Schwitzen bei Nervosität, was geht im Körper vor?
Wenn ich nervös bin, dann schwitzen meine Hände so sehr, dass ich nichts anfassen kann. Dann hinterlasse ich feuchte Flecken. Auch unter den Armen schwitze ich dann sehr. Das passiert mir zunehmenst, wenn ich aufgeregt bin, mich auf was freue oder auch vor Klassenarbeiten. Mein Blutdruck ist in Ordnung. Der ist eher zu niedrig und mein Arzt kann sich das auch nicht erklären. Er meint, dass ich eher frieren als schwitzen müsste bei diesem Blutdruck.
Dieses Phänomen habe ich schon seit meiner frühen Kindheit. Daran konnten meine Eltern immer sehen, dass ich nervös war. Könnt ihr mir sagen, was in meinem Körper vor sich geht, wenn ich immer schwitze, wenn ich aufgeregt oder nervös bin? Habt ihr das auch?
Soweit ich mich an den Biologieunterricht erinnern kann, hat diese Erscheinung mit dem Sympathikus zu tun. Dieser ist Teil des vegetativen Nervensystems und steuert all die unterbewussten Vorgänge wie Atmung, Herzschlag und eben auch die Drüsenfunktion. Wenn man sich dann freut oder äußerst nervös ist, dann kommt er zum Einsatz und lässt einen seine Nervosität ausleben.
Früher war dieses Phänomen, dass man meine Nervosität vor unbekannten Situationen oder Prüfungen ansehen konnte, schlimmer vertreten. Mittlerweile habe ich vielleicht schon so viele "unheimliche" Situationen hinter mich gebracht, wie beispielsweise unangenehme Referate, dass ich weiß, dass mir der Kopf nicht abgerissen wird, auch wenn die Situation an sich nicht schön ist. Das letzte Mal, dass ich so nervös war, dass man das nicht übersehen konnte, war bei meiner mündlichen Englischprüfung im Abitur. Ich war extrem aufgeregt und hab unglaublich geschwitzt. War mir zwar unangenehm, aber ich hab meinen Prüfern gesagt, dass ich sehr nervös bin und mich gerade nicht allzu wohl fühle.
Das hat mir die Situation auch erleichtert irgendwie.
Lafayette hat geschrieben:Soweit ich mich an den Biologieunterricht erinnern kann, hat diese Erscheinung mit dem Sympathikus zu tun.
Das ist fast richtig. In seltenen Fällen liegt bei übermäßigem Schwitzen auch eine Fehlfunktion des Sympathikus zugrunde, viel wahrscheinlicher ist jedoch der Hypothalamus. Dieser ist für die Thermoregulation im Körper zuständig und somit auch für die Transpiration beziehungsweise eben das Schwitzen.
Der evolutionäre Hintergrund hinter diesem Syndrom wurde damals von einem guten Dozenten während meines Studiums sehr anschaulich erklärt, ich versuche es mal verständlich weiterzuvermitteln. Die Nervosität wird im Gehirn als Angst registriert. Wer Angst hat, dessen Körpertemperatur steigt, um den Körper vorzubereiten auf eine sportliche Aktivität. Durch diese Steigerung der Körpertemperatur wiederum fängt der Körper an zu schwitzen. Aber warum macht er das? Evolutionsbedingt. Früher signalisierte Angst dem Körper eine Gefahr, zum Beispiel ein Raubtier. Also bereitete der Körper sich auf das Weglaufen vor. Soviel zum Hergang im Körper. Warum das immer noch so ist und was genau die Ursachen sind, sind nach aktuellem Wissensstand noch nicht geklärt.
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