Verbesserung der gefühlten Gesundheit nach Medikamentennahme

vom 04.05.2009, 16:31 Uhr

Gestern habe ich mich über den ganzen Tag geschleppt, denn ich fühlte mich so, als ob ich eine Grippe bekommen würde. Ich habe dann den ganzen Tag viel getrunken, mich ausgeruht, viel Obst gegessen und so ziemlich alles getan, um wieder fit zu werden. Allerdings wollte ich keine Medikamente nehmen, da ich der Meinung bin, dass man nur Medikamente nehmen sollte, wenn sie wirklich notwendig sind.

Ich bin dann auch früh ins Bett (ich war auch müde) und konnte einfach nicht einschlafen und habe mich stundenlang hin-und hergewälzt. Die Wehwehchen wurden mit der Zeit auch immer schlimmer, was auch daran liegen kann, dass ich mich natürlich auch ein wenig darauf konzentriert habe.

Schließlich habe ich dann doch Paracetamol genommen und schwups, kurze Zeit später war ich eingeschlafen. Dabei konnte das Medikament noch nicht gewirkt haben. Scheinbar hatte die Einnahme eine psychologische Wirkung auf mich und hat mich beruhigt. Im Prinzip hätte ich wohl auch Traubenzucker schlucken können, mit dem Wissen, dass es mir dann besser geht.

Deswegen meine Frage: Geht es euch auch manchmal so?

» gigja » Beiträge: 229 » Talkpoints: 19,51 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich glaube dieser Placebo-Effekt ist weit verbreitet. Placebo-Effekt meint zwar eher Wirkung ohne Wirkstoff, aber wenn ein Medikament direkt nach der Einnahme zu helfen scheint, kann der Wirkstoff ja auch noch nicht im Blut sein, es funktioniert also im Prinzip genauso.

Ich habe sowas auch öfter. Bei mir geht es sogar mit frischer Luft. Wenn ich Kopfweh habe unternehme ich oft Spaziergänge und die Schmerzen verschwinden oft schon nach kurzer Zeit. Ich will gar nicht beschreiten, dass wenn sich durch den vermehrten Sauerstoff die Arterien wieder weiten, der Kopfschmerz nachlassen kann, aber dass das schon nach zehn Metern eintritt, führe ich dann auch eher auf meine Einbildung zurück. Aber mit Paracetamol oder Halspastillen habe ich das auch schon erlebt, dass sich umgehen Besserung einstellte.

Das witzige dabei ist, dass man oft sogar weiß, dass man sich etwas einredet, aber innerlich dann doch so überzeugt davon ist, dass es weiter klappt. Ich denke einfach mal, dass die Hormone die der Körper dann ausschüttet oder irgendetwas in der Art für diesen Effekt verantwortlich sind.

» Sorcya » Beiträge: 2904 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Kenn ich, ja. Ich hab häufig starke Nierenbeschwerden und dementsprechende Schmerzen. Ich probiere zwar das immer möglichst lange auszuhalten ohne Medikamente, aber wenn es nicht mehr geht, muss ich auch eine Paracetamol nehmen, teilweise nehm ich dann auch zwei auf einmal.

Aber mir geht es da ähnlich. Direkt nach der Einnahe habe ich schon das Gefühl, die Schmerzen wären viel geringer, dabei ist das natürlich Quatsch und die Wirkung setzt frühstens nach 20 Minuten ein. Aber mir geht es dann automatisch direkt nach der Einnahe schon viel besser und ich bin beruhigt. Ich denke aber, das ist ne Kopfsache. Sobald man weiss, dass man was genommen hat, was einem sicherlich hilft und einem die Schmerzen nimmt, ist man automatisch beruhigt und entspannt sich etwas.

» Sippschaft » Beiträge: 7575 » Talkpoints: 1,14 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich kenne das auch, wenn ich mal eine Tablette gegen Durchfall genommen habe. Dann habe ich gleich ein beruhigtes Gefühl und nicht mehr so viel Angst, in die Stadt oder zum Einkaufen zu gehen. Ich weiß dann schon direkt nach der Einnahme, dass es mir bald besser gehen wird.

Ich denke, dass es gerade bei Medikamenten so ist, die man schon kennt und mit denen man schon seine Erfahrungen machen konnte. Da weiß man ja eigentlich, dass sie helfen und ist irgendwie ist man dann eben entspannter.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Solche Dinge kenne ich vor allem durch meine Arbeit in der Apotheke auch, dass die Menschen darüber berichten, dass die Medikamente ja total schnell helfen. Dabei ist dann eben auch der Placebo- Effekt im Spiel, der bei manchen Menschen ziemlich groß sein kann. Das ist sicher ja auch kein Nachteil, wenn man nach der Einnahme einer Tablette beruhigt ist und darauf vertraut, dass sie gleich wirken wird. Dadurch teilt man dem Körper wahrscheinlich unwillkürlich mit, dass man sich sicher ist, dass z.B die Kopfschmerzen gleich nachlassen.

Und nach diesem Signal steuert der Körper dann wahrscheinlich selber gegen die Kopfschmerzen. Ich habe kürzlich einen Bericht zu dem Thema gelesen, dass wir alle viel mehr auf die Selbstheilkräfte unseres Körpers vertrauen sollen. Das dürfte auch hier eine Rolle spielen. So funktioniert es ja bei vielen Menschen auch, wenn sie ein Placebo anstelle eines Medikaments bekommen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


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