Etymologie des Grußes "Gott zum Gruße!"
Ich habe mich neulich gefragt, wie es eigentlich zum Gruß "Grüß Gott!" gekommen ist, beziehungsweise, was damit eigentlich ursprünglich gemeint war. Mal als Basis angenommen, dass die Sprecher von der Existenz eines Gottes überzeugt waren: Sollte es heißen, dass man dem Gegenüber wünscht, dass Gott ihn grüßt, also Gott ihm beisteht? Oder war es eher eine Aufforderung, nun gemeinsam Gott zu grüßen? Dass es sich als Grußformel vom wörtlichen Sinn gelöst und sich zur bloßen Floskel entwickelt hat, weiß ich natürlich.
Dank Wikipedia habe ich nun herausgefunden, dass "Grüß Gott!" heißt, dass der Angesprochene quasi von Gott mitgegrüßt werden soll. Allerdings kam mir dann glatt die Frage, wie es denn mit der Grußformel "Gott zum Gruße!" aussieht, die ja auch existiert. Bisher dachte ich, sie seien einander ähnlich, aber "Gott zum Gruße!" klingt ja doch eher danach, als wolle man gemeinsam Gott grüßen beziehungsweise loben oder preisen. Und eben nicht danach, dass jemand durch Gott gegrüßt wird.
Hat "Gott zum Gruße!" also einen anderen Ursprung als die Formel "Grüß Gott!"? Und wenn ja, woher kommt dieser Ausspruch dann?
Der Gruß: „Grüß Gott“ wird immer weniger benutzt. Oft wird als Begrüßung nur das „Hallo“ benutzt. Vielleicht ist es schade, denn ein freundliches „Grüß Gott“ hört sich in Bayern und Süddeutschland immer noch besser an als einfach nur „Hallo“.
Dieser Gruß sollte ursprünglich zum Ausdruck bringen: „Gott segne dich“. Es ist keine tiefreligiös gemeinte Aufforderung, sondern so zu verstehen, dass der Grüßende den Wunsch hat, dass der Gegrüßte von Unheil verschont bleibt. Diese Bedeutung ist aber kaum bekannt. Es wird nur angenommen, dass es Tradition ist, jemanden so zu grüßen. Aber Tradition ist in vielen Augen der Menschen etwas Altmodisches, was nicht mehr in die heutige Zeit gehört. Also tauscht man den Gruß aus und sagt nur noch „Hallo“. Man könnte annehmen, dass man der Einfachheit halber sagt: „Grüß Gott“ anstatt „Gott grüße dich“.
In einer keltischen Sprache wird das Subjekt hinter das Verb gestellt. Die irischen Missionare verbreiteten das Christentum im süddeutschen Raum. Daher wird wohl die Begrüßung in dieser falschen deutschen Wortstellung noch herrühren. Ich nehme an, dass „Gott zum Grusse“ oder eben „Grüß Gott“ immer ein Gruß sein soll wie „Gott segne dich“.
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