Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahre durchsetzen?

vom 09.04.2018, 15:12 Uhr

Aktuell wird diskutiert, ob es nicht zukünftig ein Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahren geben soll. Die Mädchen würden so zu früh sexualisiert werden und könnten ab 14 dann selbst entscheiden. Mit 14 können sich Kinder auch anscheinend zu welcher Religion sie gehören möchten.

Was haltet ihr von dem Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahre? Findet ihr das durchaus sinnvoll? Meint ihr, dass es mehr Freiheit für die Mädchen bringt? Können sie dich dadurch auch freier für eine Religion entscheiden? Oder meint ihr, dass das alles nichts ändern wird?

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» Nelchen » Beiträge: 26041 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Ich habe gestern eine rund 12-jährige beim McDonald's gesehen, die ein Kopftuch trug, das wie ein Küchentuch aussah. Der Vater war total westlich drauf und sein weiblicher Anhang war mit Kopftuch bedacht. Nur das so 3-jährige Mädchen trug kein Kopftuch. Ehrlich gesagt, sind mir diese Leute vollkommen egal, denn sie integrieren sich Null in unsere Gesellschaft und ich muss mit Ihnen auch nicht verkehren. Sie zeigen nur mit dem Kopftuch, dass in manchen Bezirken die Moslems schon in der Mehrheit sind.

» celles » Beiträge: 7014 » Talkpoints: 5,87 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich halte so ein Kopftuchverbot für Kinder bis 14 Jahren für nicht durchsetzbar. Wie soll man das denn kontrollieren? Wir haben die allgemeine Schulpflicht, also kann man nicht einfach die Mädchen vom Unterricht ausschließen, nur weil sie mit Kopftuch zur Schule kommen. Die Polizei hat auch besseres zu tun, als sich um solche Sachen zu kümmern, auch wegen der Unterbesetzung. Wie soll das denn ablaufen?

Abgesehen davon verstehe ich nicht, was das mit der Sexualisierung von Mädchen zu tun haben soll. Die meisten Mädchen und jungen Frauen mit Kopftuch tragen doch eher Kleidung, die alles bedeckt bis auf Gesicht und Hände und sind damit alles andere als aufreizend oder erotisch gekleidet. Was daran sexualisierend sein soll erschließt sich mir nicht.

Hinzu kommt, dass die Prägung dennoch zu Hause stattfindet, selbst wenn man das Kopftuch bis 14 Jahren nicht tragen darf. Man unterschätzt die kulturelle Prägung und die hierarchischen Strukturen. Mag sein, dass einzelne Individuen sich da durchaus emanzipieren können, aber ich glaube, dass das eher die Ausnahme als die Regel sein wird. Ich kenne zum Beispiel eine Muslimin, die auch schon früh mit dem Tragen des Kopftuchs angefangen hat und sie hat immer behauptet, dass das freiwillig wäre und sie niemand dazu gezwungen hätte. Wer will beweisen, ob das stimmt? Man steckt in diesen patriarchalen und hierarchischen Strukturen nicht drin und so etwas legt sich erst nach mehreren Generationen und nicht von heute auf morgen, nur weil ein Gesetz beschlossen worden ist.

@Celles: Du gehörst auch zu den Menschen, die Integration und Assimilation synonym betrachten. Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe. Du solltest dich in der Hinsicht näher informieren, deine Aussagen sind peinlich und absolut bildungsfern.

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» Täubchen » Beiträge: 16084 » Talkpoints: 0,65 » Auszeichnung für 16000 Beiträge



Jeder hat seine eigenen Ansichten und da kannst Du Täubchen auch Deine peinlichen Kommentare bleiben lassen. Wenn Du im Iran bist, musst Du selbst ein Kopftuch tragen, auch wenn Du als Tourist ein Christ bist. Bei uns ist das Kopftuch nicht verboten, aber wird es demonstrativ getragen, weil man einfach hier so leben will, wie daheim. Das ist peinlich und bildungsfern. Vielleicht solltest Du mal die Augen aufmachen und einsehen, wie sich das bei uns verhält. In Turkmenistan, einem muslimischen Land darf der Muezzin nicht einmal schreien, niemand muss ein Kopftuch tragen und lange Bärte sind bei Strafe verboten. Wenn das bei uns so wäre, gäbe es wieder Aufschreie von diversen Seiten. :scep:

» celles » Beiträge: 7014 » Talkpoints: 5,87 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



@celles: Du kannst doch nicht die Anpassung von Touristen mit den kulturellen Begebenheiten vor Ort mit der Integration von Migranten in einem Land vergleichen, die dort dauerhaft leben möchten.

Als Tourist sucht man sich keinen Job vor Ort, man zahlt keine Einkommensteuer, man ist nicht bei den Behörden registriert, man muss nicht die Sprache lernen, um sich zu integrieren. Das ist bei Migranten, die dort aber leben wollen, ganz anders. Da nimmt man dann auch das Bildungsangebot in Anspruch wie Kindergärten, Schulen und dergleichen.

Man ist hier gemeldet und da ist es klar, dass man sich integrieren muss, um Teil der Gesellschaft zu werden. Das kannst du aber nicht damit vergleichen, dass man aus Respekt kulturelle Gepflogenheiten als Tourist im Ausland übernimmt, um den Einheimischen vor Ort nicht auf die Füße zu treten.

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» Täubchen » Beiträge: 16084 » Talkpoints: 0,65 » Auszeichnung für 16000 Beiträge


Wer sich hier nicht anpassen will, sollte sowieso wieder gehen. Das Kopftuch wird in der Scharia vorgeschrieben und die ist hier verboten. Man muss schon ziemlich naiv und blind sein, wenn man nicht sehen will, dass hier eine Denkweise einwandert, die unsere Demokratie ablehnt. Wer demonstriert denn hier in Deutschland gegen Israel? Dies sind doch fast nur noch Araber und Türken, wobei auch Erdogan den Spruch "Kindermörder Israel" losgelassen hat. Vor 90 Jahren haben sich viele auch gefragt, was Hakenkreuze und braune Uniformen uns schaden sollen. Vielleicht sollte man einfach mehr danach fragen, was dahinter steckt. Bei Verboten heißt es immer wieder, dass man dies nicht durchsetzen könne. Sollen wir etwa vor der Scharia kapitulieren?

» Juri1877 » Beiträge: 5062 » Talkpoints: 11,40 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Täubchen hat geschrieben:Abgesehen davon verstehe ich nicht, was das mit der Sexualisierung von Mädchen zu tun haben soll. Die meisten Mädchen und jungen Frauen mit Kopftuch tragen doch eher Kleidung, die alles bedeckt bis auf Gesicht und Hände und sind damit alles andere als aufreizend oder erotisch gekleidet. Was daran sexualisierend sein soll erschließt sich mir nicht.

Ein Kopftuch ist in diesem Bereich extrem sexualisierend, wenn man es kleinen Mädchen aufsetzt. Das hat nichts damit zu tun, dass man verhüllt oder nicht, oder was wir nun als aufreizend ansehen. Im Islam ist das Kopftuch die Sache der Frau und nicht für Mädchen.

Erst mit Einsetzen der ersten Periode wird ein Mädchen selbst für sich vor Allah verantwortlich. Gleichzeitig wird es zur Frau, das ist in unserem Kulturkreis ja gar nicht so anders. Das Mädchen (neutrum) verwandelt sich in die Frau (feminin) und laut kanonischem Recht ist in der katholischen Kirche ein Mädchen bis heute ab 14 Jahren ehemündig und damit eine Frau. Dass wir das mittlerweile anders sehen und handhaben, gilt für doch nur für den öffentlichen Teil des Lebens. Mütter sagen auch hier noch zu ihren Töchtern: Jetzt bist du eine Frau.

Deshalb gilt normalerweise, dass eine Muslimin mit Kopftuch die Geschlechtsreife erreicht hat. Folglich wird ein Kind, dass man mit Kopftuch ausstattet, zwangsläufig frühsexualisiert. Im Prinzip entspricht ein kleines Mädchen mit Kopftuch in der muslimischen Welt den aufgedonnerten Püppchen bei amerikanischen Kinder-Miss-Wahlen wie hier

» cooper75 » Beiträge: 9354 » Talkpoints: 114,87 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich finde man sollte niemanden vorschreiben, ob er ein Kopftuch tragen soll und ab wann, zumindest nicht in Deutschland. Wenn man in solchen Ländern als Tourist Urlaub macht und da verlangt wird so ein Kopftuch zu tragen, dann kann man selber entscheiden, ob es mit dem eigenen Glauben und der eigenen Einstellung vereinbar ist.

Wenn wir nun aber anfangen Kopftücher für Mädchen zu verbieten, dann ist es sicherlich nicht mehr lange hin bis wir Röcke und Kleider verbieten, weil die ja anziehend wirken könnten. Man geht das Problem nicht an der Wurzel an, sondern sucht sich wieder Umwege. Weswegen will man es verbieten? Weil man damit kleine Mädchen zu Frauen macht? Ich glaube nicht, dass man das so sieht, sondern es einfach nur ein Symbol zur Bekennung des Glaubens sein soll und natürlich kann man in einem Glauben erzogen werden und dann später einen anderen Glauben wählen, weswegen ich es nicht in Ordnung finde hier mit Glaubensfreiheit und die freie Wahl dessen zu argumentieren.

Geht es hier um Pädophile, die nicht erkennen sollen, dass es keine sexy Mädchen sind? Wenn es darum gehen würde, würde man sie doch gar nicht mehr raus lassen und sie noch mehr verhüllen. Kurzum es ist lächerlich etwas verbieten zu wollen, was niemand belastet und keinen stört. Wer sich über so etwas aufregt und sagt, dass sich die Leute nicht genug anpassen hat meiner Meinung nach am besten sein zu Hause in einer Höhle. Wenn man mit anderen Menschen zusammenlebt, kann man einen gemeinsamen Nenner haben und dennoch verschieden sein. Es muss ja nicht jeder, der nach Deutschland kommt Gartenzwerge im Garten haben und pünktlich nach dem Sandmännchen im Bett sein.

Sollte man aber dennoch so komisch sein und so ein Verbot durchsetzen, was soll das bringen? Die Kinder werden zu Hause dennoch Kopftuch tragen, wenn sie wollen und diejenigen, die das gerne machen wollen, werden sich darüber ärgern hier so wenig willkommen zu sein mit ihrer Einstellung dazu. Ich finde es altbacken und überholt, wenn man Menschen verbietet irgendwie herum zu laufen und das sie einem bestimmten Schema folgen sollen, so einen Hass hatten wir schon und gut war das nicht.

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» Ramones » Beiträge: 35255 » Talkpoints: 13,34 » Auszeichnung für 35000 Beiträge


Wir verbieten doch auch Hakenkreuze oder SS-Uniformen. Die Flaggen der PKK sind eigentlich auch verboten. Die Scharia ist übrigens auch verboten. Und wer deren Ideologie verbreitet, wie es mit dem Tragen des Kopftuchs geschieht, sollte die Konsequenzen auch spüren. Warum soll ich jemanden tolerieren, der eine menschenfeindliche Ideologie verbreitet.

» Juri1877 » Beiträge: 5062 » Talkpoints: 11,40 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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