Supermarkt-Gesetzmäßigkeiten

vom 03.11.2022, 12:07 Uhr

Im Laufe von Jahren, in denen ich den Wocheneinkauf für die Familie erledige, sind mir bestimmte Dinge aufgefallen. Ich habe die mal mit Augenzwinkern in drei "Gesetzen" zusammengefasst. Dabei ist das Grundgesetz "Die andere Warteschlange ist immer schneller" nicht mit berücksichtigt.

Lammiaumas drei Basissätze für das Anstehen an der Supermarktkasse

Erster Basissatz für die Supermarktkasse
(Supermarktkassenproblemhauptsatz):
In der Warteschlange vor dir wird jemand an der Kasse ein Problem haben.

Zweiter Basissatz für die Supermarktkasse
(Supermarktkassenproblemerhaltungssatz):
Wenn vor dir niemand an der Kasse ein Problem hat, wirst du an der Kasse ein Problem haben.

Dritter Basissatz für die Supermarktkasse
(Supermarktkassenproblemwiederholungssatz):
Wenn vor dir niemand an der Kasse ein Problem hat und du an der Kasse auch kein Problem hast, wirst du nach dem Bezahlen feststellen, dass du etwas vergessen hast und du erneut zurück in den Supermarkt musst.

Kennt ihr noch andere "Gesetzmäßigkeiten", die beim Einkauf im Supermarkt zu beobachten sind?

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» Lammiauma » Beiträge: 27 » Talkpoints: 6,65 »



Ich nur eine Gesetzmäßigkeit. Wenn die Durchsage kommt, dass Kasse X öffnet, dann werden Rentner zu Sprintern. :lol: Und dann stehen sie an der angesagten Kasse oft länger an, als ich selbst, die nur in der vorhandenen Schlange nach vorne aufgerückt sind. Deine Gesetzmäßigkeiten kann ich für mich nicht so bestätigen. Scheinen also Personenbezogen sein. :mrgreen:

» Punktedieb » Beiträge: 17963 » Talkpoints: 14,71 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Es gibt ja auch die berühmten selbst erfüllenden Prophezeiungen. Wenn ich schon beim Betreten des Konsumtempels davon ausgehe, dass jetzt gleich alles schiefgeht, was schiefgehen kann, nehme ich die Erfahrung auch so wahr. Aber was bringt mir das?

Ich kenne es wie alle Supermarktkunden, dass das Schnaufen und Füße scharren in der Kassenschlange schon nach drei Sekunden anfängt, nur weil ein etwas älterer Mensch beim Bezahlen und Eintüten einfach nicht mehr so flott unterwegs ist oder (Katastrophe!) ein neues Kassenzettel Dings eingelegt werden muss. Was, wie gesagt, drei Sekunden dauert.

Ich verstehe auch nicht, wieso ausgerechnet ein simpler Einkauf für manche so eine nervenaufreibende Erfahrung ist. Selbst wenn es an der Kasse ein "Problem" gibt, oder ich auf halber Strecke umkehren muss, weil ich das Deo vergessen habe, solche kleinen Holperer kommen in meinem Alltag ständig vor und sind genauso schnell wieder vergessen.

» Gerbera » Beiträge: 11283 » Talkpoints: 40,06 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Punktedieb hat geschrieben:Ich nur eine Gesetzmäßigkeit. Wenn die Durchsage kommt, dass Kasse X öffnet, dann werden Rentner zu Sprintern. :lol:

Manchmal ärgert es mich ein wenig, dass meinem Eindruck nach gelegentlich die Rentner als Bremser und Störfaktoren wahrgenommen werden. Wir Menschen sind nun mal unterschiedlich schnell, geschickt und wendig. Das kann sich bei jedem von uns im Lauf des Lebens ändern. Niemand bleibt für immer fit, energisch, schwungvoll und effektiv. Ich finde daher, dass ein wenig Nachsicht gegenüber den vermeintlich Langsameren ganz sinnvoll ist.

Wenn ich also einen langsamen Rentner vor mir in der Kassenschlange habe, stört mich das nicht. Wir sind eben eine Gesellschaft aus unterschiedlich tickenden und unterschiedlich fitten Individuen. Deswegen dauert so ein Einkaufsvorgang mal länger und mal weniger lang. Ist eben so, das gehört zum Leben dazu.

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» lascar » Beiträge: 4402 » Talkpoints: 780,63 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Das Warten an der Supermarktkasse scheint uralte negative Instinkte hervorzurufen. Rein objektiv gesehen machen die paar Minuten, wenn es denn überhaupt mehr als eine Minute ist, nicht viel aus, wenn man es mit anderen Aktivitäten an dem Tag vergleicht. Das Stichwort ist vielleicht Aktivitäten.

Der Mensch mag es nicht, irgendwem oder irgendetwas völlig ausgeliefert zu sein, ohne aktiv werden zu können. Das ist ja an der Kasse der Fall. Man beobachtet oft, dass Leute sich das Gefühl geben, aktiv zu sein, indem sie nervös von einem Fuß auf den anderen hampeln, besonders bei jüngeren Leuten, oder dass sie von hinten näher rücken, was ja eigentlich überhaupt keinen Sinn macht.

Auch beobachtet man permanent seine menschliche Umgebung, auch wenn das manche vielleicht für sich leugnen. Das geschieht ganz unbewusst. Wenn man dann das Gefühl hat, dass man wie sein Hinter- oder Vordermann die Kasse hätte wechseln sollen, kommen ebenfalls ganz unbewusst Neidreflexe auf oder man hat das Gefühl, dass man hätte Einfluss nehmen können, aber dies nicht getan hat, also eine Fehlentscheidung getroffen hat, die überdeutlich sichtbar wird.

Das sind uralte Instinkte, die hoch kommen. Wenn man sich dessen bewusst ist, verschwinden die leichten Aggressionen, die man vielleicht beim Anstehen an der Kasse, hat. Denn rational sind sie nicht erklärbar, da es sich gerade im Supermarkt meistens nur um ein bis zwei Minuten handelt.

» blümchen » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


@lascar: Du hast schon mitbekommen, dass das Thema im Bereich Kurioses steht? Man sollte es also nicht all zu ernst nehmen. Aber davon abgesehen, ist mir das schon mehrfach aufgefallen, dass vor allem die älteren Mitbürger in gewissen Situationen von der Schildkröte zum Geparden mutieren, wenn es drauf ankommt. Ob das nun eine weitere Supermarktkasse ist, die öffnen wird oder wenn der Bus kommt, ist dabei völlig egal.

Ich persönlich habe nichts gegen diese Generation. Im Gegenteil, der größte Teil meiner Kunden ist weit über 70 Jahre und weiß es zu schätzen, dass sie bei mir nicht nur einkaufen können, sondern im Bedarfsfall auch anderweitig Hilfe erfahren. Und wenn es nur das Öffnen einer Dose mit Kindersicherung ist, wie ich heute den Fall hatte. Ich mache das gerne und ich nehme mir eben auch die Zeit für die Leute.

» Punktedieb » Beiträge: 17963 » Talkpoints: 14,71 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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