Habt ihr Vorstellungen wie lange ihr leben möchtet?
Wir hatten heute auf Arbeit die Diskussion wie alt wir eigentlich werden wollen. Dabei haben wir festgestellt, das man ab einem gewissen Alter doch irgendwie selbst für sich und sein zukünftiges Alter zuständig ist.
Denn so haben zum Beispiel Rauchen, Stress und Alkoholkonsum Einfluss auf unser Alter. Je nach Lebensgewohnheit haben wir also alle eine andere Voraussetzung. Wie alt wollt ihr werden, habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht oder ist euch das absolut egal?
Ich habe definitiv nicht das Bestreben beim Alter einen Rekord hinzulegen. 75 Jahre, wenn ich gesund bin auch 80. Aber dann reicht es mir. Ich würde lieber aufrecht ein letztes Beisammensein mit übrig gebliebenen Verwandten erleben und dann freiwillig aus dem Leben scheiden. Allemal besser als bettlägrig, mit allen möglichen Krankheiten, in einem Altenheim mit ein paar Besuchen im Monat oder Jahr.
Ich möchte mich bei so etwas nie auf eine konkrete Zahl festlegen, denn niemand kann wirklich prognostizieren, wo man mit 60 Jahren, 75 Jahren oder 90 Jahren steht und in welcher körperlichen und geistigen Verfassung man sich zu diesem Zeitpunkt befindet. Ich habe beruflich sehr viel mit alten und kranken Menschen zu tun und sehe wirklich die unterschiedlichsten Fälle: von der 95-jährigen rüstigen Oma, die sich noch komplett selbst versorgt und der man in Sachen Gedächtnis und Cleverness wirklich nichts vormachen kann, bis hin zum erst 60-jährigen Vollpflegefall, der nach einem Schlaganfall nicht einmal mehr adäquat kommunizieren kann.
Von daher würde ich eher sagen, dass ich gerne so lange wie möglich gesund, geistig fit und in meinem Alltag möglichst wenig eingeschränkt bleiben möchte. Ein Leben in Pflegebedürftigkeit und Abhängigkeit von lebenserhaltenden Maßnahmen, in dem ich nicht mehr weiß, was mit mir geschieht und wer gerade vor mir steht, stelle ich mir enorm belastend vor nicht nur für mich selbst, sondern vor allem auch für meine Angehörigen. Ob es nun Altersschwäche ist, die einen an diesen Punkt bringt, oder ein Unfall im mittleren Lebensalter, wäre dabei zweitrangig.
Es ist aber definitiv ein schwieriges Thema und eine Frage, die sich nicht ohne weiteres so leicht beantworten lässt, wenn man in einem Alter ist, in dem diese Probleme einem noch so fern erscheinen.
Ich finde es sehr schwierig eine Zahl zu nennen und denke, dass man das absolut vom Zustand abhängig machen muss. Was bringt es einen, wenn man 100 wird, aber sich nicht mehr bewegen kann oder nicht mehr geistig fit ist? Dann lebt man nur noch vor sich hin und hat nichts davon. Zeit absitzen möchte ich dann auch nicht.
Ich denke, dass es sehr schön sein kann, wenn man sehr alt wird, aber gleichzeitig auch eine Qual sein kann, wenn der Körper nicht mitspielt. Ich habe das bei meiner Ur Oma erlebt. Bis 90 ging es ihr gut, dann wurde sie dement und es war alles nur noch eine Qual, auch für sie, weil sie immer mal wieder Phasen hatte, wo ihr das ganz bewusst war.
Ich rauche nicht und trinke nicht und will auch nie damit anfangen, aber wenn ich Pech habe, werde ich vielleicht trotzdem nur 50. Das hat man nur bedingt in der Hand, weil einem auch bei gesundem Lebensstil irgendeine tödliche Krankheit treffen kann.
Ich kann auch keine Zahl nennen, wie alt ich werden will, aber unter der Voraussetzung, dass ich halbwegs gesund bleibe, würde ich gerne noch meine Urenkel kennen lernen, sofern es die überhaupt geben wird.
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