Gute und renditestarke Fonds für Laien

vom 02.05.2011, 18:55 Uhr

Aus einem Bausparvertrag habe ich etwas Geld auf meinem Sparbuch liegen. Da ich derzeit keine Investition tätigen möchte, suche ich nach einer Möglichkeit für eine gute Kapitalanlage. Tagesgeld und Festgeld wären eine gute Alternative zum Sparbuch, welches ja kaum Zinsen bietet. Einige Freunde von mir haben ihr Vermögen, oder zumindest einen Teil dessen, in Fonds und Wertpapiere investiert.

Das klingt sehr interessant, sagt mir jedoch nicht allzuviel, da ich von den unzähligen Fondsmodellen nichts verstehe. Im Grunde verstehe ich das Geschäftsmodell eines Fonds, doch welche Risiken gehe ich dabei ein und was gewinne ich? Gibt es Fonds, welche sich besonders für Neueinsteiger eignen? Lohnt sich eine Anlageberatung bei meiner Hausbank? Welche Erfahrungen habt ihr bei Anlagen in Fonds sammeln können?

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» kurzweilig » Beiträge: 68 » Talkpoints: 25,51 »



Aus deiner Frage spricht aber schon eine gewisse Sachkenntnis so dass ich nicht wirklich weiß ob du wirklich noch ein Laie in diesen Dingen bist. Andererseits muss ich aber sagen dass es den renditestarken Fonds den jeder haben muss und den man bedingungslos und für alle Zeiten im Depot haben muss nicht gibt.

Vom Grundsatz her würde ich aber schon sagen dass du als Anfänger im Börsengeschäft auf keinen Fall alleine handeln solltest, die Gefahren dabei falsch zu investieren ist einfach zu groß. Mit falsch investieren meine ich nicht nur auf schwache Fonds zu setzen sondern auch für dich falsche Produkte zu erwerben oder zu einseitig in die Anlagen zu investieren.

Du kommst also in der Regel um ein Gespräch mit deiner Hausbank oder einer beliebigen anderen Bank in deiner Nähe nicht herum. Beraten wirst du dort überall mit Freuden weil sie ja nur dein Bestes wollen, dabei bekommst du jede Menge Hochglanzprospekte und hochtrabende Renditepläne vorgelegt. Das kannst du alles vergessen, niemand kann von vergangenen Börsenjahren auf die kommenden Zugewinne schließen. Die einzige Möglichkeit die du hast ist anhand des Ratings der Fonds auf deren Güte zu schließen. Das sind in der Regel Sterne oder As und sie zeigen wie solide ein Fonds in den letzen Jahren gewirtschaftet hat. Trotzdem sind diese Ratings nicht alleiniger Kaufgrund, sie müssen auch in dein Anlegerprofil passen.

Du solltest dich im Vorfeld mit den wichtigsten Begriffen der Börse vertraut machen und wenn du keine Zeit hast dir das von deinem Berater erklären lassen. Frage immer sofort nach wenn du etwas nicht verstehst. Da fallen dann Begriffe wie Aufgabeaufschlag, Ausschüttung, neue Märkte, Anteile, Zertifikate und so weiter und da musst du das einfach verstehen wenn du den Beratern oder den Prospekten nicht blind vertrauen möchtest. Auch solltest du dir vorher darüber klar werden wie viel Geld du investieren möchtest und wie lange es angelegt werden soll. Auf der Börse geht es ständig auf und ab, da kann es durchaus möglich sein dass deine Anteile auch bei den besten Fonds im nächsten Jahr nur noch die Hälfte wert sein können. Darüber musst du dir absolut klar sein und auch damit leben können. Andererseits können sich auch die Fonds hervorragend entwickeln und locker 30 Prozent in einem Jahr zulegen.

Als Laie würde ich dir daher unbedingt empfehlen nicht alles auf einen Fonds zu setzen sondern deine Anlagen breit zu streuen. Kaufe am Anfang deutsche und weltweit agierende Werte, gut sind als Anfänger die Werte welche den Dax oder die Top50 präsentieren, siehe dich nach ein paar wenigen Nebenwerten wie Rohstoffe oder den neuen Märkten um und warte ab wie sich dein Depot entwickelt. Kaufe regelmäßig Anteile dazu, damit gleichst du größere Schwankungen aus und meide Banken die nur ihre hauseigenen Produkte anbieten (zum Beispiel: Sparkasse-Dekafonds). Wenn du erst einmal ein paar Erfahrungen gesammelt hast kannst du immer noch kostenlos mit deinem Depot zu einer anderen Bank wechseln die dich besser betreut, eine größere Auswahl hat oder schlichtweg preiswerter ist.

Ich persönlich bin über die Sparkasse zum Bankgeschäft gekommen, allerdings habe ich dort durch die unfähigen Berater auch ohne Bankenkrise sehr viel Geld verloren. Nach 2000 bin ich dann zu einer anderen Bank gewechselt wo ich das Gefühl habe sehr gut beraten zu werden. Ich habe dort seit zehn Jahren mein Depot welches immer mal auf Grund meiner Bedürfnisse umgeschichtet wird so dass ich mich über wirklich gute Renditen freuen kann. Im Depot habe ich so ungefähr zwanzig Fonds und Einzelaktien die sich alle sehr gut entwickelt haben. In den letzten zehn Jahren gab es natürlich auch herbe Verluste die sich aber immer wieder ausglichen. Ich kaufe regelmäßig jeden Monat über diverse Sparpläne etwas dazu so dass sich immer ein gewisser Mittelwert bildet und ich nie zu Höchstpreisen etwas gekauft habe.

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» hooker » Beiträge: 7236 » Talkpoints: 52,47 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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