Beziehungen und Freundschaften bei einer sozialen Phobie
Ich stelle es mir recht schwierig vor, bei einer sozialen Phobie sich auf Freundschaften und Beziehungen einzulassen oder diese sogar aufrecht zu erhalten. Insbesondere interessiert es mich dabei, wie man dann überhaupt einen Partner kennenlernt oder andere Menschen und wie man dann vorgeht? Immerhin hat man wohl mehr oder weniger Probleme, auf andere Menschen so zuzugehen, dass man sie nur mal bei einem Weg um Hilfe bittet.
Auch kann ich mir vorstellen, dass bei einer bestehenden Beziehung und auch bei bestehenden Freundschaften eben diese darunter leidet/ leiden, da man doch sehr in seinem Bewegungskreis eingeschränkt ist. Wie geht ein Partner, ein Freund mit solchen Schwierigkeiten um und wie kann eine solche Beziehung, bei dem ein Partner eine soziale Phobie entwickelt hat, funktionieren?
Ich hatte eine Freundin, die Menschenmasse weitestgehend gemieden hat. Ich meine, dass man sich nicht unbedingt wohl fühlt, wenn unheimlich viele Menschen an einem Fleck sind, das ist vielleicht nicht unnormal. Aber die Person ist wirklich Wege gegangen, die kaum benutzt wurden, wollte kein Bus fahren und all so Dinge, die eigentlich alltäglich sind. Das ging wirklich soweit, dass man sich eben nur an bestimmten Orten treffen konnte.
Ins Kino konnte man nur dann, wenn wir vorher nachgeguckt haben, wieviele Menschen bereits vorbestellt hatten und bitte niemals, wenn ein Film erst angelaufen war. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kino leer ist ist nunmal einfach höher, wenn der schon ein paar Wochen läuft. Ich muss sagen, dass es schon anstrengend war, sich immer danach zu richten.
Besagte Freundin hat sich aber enorm verändert. Vielleicht liegt es daran,dass sie jetzt in einer viel größeren Stadt lebt und da gezwungen wurde, sich anzupassen. Seitdem ist sie viel lockerer geworden.
Auch hier musst Du die verschiedenen Schweregrade bedenken: Ich zum Beispiel leider in solcher Form unter einer Sozialen Phobie, dass ich schlimme Ängste vor den Beurteilung anderer Menschen über mich, mein Wesen und mein äußeres habe. Trotzdem bin ich durchaus in der Lage einen sozialen Beruf auszuüben und täglich mit Menschen umzugehen und auch auf sie zu zugehen. Freundschaften aufzubauen fällt mir hingegen deutlich schwieriger, besonderes dann, wenn diese Freundschaften tiefer gehen und man sich dem Menschen gegenüber mehr offenbaren muss. Dies schaffe ich nur sehr sehr langsam und es dauert seine Zeit, bis ich dem Menschen in soweit vertrauen kann, dass ich mich nach und nach öffne.
Bei meinem Ex-Freund hatte ich vorallem das Problem, mit auf seinen Freundes- und Bekanntenkreis einzulassen und vorallem mich mit mehreren Leuten (die ich nicht kannte) auf einmal zu treffen. Nach und nach gab sich das jedoch, vorallem da wir uns erst einmal immer mit nur einer oder zwei Personen getroffen haben, die ich dann etwas kennenlernen konnte. Die Angst sich zu blamieren, oder die Menschen dazu zu bringen etwas negatives von einem zu denken ist natürlich trotzdem immer da, lässt sich zumindest bei mir jedoch ab einem bestimmten Stadium in soweit unterdrücken, dass ich ein einigermaßen normales Leben führen kann.
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