Sind Serienmörder ein modernes Phänomen?
Ich habe kürzlich die Aussage gelesen, dass Serienmörder doch exklusiv ein modernes Phänomen wären. Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Mag sein, dass nicht jeder Serienmörder es (namentlich) geschafft hat, in die Weltgeschichte einzugehen, das muss aber doch nichts heißen.
Was meint ihr dazu? Meint ihr, dass es schon immer Serienmörder gab oder ist das eher ein modernes Phänomen? Kennt ihr vielleicht Beispiele von früheren Serienmördern, die vielleicht sogar in die Geschichte eingegangen sind?
Das habe ich so aber auch anders gelesen. Der Hype und die Faszination, die intensive Beschäftigung mit dem Phänomen mögen vielleicht ein Umgang aus der Neuzeit sein, aber Leute, die in Serie andere umbringen, wird es immer schon gegeben haben. Möglicherweise waren die Verbrechen nur ein wenig anders geprägt, wurden nicht so schnell entdeckt, wenn ein Reisender durch das Heilige Römische Reich zog und dort sein Unwesen trieb.
Wie soll die Gerichtsbarkeit in Worms erfahren, dass 300 Kilometer weit weg und ein Jahr später zwei oder drei ähnliche Morde passierten? Außerdem wird auch in Kriegswirren viel untergegangen sein. Wer sich in den Armeen verdingte, hatte auch gute Chancen gar nicht aufzufallen, wenn er Leib und Leben anderer schändete. Man darf auch nicht vergessen, dass der Wert eines Lebens und der Umgang mit dem Tod früher ein ganz anderer gewesen ist.
Wenn man zum Beispiel Lydia Benecke und ihren Vorträgen Glauben schenkt, hat es Serienmord in jedem Zeitalter und jeder Kultur der Welt schon gegeben und jedes Verbrechen, was heute vorgekommen ist, hat sich irgendein anderes gestörtes Gehirn der Vergangenheit schon einmal ausgedacht.
Der Hype um Serienmörder ist sicherlich eher "modern", wenn man zumindest das Viktorianische Zeitalter als modern einstuft. Aber aus dem ersten Jahrhundert nach Christus ist Locusta über liefert. Die war Serien- und Auftragsmörderin und damit bestimmt nicht die erste.
Gilles de Reis kämpfte mit Jeanne d'Arc und brachte mehr als 100 Kinder um. Das ist nun auch rund 600 Jahre her. 100 Jahre später hat Elisabeth Barthory wahrscheinlich ziemlich viele Frauen um die Ecke gebracht. Das finde ich nun alles nicht modern.
Serienmörder wird es immer schon gegeben haben, allerdings kann man es in der modernen heutigen Zeit schneller herausfinden, hat Analyseverfahren und kann das Ganze auswerten und beschreiben, das fasziniert die Leute natürlich und man beschäftigt sich eher mit dem vermeintlich Bösen im Menschen. De Vernetzung der Länder untereinander ist natürlich auch besser, so kann man eher nachvollziehen, wenn jemand in verschiedenen Orten und Ländern mordet.
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