Ausbildung/ Praktikum in einem Rohrnetzbezirk

vom 11.03.2011, 16:30 Uhr

Da ich mal ein Praktikum bei einem Wasserwerk oder eher gesagt einem Rohrnetz gemacht habe, fragen mich viele, was da überhaupt gemach wird und wie es mit Ausbildung und Jobtechnisch in dieser Branche so ist. Ich persönlich finde die Arbeit da ziemlich interessant und auch ziemlich verzwickt, es ist nämlich doch nicht ganz so einfach einen Rohrbruch zu beheben.

Ich war im Rohrnetzbezirk tätig, der sich speziell um das Rohrnetz im kümmert.
Die Wasserwerke kümmern sich um die Wasserversorgung bzw. speziell um das Wasser für private Haushalte, jegliche öffentliche Einrichtungen und für die Hydranten der Feuerwehr. Die Pumpen das Wasser in die Leitungen und gewinnen es vorher aus Grundwasserbrunnen, die mehrere 100 Meter tief liegen. Die Rohrnetzbetriebe erhalten das Rohrnetz (also die sauberen Leitungen), restaurieren, erneuern und tauschen das Rohrnetz aus, durch welches das Wasser fließt. Zudem stellt der Rohrnetzbetrieb sicher, dass alle Unterflur-Hydranten (für die Feuerwehr) einsatzbereit sind. Die Hauptaufgaben sind allerdings Rohrbrüche zu beheben, der Bezirk regelt einen Rohrbruch ab, stellt eine Notversorgung her und repariert die undichte Leitung. Außerdem besitzt so ein Rohrnetz meist seine eigene Werkstatt und Tischlerei, mit der sie Teile und Werkzeuge, Zubehör, Leitungen und die Auskleidung eines Entstörungsdienstwagens herstellen, erhalten und verbessern. Zudem ist der Bezirk für die von den Kappen und Schächten auf Straßen und Fußwegen auszugehende Gefahr zuständig.

Jede Arbeit im Rohrnetz baut auf die Arbeit eines anderen auf, es gibt für jede Tätigkeit einen speziellen Job. Meist ist es so, dass Kunden anrufen und einen Rohbruch vermuten. Diese Vermutung wird von dem Verwaltungsbereich, der gleichzeitig die Personalkosten managt, weitergeleitet an den Entstörungsdienst. Der fährt zur entsprechenden Stelle (je nach Gefahr sogar mit Blaulicht) und versucht zu erkennen, ob es ein Rohrbruch ist. Falls es so ist, wird erst einmal das Ventil abgedreht, damit kein Wasser mehr verloren geht. Danach kommt ein Horcher und bestätigt in dem Fall noch einmal, ob es ein Rohrbruch ist und horcht ab, wo sich der Rohrbruch befindet. Steht das alles fest, wird schnell von den Technikern geplant, wie und was für ein neues Rohr gelegt wird bzw. wie es ausgetauscht wird. Je nach Ort des Rohrbruchs müssen die Meister Rohrnetz sofort ein paar Aufgrabescheine bestätigen lassen, damit man dementsprechend auch eine Straße aufgraben darf. Kurze Zeit später fährt ein Bautrupp los und erledigt diesen Bauauftrag. Während gebaut wird, besichtigt ein Meister Rohrnetz die Baustelle und protokolliert, wie die Arbeiter vorankommen. Sind sie damit fertig, prüfen sie meistens Hydrantenkappen und schauen, dass nichts verbaut worden ist.

Bei einem Rohrbruch oder bei einem Brand erreicht man bzw. die Feuerwehr einen Rohrnetzbezirk 24 Stunden am Tag, jeden Tag im Jahr. Man erreicht den Entstörungsdienst, dieser ist sofort einsatzbereit und kann sofort zur Stelle hinfahren und den Rohrbruch sicherstellen, bzw. abstellen oder er kann der Feuerwehr sofort sagen, wo sich der dementsprechende Unterflurhydrant befindet. Der Rohrbruch wird meistens wenige Stunden später schon repariert, so dass die Kunden innerhalb von wenigen Tagen wieder Wasser haben.
Ein Rohrnetzbezirk bietet den Arbeitern unter bestimmten Vorraussetzungen (wie z.B.: Länge der Tätigkeit in der Branche) Meisterkurse zum Meister Rohrnetz oder Meister Hausanlagen an. Für die kaufmännische Abteilung gibt es pro Jahr bis zu vier Microsoft Office Fortbildungen, vor allem im Bereich Word und Exel. Zudem bekommt jeder im kaufmännischen Bereich eine Schulung für SAP (Pogramm zum Bestellen von Artikeln). Für den Entstörungsdienst gibt es Fahrsicherheitstraining, da in bestimmten Situationen ja sogar mit Blaulicht gefahren werden muss. Außerdem gibt es für jede technische Abteilung noch bestimmte EDV Schulungen.

Im Allgemeinen denke ich, dass es sehr viele interessante Berufe dort gibt und es vor allem im Außendienst (was jeder Beruf außer Verwaltungsfachangestellter ist) ziemlich abwechslungsreich ist. Falls man sich nicht sicher ist, kann man ja ein Praktikum machen. Dort selber herrscht meistens eine lockere und ruhige Atmosphäre.

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» aannii » Beiträge: 697 » Talkpoints: 11,36 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich habe vor vielen Jahren in meiner Schulzeit selbst mal ein Praktikum in dem Bereich gemacht und kann dir an der Stelle sagen, dass es nicht nur informativ, sondern auch vielfältig ist. In der Branche gibt es verschiedene Bereiche und Arten Karriere zu machen. Vor allem städtische und kommunale Betriebe zahlen in der Regel gut, auch ein sicheren Job hat man meistens in dem Bereich. Je nach Region kann man sich auch mit der Wasseraufbereitung (PH / Labor Werte Einhaltung, Schlacke Trennung etc.) beschäftigen und in dem Bereich eine Ausbildung machen, vielleicht sogar studieren.

» Nebula » Beiträge: 3017 » Talkpoints: 0,98 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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