Dem Partner sagen, welche Geschenke man nicht will?

vom 24.10.2021, 22:33 Uhr

Es gibt bestimmte Geschenke, die in einer Partnerschaft Standard sind. Dabei denke ich vor allem an Schmuck oder Blumen - das sind gefühlt die typischen Geschenke, die fast jeder in einer Partnerschaft schon mal erhalten hat. Vor allem in Filmen wird dies immer wieder thematisiert und „durchgekaut“, sodass einem teilweise suggeriert wird, dass diese Geschenke „ein Muss“ sind.

Für mich selbst wären beide Geschenke absolut nichts. Ich würde mich mit Sicherheit freuen, dass mein Partner an mich gedacht hat und mir eine Freude machen wollte, aber ich könnte mit beiden Sachen nichts anfangen. Schmuck darf ich auf der Arbeit nicht tragen (Krankenschwester) und auch in meiner Freizeit am Stall beziehungsweise mit dem Hund ist es leider sehr unpraktisch.

Ich würde ihn dann wohl am ehesten verlieren und dafür ist es doch zu schade. Durch meine Arbeit bin ich sehr wenig zu Hause und würde die Blumen dann nicht mal wirklich anschauen können. Außerdem verwelken sie viel zu schnell und dafür, dass man sie dann nur wenige Tage sieht, wäre mir auch hier das Geld zu schade.

Ich habe es meinem Partner, als es sich einmal angeboten hat, gesagt, dass ich von Blumen eher nicht so viel halte und Schmuck für mich unpraktisch ist - natürlich, als das Thema gefallen ist und nicht einfach nach dem Motto „das und das will ich auf keinen Fall!“. Er hat das respektiert und wir haben beide eine Variante gefunden uns gegenseitig eine kleine Freude zu machen, die auch praktisch ist. Jedoch habe ich schon von einigen Seiten zu hören bekommen, dass es unverschämt wäre und man sich gefälligst über alles zu freuen hätte, was einem geschenkt wird.

Wie ist es bei euch? Würdet ihr eurem Partner sagen, dass ihr mit bestimmten Geschenken nicht anfangen könnt beziehungsweise ihr bestimmte Sachen nicht wollen würdet? Oder findet ihr das unangebracht, selbst wenn man es in dem „richtigen Moment“ sagt?

» Hufeisen » Beiträge: 6003 » Talkpoints: 16,55 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ich finde das absolut richtig solche Dinge anzusprechen. Ich finde auch nicht, dass man irgendetwas spielen sollte, nur um anderen Menschen ein gutes Gefühl zu geben. Wenn ich etwas blöd finde innerhalb einer Partnerschaft, dann sage ich es auch. Immerhin möchte man ja nicht immer wieder solche Dinge geschenkt bekommen und der Partner soll einen ja auch kennenlernen. An sich finde ich es aber auch gut, wenn man Alternativen nennt, was man besser findet.

So etwas sollte man schon ansprechen können. Es tut ja auch keinem weh, wenn man sagt, dass man keine Blumen geschenkt bekommen will, wenn man noch keine geschenkt bekommen hat. Auch wenn man gerade den Blumenstrauß in der Hand hält, würde ich dann schon sagen, dass das nicht so meins ist, aber ich mich dennoch darüber freue, dass da an mich gedacht wurde. Schlimm finde ich das nicht. Am Anfang der Beziehung weiß man das nun mal noch nicht und da ist es doch klar zu sagen, was man will oder nicht.

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» Ramones » Beiträge: 45900 » Talkpoints: 19,67 » Auszeichnung für 45000 Beiträge


Wenn man mit seinem Partner nicht über so etwas sprechen kann, mit wem denn dann? Und wenn man dem Partner nicht mal sagen kann, dass man keine Rosen mag, wie soll man sich dann mit dieser Person denn jemals über die "großen" Entscheidungen in der Partnerschaft unterhalten können? Heirat, Kinder, Immobilienkauf und solche Sachen?

Ich verstehe auch nicht, was dieser Glaube an Geschenke, die "ein Muss" sind und Geschenke, die "tabu" sind, soll. Mein Partner bekommt von mir jedes Jahr zu Weihnachten Socken geschenkt. Das ist ein Witz zwischen uns, der darauf basiert, dass er sich mal zum Spaß beschwert hat, dass Man(n) ja keine Socken mehr geschenkt bekommen würde und er deshalb so wenig ordentliche Socken hätte. Da wollte mir man jemand erklären, warum ich so etwas doch nicht verschenken könnte.

In meiner Partnerschaft gab es ziemlich am Anfang die Situation, dass wir ins Kino wollten und uns über das Klischee Liebesfilm oder Ähnliches beim ersten Date unterhalten haben und uns für ein Star Wars Special entschieden hatten. So war von Anfang an klar, dass Klischees in Beziehungen nicht mein Ding sind und, dass wir uns eher darüber amüsieren.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26545 » Talkpoints: 81,51 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Wer meint, dass man sich gefälligst über jedes Geschenk zu freuen hat, soll mal bitte etwas weiter denken. Mein Partner und ich sind unser halbes Leben zusammen. Jetzt stell dir mal vor, der arme Kerl schleppt seit Jahrzehnten Blumen an, die ich immer zeitnah entsorge, weil ich allergisch bin. :lol:

Wobei ich in einer Partnerschaft diese Klischee-Geschenke generell total daneben finde. Ich liebe es, dass mein Göttergatte bis heute ein Aufblitzen meiner Augen oder einen Kommentar bemerkt und mich mit solchen Dingen überrascht. Ich bemühe mich, das ebenso aufmerksam zu lösen. Außerdem haben wir ähnlich wie Cloudy Insider-Präsente. Bei uns sind das halbtote Topfpflanzen und schräge Schlüsselanhänger.

Wenn der Gatte plötzlich einfallslos mit Schnittblumen, Parfüm oder Schmuck ankommen würde, würde ich mir Sorgen um unsere Beziehung machen. Denn bisher achten wir eben aufeinander. So hat mich der Liebste beispielsweise mit einem Welpen von einer Hündin überrascht, deren Nachkommen mich umgehauen haben. Ich hätte niemals damit gerechnet, in ihrem letzten Wurf wählen zu dürfen. Schließlich wollen ganz andere Namen deren Kinder.

Außerdem kann man dann vernünftig über alles reden. Meine Schwiegermutter hat ihr gesamtes Erwachsenenleben einen Diamantring getragen. Nach ihrem Tod war es ein großer Wunsch des Mannes, dass ich den Stein trage. Wir haben besprochen, wie ich mir das vorstellen kann und dann hat er ein Schmuckstück entworfen, dass ein Goldschmied angefertigt hat. Jetzt trage ich den Stein immer und gern. Hätte ich einfach den Ring bekommen, läge der im Schrank und wir beide wären unzufrieden. Wenn man nicht über Geschenke reden kann, welche Basis hat man dann?

» cooper75 » Beiträge: 12363 » Talkpoints: 520,49 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Kommunikation ist alles, gerade in einer Beziehung. Ich kenne zwar auch das Klischee, dass vor allem "Er" in einer klassischen monogamen Hetero-Konstellation im Idealfall Gedankenleser sein sollte, sodass "Sie" ihn auch mal mit Schweigen abstrafen kann, weil er ja genau weiß, was er falsch gemacht hat.

Und Geschenkideen muss (meistens) der gute Mann seiner Herzallerliebsten auch von den Augen ablesen und dabei das Minenfeld beschreiten, das Schenken unter Erwachsenen darstellt: Keine stereotypen Geschenke wie Blumen, nichts für den "Haushalt", da unromantisch, um Himmels willen keine Gutscheine, und Kleidung/Dessous - da schaue ich doch fett darin aus! :cry:

Für mich ist das alles nur unnötiger Stress. Ich halte Geschenke unter Erwachsenen, die sich den ganzen Kram sowieso selber kaufen können, wenn sie ihn überhaupt wollen und/oder brauchen, aus den genannten Gründen sowieso für überbewertet und freue mich über einen unerwarteten Schokoriegel aus dem Supermarkt auch nicht weniger als über "Schmuck" zu Weihnachten, der mir gefällt oder auch nicht. Wir planen Geburtstage und Weihnachten eigentlich ganz sachlich, und meistens gehen wir sowieso ins Restaurant und/oder Kino, da "Erlebnisgeschenke" daheim nicht rumstehen.

» Gerbera » Beiträge: 9998 » Talkpoints: 6,92 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich finde es normal, dass man ausdrückt, welche Geschenke man besonders gerne mag und welche man nicht mag. Man kann es auch zwischendurch erwähnen oder im Small Talk erwähnen, dass man sich aus Blumen nicht viel macht. Man kann es neutral und höflich vermitteln. Ich habe mir über dieses Thema noch nie viele Gedanken gemacht, weil es für mich einfach nie ein Problem dargestellt hat.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9117 » Talkpoints: 7,33 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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