Sollten nur willige Organspender selbst Organe bekommen?

vom 11.01.2019, 23:14 Uhr

Eine Bekannte von mir ist dagegen, dass man ihr nach dem Tod Organe entnimmt. Sie möchte einfach nicht aufgeschnitten werden und quasi wie ein Tier ausgeweidet werden. Nun hat sie neulich eine Nierenentzündung gehabt und meinte, dass sie ja hofft, dass die Nieren wieder richtig arbeiten nach der Erkrankung. Nicht, dass sie noch eine neue Niere braucht. Meine Bekannte ist in dieser Hinsicht etwas sehr ängstlich.

Ich habe mich in dem Moment gefragt, ob es wirklich fair ist, dass jemand dagegen ist seine Organe nach dem Tod entnommen zu bekommen, aber selbst gerne Organe annehmen würde, wenn man sie braucht. Für mich ist da das Geben selbstverständlich, wenn man auch Nehmen würde.

Wie seht ihr das? Sollte jemand, der keinen Organspendeausweis hat, weil er seine Organe niemals geben würde aber Organe bekommen können oder sollten solche Menschen, die nicht spenden wollen auch keine Spende bekommen? Wäre das wirklich fair? Ich bin da sehr zwiegespalten.

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» Diamante » Beiträge: 41439 » Talkpoints: 122,25 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich sehe das schon differenzierter. Denn es gibt ja auch Erkrankungen, sodass man weder Blut noch Organe spenden darf. Darunter fällt zum Beispiel Malaria oder Gelbsucht. Wenn man also krankheitsbedingt gar nicht spenden dürfte, warum sollte man nicht trotzdem profitieren dürfen von einer Organspende?

Wobei ich finde, dass man die Organspende strenger regeln sollte. Ich bin zum Beispiel dafür, dass man Raucher kategorisch voin der Spende ausschließt. Ich habe schon von einigen Fällen gelesen, wo eine Lunge von einem Raucher transplantiert worden ist und der Organempfänger dann später Lungenkrebs bekommen hat und eines qualvollen Todes gestorben ist.

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» Täubchen » Beiträge: 30059 » Talkpoints: 2,54 » Auszeichnung für 30000 Beiträge


Täubchen hat geschrieben:Ich sehe das schon differenzierter. Denn es gibt ja auch Erkrankungen, sodass man weder Blut noch Organe spenden darf. Darunter fällt zum Beispiel Malaria oder Gelbsucht. Wenn man also krankheitsbedingt gar nicht spenden dürfte, warum sollte man nicht trotzdem profitieren dürfen von einer Organspende

@Täubchen, deswegen habe ich ja auch geschrieben "willige" Menschen. Wenn jemand nicht spenden darf und dennoch willig wäre zu spenden, was dann auch vom Arzt bescheinigt werden muss, wäre es was anderes. Aber wer es kategorisch ablehnt zu spenden, sollte derjenige ein Organ erhalten dürfen?

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» Diamante » Beiträge: 41439 » Talkpoints: 122,25 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Klar, lösen wir das Solidarprinzip doch einfach auf! Nur wer bereit ist, Organe und Medizinprodukte zu liefern, darf auch welche bekommen. Aber denkt daran, Knochenchips zum Knochenaufbau beispielsweise bei Zahnimplantaten und so weiter gibt es auch nur für Organspender, sonst ist das unfair. Das gilt auch für Sehnen, Knorpel, Blutgefäße und Herzklappen.

Da können wir dann auch gleich weitermachen. Keine Krebsoperation, Chemo oder Bestrahlung für Raucher, Sportverletzungen zahlt jeder selbst und so weiter. Und wie soll man das eigentlich regeln? Wie lange muss jemand potenzieller Spender sein, bevor er ein Organ haben kann? Und sollte man nicht auch gleich einschränken, wer das Organ haben darf? :lol:

» cooper75 » Beiträge: 11101 » Talkpoints: 361,70 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Na ja, ich finde es schon etwas paradox wenn jemand sich so abfällig über Organspenden äußert, es aber als selbstverständlich erachtet, dass sich andere "aufschneiden und ausweiden" lassen wenn er dadurch einen Vorteil hat. Aber vielleicht ändert man so eine dumme und unreflektierte Meinung auch wenn man selber mal in die Situation kommt, dass man eine Organspende benötigt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22056 » Talkpoints: 85,40 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


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