Mit Beschleunigung des Ausbaus der Solarenergie rechnen?

vom 18.09.2022, 08:22 Uhr

Ich weiß nicht, wieso der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Anlagen nicht schneller geht. Es gibt so viele Stellen, die man dafür benutzen könnte. Neulich war ich auf einem Vortrag, in dem so nebenbei erwähnt wurde, dass Kirchendächer hervorragend für Photovoltaik geeignet sind, da sie fast immer ihre Breitseite nach Norden und Süden gerichtet haben, die Dächer eine optimale Neigung besitzen und wegen ihrer Höhe durch keinen Schatten bedeckt werden. Es gibt immer mehr, auch alte, Kirchen, die sich mit dem Denkmalschutz auf die Errichtung einer solchen Anlage einigen können.

Rechnet ihr im Zuge der Energiekrise mit einer deutlichen Beschleunigung bei der Genehmigung und dem Bau von Anlagen für Solarthermie und Photovoltaik? Wo gibt es in eurer Umgebung, vielleicht sogar am eigenen Haus, Solaranlagen? Ist eure Kirche mit einer Solaranlage ausgestattet?

» blümchen » Beiträge: 4733 » Talkpoints: 75,34 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Das große Problem liegt ja gar nicht mal an dem Willen den Ausbau zu beschleunigen. Hauptsächlich gibt es ja einfach gar keine Ressourcen dafür. Entweder man findet keine Handwerker oder die Handwerker wollen nur Großprojekte, weil ich kleine Projekte nicht so lohnen und selbst wenn man dann jemanden gefunden hat, der einem gerne eine Anlage auf das Dach bauen würde kommt schon die nächste Hürde. Der Handwerker sagt dann, dass er zwar jetzt Zeit hätte, aber einfach keine Solarpaneele heran bekommt und er Bestellzeiten von einem halben Jahr bis zu einem Jahr hat. Alles im Bekanntenkreis schon erlebt.

Ich glaube derzeit sind wir da einfach an einem Flaschenhals angekommen wo fehlendes Personal und Material den Ausbau einfach ausbremst. Also selbst wenn wir jetzt sagen würden, wir wollen den Ausbau beschleunigen und oder wir fördern das noch mehr, damit sich mehr Menschen und Firmen Solaranlagen auf das Dach bauen, werden wir trotzdem nicht schneller werden.

Das wurde einfach in den letzten Jahren verschlafen, als es Kapazitäten gegeben hätte. Da hat man ja auch zu gesehen wie die einheimischen Solarhersteller Pleite gegangen sind. Heute wäre man froh, wenn Firmen wie seinerzeit Q-Cells noch hier eine große Massenproduktion hätten und würde dafür wohl jetzt auch die höheren Preise bezahlen, die die Fertigung in Deutschland damals aufgerufen hat.

Aber das Rad lässt sich halt nicht zurück drehen und in Schwung kriegst du das eben auch nicht von Jetzt auf Gleich. Die Produktion hier neu anzusiedeln dauert Zeit, die Asiaten werden auch nicht unbegrenzt mehr produzieren können und Handwerker bildest du eben auch nicht in ein paar Wochen aus.

Also im Endeffekt kannst du eben nur darauf setzen, dass es wahrscheinlich nicht schneller gehen wird mit dem Ausbau, der Ausbau aber dann wenigstens mit gleicher Geschwindigkeit durchgehalten werden muss und nicht in einem Jahr eine neue Idee kommt, weil dann grüner Wasserstoff billiger ist und wir den Ausbau dann wieder schleifen lassen.

» Klehmchen » Beiträge: 5468 » Talkpoints: 1.003,22 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Das Problem sind nicht nur die Handwerker, sondern einfach dass nicht genügend Module hergestellt werden können, um die Nachfrage zu decken. Teilweise hat man hier schon Wartezeiten von sechs Monaten und mehr. Aber das ist nicht das einzige Problem dabei. Denn nur weil die Ausrichtung und die Neigung eines Daches passen, heißt das noch nicht, dass auch der Dachstuhl das Mehrgewicht der Solaranlagen tragen kann.

Zudem kommt auch noch der Brandschutz dazu. Ein Gebäude, welches Solaranlagen auf dem Dach hat, kann im Fall der Fälle nicht so gelöscht werden, wie es üblich ist. Da könnte gerade bei Kirchen auch der Denkmalschutz die Sache unterbinden. Also entsprechende Dachflächen sind eine Sache. Die Materialien und behördliche Vorgaben sind eine andere Sache dabei.

» Punktedieb » Beiträge: 17425 » Talkpoints: 40,51 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



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