Online Petition von Eltern für die Rettung der Hebammen!

vom 26.02.2014, 11:02 Uhr

Liebe Eltern und Mitglieder, die vielleicht noch Eltern werden wollen!

Ich schreibe diesen Thread hier als Mehrfachmutter, die bei jeder Geburt froh war, wenn eine gut qualifizierte Hebamme da war. Wer schon mal geboren hat, weiß, dass es durchaus einen großen Unterschied macht, ob man von einem Gynäkologen oder einer Hebamme betreut wird. Ich will damit nicht die Kompetenz der Gynäkologen schmälern.

Aber die Hilfe einer Hebamme fand ich in den Momenten, die für eine Frau sehr einschneidend im Leben sind, unvergleichlich wichtig. Ich habe auch erlebt, dass die Berufserfahrung und das Wissen der Hebamme präzisere Aussagen machen konnten als manche High-Tech-Ausrüstung. Ich habe auch erlebt, was bei einer Geburt schief gehen kann, ohne dass die Hebamme unbedingt selbst schuld ist. Geburtshilfe ist eben ein extremer Beruf.

Bekannt dürfte den meisten hier sein, dass dieser Job, der oft über Leben und Tod entscheidet, grauenvoll schlecht entlohnt wird. Wenn man als freischaffende Hebamme nur etwa 8,50 Euro die Stunde bekommt, reicht das kaum für das nötigste. Zumal da ja noch Steuern und die eigene Krankenversicherung davon abgezogen wird. Als Alleinverdienerin kann man davon eigentlich keine eigene Familie ernähren, und das obwohl man als Hebamme wirklich einen hoch qualifizierten Job erledigt. Alleine das ist schon ein Skandal.

Dazu kommt auch noch, dass die Berufs-Haftpflichtversicherungen für Hebammen mittlerweile wohl nur noch von zwei Anbietern angeboten werden. Grund: Es lohnt sich nicht mehr, weil mögliche Schadensersatz-Summen bei Geburtsfehlern sehr hoch ausfallen können. Daher verlangen die Versicherer wohl pro Jahr mittlerweile rund 5000 Euro Versicherungsprämie. Um diese Prämie zu berappen, muss eine Hebamme bei diesem Stundenlohn mehr als 588 Stunden arbeiten, denn die 8,5 Euro werden ja noch besteuert.

Die 588 Stunden sind nur das Ergebnis, wenn man 5000 durch 8,5 teilt. Bei einer 38 Stunden Woche, wäre damit die Hebamme weit mehr als 15 Arbeitswochen im Jahr damit beschäftigt, nur die Versicherungssumme abzuzahlen. Eine Hebamme in Deutschland darf ohne Berufshaftpflicht nicht arbeiten. Das wäre auch nicht anzuraten, weil man im Schadensfall privat nicht für alle Kosten aufkommen kann. Aber wenn die Versicherung so teuer ist, dass man sie sich nicht leisten kann, dann grenzt das meiner Meinung nach schon fast an ein Berufsverbot. Wie seht ihr das?

Logische Konsequenz: Immer weniger Hebammen können freiberuflich arbeiten, weil man davon weder leben noch überleben kann. Immer mehr Geburtshäuser müssen schließen. Als Mutter finde ich die Vorstellung grauenhaft. Denn wann hat man denn mehr Fragen im Leben, als in der Zeit rund um Schwangerschaft und Geburt? Wann ist eine gute Betreuung im Leben noch so wichtig?

Ich halte es für unverzichtbar, dass hier dieser Prozess aufgehalten wird und wieder Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass diesen Frauen nicht ihre Arbeitsgrundlage und Lebensgrundlage genommen wird. Ich halte es auch für unverzichtbar, dass wir Mütter und werdende Mütter auch künftig die Wahlfreiheit haben, wo wir gebären wollen.

Und ich finde, es darf nicht zur Diskussion stehen, dass die Hebammen auch weiterhin den Frauen und jungen Familien zur Seite stehen. Für einen qualifizierten Beruf mit anerkanntem Abschluss finde ich es auch vollkommen logisch, dass man davon leben können muss. Wie seht ihr das? Seid ihr auch der Meinung, dass man hier helfen sollte?

Als ersten Schritt verlinke ich euch eine Online Petition, an der ihr euch beteiligen könnt. Diese habe ich heute im Frühstücksfernsehen des ZDF entdeckt. Hier klicken wenn euch die Angelegenheit auch so am Herzen liegt, wie mir, wäre es wichtig, so vielen Eltern und potentiell interessierten diese Infos zuzuleiten, wie möglich. Vielleicht fällt euch da ja noch etwas ein, wie man sonst noch helfen kann.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich halte nichts von diesen Online Petitionen und denke, dass es überhaupt nichts bringt diese zu "unterschreiben". Aber du hast schon Recht, dass man die Hebammen "retten" sollte und das es eigentlich wichtig ist, dass jede werdende Mutter auch eine Ansprechpartnerin hat, wenn sie Probleme hat und das jederzeit.

Ich hoffe, dass man sich das von höherer Stelle mal durch den Kopf gehen lässt was die Konsequenz ist, wenn es keine freiberuflichen Hebammen mehr gibt.

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


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