Gehirndoping während des Studiums

vom 25.12.2009, 10:45 Uhr

Seitdem das Studium auf Bachelor und Master umgestellt ist, ist der Leistungsdruck vieler Studenten gestiegen. Dabei greifen viele Studenten zum Gehirndoping. Experten rechnen mit einer starken Zunahme des Medikamentenmissbrauchs. Ich halte es für eine gefährliche Entwicklung, auch wenn ich die armen Studenten verstehen kann. Früher hatte man vier bis fünf Jahre Zeit für sein Studium und heute muss man das Studium in zwei bis drei Jahren bewerkstelligen.

Ich möchte nicht wissen, wohin das führen könnte bei regelmäßigem Missbrauch. Ich schätze mal, dass viele Studenten ziemlich früh an Burnout-Syndrom leiden werden.

» Hallimasch » Beiträge: 198 » Talkpoints: 0,81 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich finds echt ein bisschen lächerlich einfach mal zu behaupten, man müsste sein Studium heute in zwei bis drei Jahren schaffen. Mir fällt spontan überhaupt niemande ein, der sein Studium nach zwei Jahren abgeschlossen hat - Dir? Ich habe für meinen Master-Abschluss insgesamt 5 Jahre Zeit und ich habe in den letzten 4 davon kein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass ich kurz vorm Nerventod stehe. Das ist alles machbar und unterscheidet sich, zumindest bei mir, nicht allzu stark von einem Diplomstudiengang.

Deshalb braucht auch niemand mit mir Mitleid zu haben oder mir einreden, man könnte ohne Gehirndoping heute doch gar nicht mehr mithalten. Und mit den Studienbedingungen hier kann das so viel auch nicht zu tun haben, denn diese Trenddroge kommt doch aus den USA. Für mich rechtfertigt überhaupt nichts den Konsum von Drogen. Wenn man schon im Studium überfordert ist, wird man später im Berufsleben wohl koksen müssen um den Tag durchzustehen.

» Sippschaft » Beiträge: 7575 » Talkpoints: 1,14 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Was genau soll deiner Meinung nach denn unter Gehrindoping verstanden werden? So ganz klar ist mir nämlich nicht, was du damit meinst.

Meiner Meinung nach gibt es Leute, die sind fürs studieren nicht geschaffen. Die stehen dann so unter Druck, dass es gar nichts werden kann. Teilweise wird der Druck noch verschärft durch andere Faktoren - aber man kann kaum sagen, dass das Bachelor- Mastersytem daran Schuld sein muss. Diplom war auch schon sehr anspruchsvoll.

Zwei Jahre geht auch kein Bachelorstudium. Das sind in der Regel 6 Semester und da kann man das schon schaffen. Manche brauchen diese Zeitvorgabe auch einfach, weil sie sich sonst viel zu lange Zeit lassen würden - und das kanns dann ja auch nicht sein.

Desweiteren kann man im Notfall und bsp. bei einem psychischen Problem ja auch ein Semester aussetzen.

Benutzeravatar

» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge



Mit Gehirndoping ist wohl vor allem die Einnahme des Medikaments Ritalin gemeint. Das ist ein Problem, da das Zeug süchtig macht und im Grunde nichts anderes als eine Droge ist. Es gibt auch schon Untersuchungen in den USA, die davon ausgehen, dass dort bis zu einem Viertel der Studenten solche Medikamente verwenden.

Was ich ablehne, ist die "Entschuldigung", der Konsum würde wegen der Umstellung auf die Bachelor- und Masterabschlüsse steigen. Eine Behauptung, früher hätten die Studenten 4 bis 5 Jahre Zeit gehabt und heute müsste das Studium in 2-3 Jahren absolviert werden, ist schlichtweg unseriös. Diplomstudiengänge an Uni und FH hatten eine Regelstudienzeit von 8 Semestern. Real waren es zumeist zumindest an der Uni mehr. Im zweigliedrigen Bachelor-/ und Mastersystem haben beide zusammen eine Regelstudienzeit von 10 Semestern und sind damit mit dem früheren realen Studienzeiten des Uni-Diploms durchaus vergleichbar.

Der Bachelor-Abschluss hat an der Uni einen Umfang von 6 Semestern und an der FH von 7 Semestern. Bachelorstudiengänge, die 2 Jahre dauern, gibt es schlichtweg nicht. An der FH ist beim Bachelor gegenüber dem Diplom ein Praxissemester weggefallen. Dieses haben früher aber bereits sehr viele Studenten erlassen bekommen (z.B. wegen einer Lehre). Das frühere FH-Diplom und der Bachelor-Abschluss sind also durchaus vergleichbar.

An der Uni hat der Bachelor-Abschluss 6 Semester. Dieser ist aus meiner Sicht durchaus nicht mehr mit dem alten Diplom vergleichbar. Das trifft eher für den Bachelor inklusive Master zu. Den Bachelor-Abschluss halte ich aber auch nicht mit dem früheren Vordiplom vergleichbar. Das frühere Vordiplom hat mehr oder weniger den Halbzeitstand nach vier Semestern wiedergegeben. Es war aber nicht berufsqualifizierend und daher auch im Grunde nichts wert. Der Bachelor-Abschluss ist also im zeitlichen und inhaltlichen Vergleich wesentlich mehr als ein früheres Vordiplom an der Uni.

Aber resultiert daraus zwangsweise mehr Leistungsdruck? Und ist das "Ritalin-Problem" jetzt plötzlich mit der Umstellung aus Bachelor-/Master aufgetaucht? Beide Fragen kann man wohl getrost zumindest weitgehend verneinen. Diese einfache Logik "mehr Ritalin wegen dem Bachelor" ist naiv.

» ronald65 » Beiträge: 712 » Talkpoints: 3,45 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Moment mal! Das stimmt zwar, dass ein Studium mit Bachelor und Master genau so lange dauert wie auf Diplom, aber der höhere Leistungsdruck liegt wohl daran, dass nach dem Bachelor gesiebt wird und nicht alle einen Master machen können. Als man noch auf Diplom studiert hat konnte man sicher sein, dass man nach dem Vordiplom auch ein Hauptstudium machen kann. Aber jetzt sollen nur noch 20-30% einen Master machen. Der Master ist aber für viele Berufe die Zugangsvoraussetzung. Aber ob Studenten deshalb Ritalin einnehmen bleibt unklar. Beispielsweise sollen das auch viele Mediziner nehmen und die haben ja noch gar keinen Bachelorstudiengang, wenn sie nicht in Oldenburg studieren.

» Patrick87 » Beiträge: 25 » Talkpoints: 12,29 »


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^