ihren Freundinnen oder Frauen Gutscheine für Schönheits-Operationen schenken. Ich finde das ein bisschen schockierend, denn ich denke mal, der Mann hätte die längste Zeit Kontakt zu mir gehabt, wenn er mir so ein Geschenk machen würde. Wie seht ihr das?
Ich denke, dass da dann ein falsches Schönheitsideal übertragen werden kann und eine Frau dann auch plötzlich Probleme, die sie vorher nicht hatte, bekommen kann (z.B. Brustgröße), weil der Mann unüberlegt einen Gutschein für eine Brust-OP verschenkt hat. Man sollte doch nur dann einen solchen Gutschein verschenken, wenn die Frau wirklich ein Problem mit einem Körperteil hat und das auch schon über eine lange Zeit lang verändern will und hinreichend über die Risiken informiert ist.
Ich finde es ziemlich schockierend. So ein Gutschein für eine OP zeigt doch, wie locker viele Leute heute damit umgehen. Als wäre es nichts anderes als sich im Douglas das Duschgel mit dem Duft seiner Wahl auszusuchen bekommt man jetzt eben die Möglichkeit, "das Körperteil seiner Wahl korrigieren zu lassen".
Wenn mein Freund mir solch einen Gutschein schenken würde, würde ich ihm den erstmal mit einem bissigen Spruch über sein Äußeres zurückgeben, und dann wäre ich weg. Wie soll man sich denn fühlen, falls man völlig unverhofft zu diesem "tollen Geschenk" kommt? Das ist ja noch weitaus fieser als ein "Zaunpfahl-Geschenk" wie Deo.
Ich denke allerdings, zumindest in Deutschland bleibt trotz Gutschein das Beratungsgespräch mit dem Arzt keineswegs aus und über die Risiken aufgeklärt werden muss man definitiv auch. Aber trotzdem halte ich diese ganze Sache für ziemlich (tschuldigung) bescheuert.
Wenn die Frau dem Mann schon eine Ewigkeit in den Ohren liegt, weil sie gerne eine Schönheitsoperation haben möchte und der Mann schenkt ihr diesen zu gegebenen Anlass, dann kann es in Ordnung sein. Es gibt eben nun mal genug Frauen, die glauben nicht mehr glücklich werden zu können, falls sie nichts an ihrem Aussehen operabel ändern dürfen. Ob ich dafür Verständnis habe, bleibt außen vor. Denn das kann man nur von Fall zu Fall wirklich objektiv beurteilen. Allerdings hört bei Fettabsaugung der Spaß auf. Und auch für Brüste im XXL Format, habe ich kein Einsehen.
Allerdings, wenn der Mann seiner Frau/Freundin, aus Lust und Laune oder vielleicht sogar mit eigennützigem Hintergedanken einen deratigen Gutschein schenkt, ist das einfach nur mies. In diesem Fall kann man für die Frau nur hoffen, daß sie genug Selbstbewußtsein hat und dem Kerl die Meinung geigt. Leider kann ich mir auch gut vorstellen, daß dieses arme Geschöpf sich nun fleißig einredet eine Operation notwendig zu haben. Das grenzt dann schon an Grausamkeit.
Man(n) darf nicht vergessen, daß es sich um einen Eingriff in den Körper handelt, der auch negativ enden kann. Trotz Sorgfalt der Ärzte können Entzündungen oder andere Komplikationen entstehen, die eher krank als schön machen. Im schlimmsten Fall, auch das ist schon passiert, stirbt die Dame bei der Operation. Man(n) sollte sich gut darüber im Klaren sein, ob er seiner Herzensfrau wirklich einen Gefallen mit so einem Geschenk macht.
Ich denke auch, dass die wenigsten Männer aus Eigenantrieb einen solchen Gutschein verschenken. Warum soll man es nicht tun, wenn die Frau sich das wünscht?! Wichtig ist es vorher gemeinsam darüber zu reden und sich im Klaren darüber zu sein, dass es eine OP ist und es Risiken gibt. Unter diesen Voraussetzung finde ich es nicht schlimm so einen Gutschein zu verschenken, da die Frau sich so oder so operieren lassen würde. Warum soll ihr Mann ihr nicht diesen Wunsch erfüllen?
Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass der Mann seiner Frau den Gutschein schenkt, ohne dass sie sich das explizit gewünscht hat, ist das eine sehr gefühllose Art und Weise ihr mitzuteilen, was er gerne an ihr ändern würde.
Irgendwie kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein Mann seiner Freundin oder seinem Freund einfach einen Gutschein für eine Schönheitsoperation schenkt, ohne das dieses Thema zuvor schon einmal angesprochen wurde.
Falls ich einen solchen Gutschein bekommen würde, ohne vorher über irgendwelche vorhandenen oder nicht vorhandenen Problemzonen gesprochen zu haben, wäre ich reichlich verwundert über dieses Geschenk. Mit Sicherheit kämen bei mir Fragen auf, die mein Aussehen betreffen und ich würde sicher auch zuerst einmal auf den Gedanken kommen, dass mein Partner mir mit diesem Geschenk einen Wink mit dem Zaunpfahl geben wollte. In diesem Fall fände ich einen solchen Gutschein also indiskutabel und durchaus auch verletzend.
Völlig anders stellt sich die Situation meiner Meinung nach dar, wenn man gewisse Unzufriedenheiten mit seinem Körper hat und diese auch gegenüber dem Partner artikuliert, verbunden mit dem Wunsch, diese Unzulänglichkeiten operativ zu verbessern. Wenn man sich also ohnehin einer Schönheitsoperation unterziehen will und sich diese vielleicht gerade nicht leisten kann, finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn der Partner einem dann diese Art von Geschenkgutschein übergibt. Als schenkender Partner sollte man allerdings in der Lage sein, einschätzen zu können, ob der operationswillige Partner einem Hirngespinst nachläuft, oder ob es sich um einen wirklich angebrachten Eingriff handelt. Auch Voruntersuchungen beim Arzt sollten vor der Schenkung stattgefunden haben. In diesem Fall finde ich ein solches Geschenk wirklich gut, da Schönheitsoperationen, sofern sie nicht missbräuchlich genutzt werden, viel zum Wohlbefinden eines Menschen beitragen können.
Ich denke auch, dass es darauf ankommt, ob das Geschenk dem Wunsch der Frau entspricht und sie es schon öfter angesprochen hat, dass sie sich eine Schönheitsoperation wünscht. Wenn das der Fall ist, dann würde ich es schon in Ordnung finden, wenn der Partner so einen Gutschein verschenkt. Aber ein komisches Gefühl würde sicher auch dann bleiben. Denn man wünscht sich doch immer, vom Partner so akzeptiert zu werden, wie man ist. Mit dem Gutschein sollte dann eigentlich klar sein, dass der Partner auch eine Veränderung möchte. Etwas befremdlich finde ich das schon.
Wenn so ein Gutschein verschenkt wird, ohne dass die Freundin vorher darüber gesprochen hat, dass sie sich eine solche Operation wünscht, dann denke ich allerdings auch, dass die Beziehung schnell beendet sein wird. Ich denke auch, dass so ein Geschenk dann für das Selbstbewusstsein der Frau nicht gerade gelungen ist und sie sicher später größere Probleme hat, sich selber so zu akzeptieren, wie sie ist.
Ganz abgesehen davon, ob man Schönheitsoperationen als gute oder schlechte Sache empfindet, würde ich mich als Mann davor hüten, einer Frau einen Gutschein für eine solche Operation zu schenken. Selbst wenn die Frau ständig an ihrem Körper meckert und Kommentare a la "Ich brauch unbedingt eine Schönheits-Operation" von sich gibt, heißt das noch lange nicht, dass es angebracht ist, ihr hierfür einen Gutschein zu schenken. Denn tief im Inneren fühlt sich Frau doch dann darin bestätigt, dass sie keinen perfekten Körper hat (wer hat den schon) und das will ja keine Frau hören. Also mir wäre es auf jeden Fall lieber, wenn mir mein Mann einfach sagen würde, dass er mich genauso liebt wie ich bin und keine Schönheitsoperationen nötig sind.
Für den Fall, das die Frau gar keine Anmerkungen bezüglich einer Schönheitsoperation gemacht hat, ist das ganze natürlich noch einmal um weiten unangebrachter. Das ist genauso, wie wenn du jemand Diätschokolade schenkst, das kommt einfach nicht gut und wird dann eher als Appell angesehen, dass man abnehmen soll, anstatt als gut gemeintes Geschenk.
Wenn eine Frau eine solche Operation selber möchte, ist es doch ein sehr schönes Geschenk, weil es Interesse zeigt. Ist es jedoch so, dass man es verschenkt ohne das die Frau etwas gesagt hat oder man das Thema besprochen hat, würde ich mehr als erbost sein.
Würde mir mein Partner so ein Geschenk machen, wäre ich mehr als sauer, weil ich eigentlich ganz zufrieden mit meinem Körper bin und er bislang auch noch nichts erwähnt hat. Natürlich würde ich ihn deswegen nicht vor die Tür setzen, immerhin liebe ich ihn, aber es würde schon etwas an meiner Selbstachtung kratzen. Ich definiere meinen Selbstwert aber nicht über Äußerlichkeiten und wäre dann auch für ein Gespräch bereit.
In einer Beziehung sollte man aber damit leben, wie der andere aussieht. Immerhin hat man ihn so kennen- und lieben gelernt. Man sollte sich nicht über Äußerlichkeiten definieren.
pepsi-light hat geschrieben:Ich habe neulich gelesen, dass immer mehr Männer ihren Freundinnen oder Frauen Gutscheine für Schönheits-Operationen schenken.
Man sollte doch nur dann einen solchen Gutschein verschenken, wenn die Frau wirklich ein Problem mit einem Körperteil hat und das auch schon über eine lange Zeit lang verändern will und hinreichend über die Risiken informiert ist.
Und Du weißt eben nicht, ob nicht genau dieser Fall vorliegt bei all den Männern, die ihren Freundinnen und Frauen diese Gutscheine schenken. Davon würde ich allerdings ausgehen. Schließlich kenne ich wirklich viele Männer, die der Meinung sind, dass das, was ihre Freundinnen an sich bemängeln, überhaupt nicht schlimm oder auffällig ist und viele geben an, das eigentliche Problem nicht zu verstehen. Das bedeutet aber nicht, dass einem Mann nicht durchaus im Verlauf der Beziehung klar werden kann, dass seine Partnerin leidet. Den Grund dafür muss er nicht unbedingt verstehen, solange er den Leidensdruck wahrnimmt und versteht, dass es seiner Freundin oder Frau psychisch aufgrund ihres vermeintlichen Mangels nicht gut geht. Und genau dann empfinde ich ein solches Geschenk als Zeichen der gutgemeinten Hilfestellung, vor allem eben dann, wenn die betreffende Frau sich eine solche Operation schon länger wünscht, aber sie eben bisher nicht umsetzen konnte, weil ihr die Mittel fehlten. Allein dieses Ergebnis sagt also noch gar nichts über die jeweiligen Hintergründe aus, wobei ich aber mal davon ausgehen würde, dass nur in Beziehungen solche Gutscheine verschenkt werden, in denen sie auch ausdrücklich erwünscht sind.
Meine beste Freundin hat übrigens auch eine solche Schönheitsoperation an sich vornehmen lassen. Das liegt schon einige Jahre zurück und ich weiß, dass ihr damaliger Freund und jetziger Ehemann sie überhaupt nicht ernst genommen hat, als sie ihm ihr Leid geklagt hat. Auch ich konnte an ihr keinen Makel erkennen, denn sie ist eine bildhübsche junge Frau mit einer wirklich tollen Ausstrahlung. Sie war in einem Punkt aber absolut unzufrieden mit sich und litt jahrelang unter diesem Makel, den nur sie gesehen hat. Die Operation hat sie dann heimlich vornehmen lassen, nur ich wusste davon. Ihrem damaligen Freund hat sie nichts davon erzählt und als Grund für ihre Abwesenheit etwas anderes angegeben als wirklich Fakt war. Ich bin mir allerdings sicher, dass sie sich wirklich ernsthaft gefreut hätte, wenn er ihr einen solchen Gutschein geschenkt hätte, weil sie zusätzlich darunter gelitten hat, dass er ihr Leid überhaupt nicht verstehen konnte und nichts damit anzufangen wusste, was sie nun an sich auszusetzen hat.
Das Schenken eines Gutscheins für eine Schönheitsoperation ist in meinen Augen also nicht zwingend ein Wink mit dem Zaunpfahl eines Mannes, der eine operierte Puppe als Partnerin haben will, obwohl ich irgendwann mal davon gehört habe, dass es auch so etwas geben soll. Das geht natürlich nicht in Ordnung, das sehe ich wohl genauso. Meistens wird es aber sicherlich so sein, dass die eigentliche Thematik schon mehrfach angesprochen wurde und der schenkende Partner nur helfen und Anteil nehmen will. Dagegen kann ich nichts einwenden, vor allem dann nicht, wenn seine Partnerin wirklich aus eigenem Antrieb diese Entscheidung für eine Operation getroffen hat und sich dabei nicht von irgendwelchen vermeintlichen Idealen antreiben lassen hat, von denen sie glaubt, dass ihr Partner diese hat.
Ich halte das Schenkverhalten doch sehr gewagt, denn man schenkt ja der Partnerin eine Operation mit sämtlichen Vorteilen und auch Nachteilen. Ein Risiko beinhaltet nun einmal jede Art von Operationen, denn der Arzt wird und kann dabei keine absolute Garantie geben. Das gilt daher eben auch für jegliche Operationen die man total aus eigener Tasche zahlen muss, weil die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen.
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