Nach Operation schwierig Blase neu trainieren zu müssen?

vom 29.11.2018, 10:27 Uhr

Es kommt ja vor, dass man operiert werden muss und die Schließmuskel dabei in Mitleidenschaft gezogen werden oder sogar ganz entfernt werden müssen. Beim Mann ist das bei einer Prostataoperation so. Wenn ich es richtig verstanden habe, fehlt danach einer der Schließmuskel für die Blase. Es soll dann häufig zu einer Inkontinenz kommen, die teilweise aber nur vorübergehend ist.

Die Patienten können anschließend durch ein Training wieder lernen, die Blase zu steuern und den Harndrang etwas zu kontrollieren. Ich stelle mir das recht schwierig vor und frage mich, wie so ein spezielles Training dann aussieht. Bei Frauen hört man ja durchaus nach Geburten davon, dass diese dann ein Beckenbodentraining machen. Aber wie sieht das bei einem Mann aus?

Ist es durchaus schwierig nach einer Operation die Blase neu zu trainieren? Wie sieht so ein Training aus? Welche Faktoren spielen eine Rolle, wie gut das klappt und wie hoch die Erfolgschancen dabei sind? Bleiben viele nach einem Eingriff inkontinent? Oder ist das eher ein kleiner Teil? Ist das Training durchaus erfolgreich?

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» Nelchen » Beiträge: 29867 » Talkpoints: 2,68 » Auszeichnung für 29000 Beiträge



Es ist definitiv schwierig. Wie so ein Kontinenztraining beim Mann aussieht, kann ich dir nicht genau sagen, aber ich glaube, dass es in vielen Fällen nicht erfolgreich ist. Durch meine Arbeit im Krankenhaus habe ich viel mit Männern zu tun und eben auch viele dabei, die eine solche OP an der Prostata hinter sich haben (man erfährt ja immer die ganze Krankengeschichte...). Da ist es bei einem Großteil der Fall, dass sie nach der OP nicht wieder kontinent werden beziehungsweise nicht komplett. Größere Mengen an Urin werden beim Toilettengang abgegeben, aber trotzdem kommt es oft vor, dass über den Tag hinweg kleine Mengen (fast) kontinuierlich fließen und die Männer dann entsprechende Binden und Vorlagen benutzen müssen.

Im Großen und Ganzen ist es ein sehr unschönes Thema und für die Betroffenen sehr unangenehm. Ich habe viele erlebt, die sich dann auf Dauer einen Katheter legen lassen haben, der permanent in der Blase verbleiben kann. Durch die ständige Inkontinenz riechen die Patienten oft, trotz entsprechender Hygiene, sehr schnell nach Urin und dies ist für sie selbst extrem unangenehm, da sie Angst haben, dass es jedem auffällt.

» Hufeisen » Beiträge: 4669 » Talkpoints: 4,94 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Hufeisen, so dramatisch ist die Lage nun auch nicht. Ein Jahr nach der Operation sind nur noch zwei bis zehn Prozent der Männer von Inkontinenz betroffen, die meisten sind schon nach drei Monaten wieder dicht. Es kommt halt auf die Größe und Lage des Tumors und die Erfahrung des Chirurgen an.

Fehlt die Prostata, wird der Beckenboden schwächer. Der Blasenhals weiter sich auf und der innere Schließmuskel kann den Druck nicht halten. Außerdem lässt sich nicht immer eine Verletzung oder teilweise Abtragung des Muskels vermeiden. Beckenbodentraining hilft, die Situation zu verbessern. Das ist bei Männern auch nicht komplizierter als bei Frauen. Außerdem haben Männer die Möglichkeit, ein Verschlusssystem mit Steuerung im Hodensack zu nutzen.

» cooper75 » Beiträge: 10581 » Talkpoints: 179,38 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



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