Reaktion auf Bezichtigung der Lüge?

vom 15.11.2019, 18:42 Uhr

Ich bin von Beruf Systemadministrator und arbeite seit einigen Jahren mit einem Kollegen zusammen. Jetzt war ich im Juli im Urlaub und habe in einer Mail darum gebeten, dass meine Kollegen einen PC neu aufsetzen sollten, wie es bei uns Gang und Gebe wäre. Nach meinem Urlaub hat mein Kollege dann mit einem anderen Rechner als den den ich vorgesehen habe, herumgewedelt und hat mit dem Anwender alles geklärt. Somit war das Thema dann für mich durch, da ich dachte, die Sache läuft jetzt.

Jetzt, fast ein halbes Jahr später, kommt der Kollege an und fragt mich, wie der Stand ist. Als ich meinte, dass er das doch geklärt habe und der Rechner seit September fertig sein sollte, hat er mich der Lüge bezichtigt. Er meinte auch, dass dies meine Aufgabe gewesen wäre. Ich habe einfach meine Arbeit weitergemacht und den PC nicht angerührt, weil für mich alles geklärt war, was ich ihm auch gesagt habe. Ich habe Angst, dass ich am Montag explodiere, möchte mich in diese Sache aber nicht reinhängen. Das Problem ist, dass dieser Mensch gut mit anderen reden kann und so tut als wäre er der Held vom Erdbeerfeld. Ich bin nicht der diplomatischste Mensch und gehe auch gerne mal an die Decke, was aber besser geworden ist.

Schriftlich gibt es diese Diskussion leider nicht, aber ich habe tierisch Angst vor Montag, dass er mir wieder blöd ankommt. Besonders, weil wir ab ersten November einen neuen Chef haben und ich auch Angst habe, dass es mir falsch ausgelegt wird. Ich möchte diesen Rechner nicht installieren, da ich ja gar nichts dazu geklärt habe und möchte nur noch meiner normalen Arbeit nachgehen. Aber am Montag gibt es bestimmt wieder Streit und darauf habe ich auch wieder keine Lust, weil ich aktuell nicht streitresistent bin.

Hat einer von euch eine Idee? Wie kann ich dieser Diskussion entkommen oder wie soll ich mit dem Ganzen umgehen? Einerseits ist es blöd, dass der Kollege seit Monaten auf den Rechner wartet, aber andererseits hat der Kollege sich ja eingemischt.

» Colatrinker » Beiträge: 5 » Talkpoints: 2,45 »



Besonders diplomatisch klingt es für mich nicht, wenn der Kollege dich direkt der Lüge bezichtigt. Wenn man jedoch keine gegenteiligen Beweise hat, sind solche Streitigkeiten nur destruktiv und du willst ja sicher weiterhin dort friedlich arbeiten. Ich finde es gut, das du deine Schwächen klar erkennst und auch eindeutig erklärst was du willst oder was du nicht willst. Vielleicht könntest du auf den Kollegen nochmals zugehen, ihm erklären das hier offensichtlich ein Kommunikationsproblem vorlag und ihn darum bitten den PC doch noch zu bearbeiten.

Ich frage mich allerdings, warum du so dagegen bist den PC einfach selbst zu erledigen. Die einfachste Lösung wäre nämlich, das Problem selbst so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen, sich für die Verspätung zu entschuldigen und alles wäre gut. Es ist nicht immer einfach aus seiner Komfortzone auszubrechen, aber gerade auf der Arbeit sollte man sich nicht nur die einfachen oder angenehmeren Arbeiten heraussuchen. Kollegen könnten einem das irgendwann übel nehmen. Ich bin in solchen Situationen immer ehrlich und sage meinen Kollegen einfach, wenn ich etwas nicht erledigen will und frage ob jemand anderes bereit wäre. Wenn sich aber keiner erbarmt, muss ich halt selber ran.

Natürlich kann es auch sein, das der Kollege dich mit voller Absicht in die Pfanne hauen wollte und dann wäre es vielleicht richtig, das nicht auf sich sitzen zu lassen. Wenn du zumindest die Email noch hast, in der du ihn darum bittest, diesen PC zu übernehmen, so wäre das doch schon mal ein Anfang. Ich bin kein Systemadministrator, aber das krieg sogar ich noch hin. Sollte der Kollege weiter zetern und dich der Lüge bezichtigen, würde ich mit der Mail zu einem Vorgesetzten gehen. Du siehst, ich habe auch keine Patentlösung, aber für was du dich auch entscheidest, versuch ruhig und souverän aufzutreten. Ich drücke dir die Daumen.

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» Pikalina » Beiträge: 723 » Talkpoints: 61,37 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es hat nichts mit Komfortzone zu tun, ich habe aktuell mal wieder über 50 PCs in der Pipeline, die ich noch einrichten und ausliefern muss. Daher war ich eigentlich sehr froh, dass der Kollege mir diesen einen PC zumindest abnehmen wollte, so hatte ich ihn halt mal aus dem Kopf. Die entsprechenden E-Mails zu dem Thema existieren zudem noch, außerdem muss ich Arbeitsberichte führen, in denen drinsteht, was ich am Tag so gemacht habe. In meinen Vorbereitungen dafür vermerke ich auch manchmal solche Dinge, kann also sein, dass es sogar einen Vermerk dazu gibt.

Zwischenzeitlich hatte ich leider einen gebrochenen Arm und konnte die Rechner nicht so schnell bestücken und ausliefern wie ich es denn wollte, da es mein linker Arm war, mit dem ich halt auch schreibe und der allgemein stärker ist. Ich werde mir am Montag Morgen auf jeden Fall mal Rescue Tabletten oder sowas nehmen, damit ich etwas ruhiger bin und nicht gleich hochgehe. Und sollte er mich weiterhin der Lüge bezichtigen, dann suche ich einen anderen Weg. Irgendwann muss man halt mal einen Cut machen, auch wenn es sich um Kollegen handelt. Sowas ermüdet ungemein.

» Colatrinker » Beiträge: 5 » Talkpoints: 2,45 »



Ich bin im Job ja immer sehr diplomatisch, muss man mit Verantwortung für ein Team wahrscheinlich auch sein, und habe generell die Erfahrung gemacht, dass es nicht viel bringt wenn man nachtragend ist.

Ich würde dem Kollegen wohl einfach sagen, dass ich es nicht nett finde wenn ich als Lügnerin bezeichnet werde, dass ich aber auch keine Lust habe weiter auf dem Thema herum zu reiten. Ich habe meine Version, er hat seine, Tatsache ist, dass die Arbeit gemacht werden muss. Also würde ich einen Cut machen und mich darauf konzentrieren mit dem Kollegen zusammen die Arbeit zu organisieren.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23910 » Talkpoints: 86,23 » Auszeichnung für 23000 Beiträge



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