Kann man Menschen den Glauben ansehen?
Meine Eingangsfrage mag ein wenig verwirrend klingen. Wenn ich in diesem Kontext von "Glauben" spreche, dann meine ich das im Bezug auf die religiösen Ansichten und nicht in Bezug auf andere Ebenen. Ich habe festgestellt, dass man bei manchen Menschen sehr offensichtlich sehen kann, an was sie glauben.
Klassisches Beispiel sind eben muslimische Frauen, erkennbar an dem Kopftuch oder aber Zeugen Jehovas, egal ob männlich oder weiblich. Gerade bei einem Stand mit dem "Wachturm" finde ich, kann man Anhänger dieser Religion sehr leicht erkennen, aber ohne diese Indizien finde ich das schon sehr schwierig.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche Gläubige eine besondere Art von Ausstrahlung haben, von innerer Ruhe oder so etwas, aber das hat nicht jeder und ich habe so eine Ausstrahlung auch schon bei Menschen gesehen, die selbst atheistisch waren.
Findet ihr, dass man Menschen den Glauben ansehen kann? Warum? Warum nicht? Bei welchen klappt das besonders gut und bei welchen Gruppen ist das schwieriger?
Es gibt natürlich Glaubensrichtungen bei denen man das durch das Äußere gut erkennen kann, aber sonst denke ich nicht, dass man einem Menschen den Glauben ansehen kann. Entspannung oder innere Zufriedenheit kann man ja auch durch andere Dinge erfahren und so sieht man das einem Menschen sicherlich sonst nicht an, wenn dieser Mensch den Glauben nicht optisch nach außen trägt.
Man muss wahrhaftig kein Menschenkenner sein, um eine Person, die den "Wachtturm" hochhält, als Angehörige der "Zeugen Jehovas" zu identifizieren. Auch Ordensleute im Habit, egal ob Christen oder Mitglieder anderer organisierter Religionen, sind unschwer als solche zu definieren, ebenso wie Frauen mit aller Art der Verschleierung. Wenn man also ganz banal von der Art der Kleidung ausgeht, kann man natürlich oft erkennen, mit welcher Religion sich ein Mensch identifiziert.
Es gibt jedoch auch Orden, die keine Ordenstracht verwenden und Angehörige aller möglicher Religionen, die auf äußere Merkmale der Zugehörigkeit wie Kopftuch oder andere Kleidungsvorschriften verzichten, obwohl sie sich mit den Lehren und Ideen ihrer Religion dennoch sehr stark identifizieren.
Ich kenne beispielsweise etliche katholische Ordensleute, die genauso in Jeans und T-Shirt, bzw. je nach Anlass auch in Sportklamotten oder im edlen Zwirn aufzufinden sind, und dann überhaupt nicht mehr nach "Priester" aussehen, wenn man von den landläufigen Vorurteilen ausgeht.
Von daher halte ich es durchaus für reichlich naiv, zu glauben, man könne Menschen im Alltag ansehen, ob sie religiös, gläubig oder was auch immer sind, wenn sie in der Supermarktkasse stehen oder im Freibad planschen. Ich glaube auch nicht, dass es eine bestimmte Ausstrahlung oder Aura gibt, die nur Menschen vorbehalten ist, die sich mit einer bestimmten Glaubensrichtung identifizieren. Glaube muss wahrhaftig nicht immer bestimmten Klischeebildern von Abgehobenheit und innerer Ruhe entsprechen.
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