Braucht man wirklich eine Hebamme oder geht es auch ohne?

vom 26.06.2015, 13:06 Uhr

Mich würde mal interessieren, wie das so bei den Müttern hier im Forum war. Hattet ihr eine Hebamme? Ich war vor Kurzem bei meinem Frauenarzt und dieser hat dann sofort beim ersten Termin auch davon gesprochen, dass sie in der Praxis auch mit Hebammen arbeiten, die zu bestimmten Tagen dann kommen, Fragen beantworten und an denen man sich schon mal kennenlernen kann.

Als ich das dann erst mal nicht haben wollte, auch weil es vom Termin her einfach nicht gepasst hat, war die Sprechstundenhilfe schon ein bisschen geschockt. Ich würde das wenn dann einfach später angehen wollen. Ein bisschen problematisch sehe ich es, weil ich generell nicht so gut mit Frauen auskomme und diese Hebamme dann wohl eher als zusätzlichen Stress empfinden würde, weswegen ich damit auch gerne noch warten würde, wobei ich mich schon frage, ob man das in der heutigen Zeit überhaupt noch braucht.

Hattet ihr mit einer Hebamme ein besseres Gefühl? Wann habt ihr das so entschieden und war es in euren Augen die richtige Entscheidung? Ich stehe ja noch absolut am Anfang und deswegen war ich da ehrlich gesagt auch im ersten Moment ein bisschen überfordert und frage mich, was ich mit so einer Frau gleich am Anfang besprechen soll.

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» Ramones » Beiträge: 46693 » Talkpoints: 11,45 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Ich bin nicht esoterisch angehaucht, Homöopathie ist nicht mein Ding, ich wünsche mir eigentlich immer Schulmedizin. Aber in der Schwangerschaft habe ich meine Hebamme immer dem Frauenarzt vorgezogen. Die Hebamme, die ich mir ausgesucht habe, lag genau auf meiner Wellenlänge.

Die Untersuchungen und die Tipps waren sinnvoller, genauer und hilfreicher als die der Mediziner. Außerdem war es sehr angenehm, dass sie zur mir nach Hause oder auf die Arbeit gekommen ist und ich fast nie zu ihr musste. Dazu war sie auch Beleghebamme in meiner Klinik.

So konnte man sich in Ruhe kennenlernen und es war klar, wer die Geburt betreut. Das ist gut für die Atmosphäre im Kreißsaal und mindert statistisch das Risiko für Komplikationen bei der Geburt. Auch die späteren Besuche daheim sind angenehmer, wenn man sich gut kennt.

» cooper75 » Beiträge: 12637 » Talkpoints: 358,35 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ich würde auch eher zu einer Hebamme raten. Du musst ja nicht unbedingt bei einer bleiben, bei der du dich nicht wohl fühlst. Eine Hebamme ist ja auch dazu da, Ängste zu nehmen und ihre Erfahrungen weiter zu reichen. Das ist nicht nur gut für die Mutter, sondern auch für das Ungeborene. Du kannst ja auch Ausschau halten nach einer männlichen Hebamme, ich zweifle jedoch stark, dass du eine finden wirst.

Da es vermutlich dein erstes Kind ist, würde ich es einfach probieren. Wenn du hinterher feststellst, dass so eine Hebamme überhaupt nichts für dich ist, kannst du ja beim nächsten Kind - sofern eins geplant sein sollte - darauf verzichten. Ich würde jedoch nicht darauf verzichten wollen, ich habe schon so viele Berichte darüber gehört und alle meine Freundinnen und Frauen aus meinem allerengsten Umfeld sind total begeistert davon und fühlen sich viel besser durch die Hebamme.

» Esri » Beiträge: 485 » Talkpoints: -0,11 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich hatte während der Schwangerschaft eine Hebamme. Aber ich war absolut unzufrieden, nachdem das Kind auf der Welt war. Sie begann dann ständig zu kritisieren und mir was von plötzlichem Kindstod zu erzählen, wo sie genau wusste, dass ich sehr unsicher, unerfahren und ängstlich war. Sie kritisierte die ein Grad zu hohe Temperatur im Raum, nahm mir komplett Entscheidungen ab, was die Kleine betraf.

Ich konnte nicht selbst herausfinden, wie ich mit meinem Baby umgehen sollte. Sie verunsicherte mich nur noch mehr. Beim Stillen, das muss ich zugeben, war sie eine große Hilfe, denn damit hatte ich anfangs ziemliche Probleme. Aber ich wollte nicht mehr von ihr betreut werden und habe die Dinge selber in die Hand genommen und würde das beim nächsten Kind wieder so machen.

Wenn ich ein Problem oder eine Frage hatte, gab es immer noch zwei Großmütter, den Kinderarzt und im Internet findet man auch viele Tipps. Und meinem Kind geht es prächtig. Sie ist durchschnittlich groß und schwer und lacht viel. Auch ohne Hebamme.

» YariXxX » Beiträge: 635 » Talkpoints: 21,58 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ach und am Anfang der Schwangerschaft bespricht sie mit dir im Grunde alles, was du mit dem Frauenarzt auch besprichst: Ob du irgendwelche Vorerkrankungen hast oder es Krankheiten in deiner Familie gibt, ob es irgendwelche psychischen Belastungen gibt, wann du zum Kugelkurs kommen darfst, welche Leistungen sie sonst noch außerhalb der von den Krankenkassen übernommenen Leistungen anbietet, etc.

Im Laufe der weiteren Schwangerschaft kannst du sie nach Tipps fragen, wie du dir die Schwangerschaft angenehmer gestalten kannst. Weil viele Frauen bekommen dann gewisse Beschwerden. Oder gegen Ende der Schwangerschaft, mit welchen Mittelchen man Wehen einleiten kann.

» YariXxX » Beiträge: 635 » Talkpoints: 21,58 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich hatte in der Schwangerschaft nur die Betreuung durch meine Frauenärztin und war da voll und ganz zufrieden. Die Hebamme habe ich dann erst im Kreißsaal kennengelernt und konnte mich dann später entscheiden, ob sie die Nachsorge übernimmt oder ob ich eine andere Hebamme haben möchte.

Selbst heute würde ich keine Notwendigkeit für eine Hebamme während der Schwangerschaft sehen, wenn ich mit meiner Frauenärztin ein gutes Verhältnis habe. Sicherlich mag es angenehm sein, wenn man sich bei den Terminen nicht nach dem Arzt richten muss, sondern die Hebamme richtet sich nach der werdenden Mutter. Aber sie hat doch weit weniger Möglichkeiten für Untersuchungen als der Arzt in der Praxis. Daher würde ich immer den Arztbesuch vorziehen.

» Punktedieb » Beiträge: 17319 » Talkpoints: 20,72 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Ich denke mal, dass man zur Not auch ohne Hebamme auskommen würde. Es gibt ja auch genug Menschen, die leider keine Hebamme finden wegen entsprechendem regionalen Mangel und die kommen ja auch irgendwie klar (weil sie es müssen). Ich denke nicht, dass eine Hebamme zwingend notwendig ist, aber für manche Frauen ist sie eben eine tolle Unterstützung, sodass sie nicht darauf verzichten wollen.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ja es geht auch ohne Hebamme, aber ich würde es einer werdenden Mutter vor allem beim ersten Kind immer ans Herz legen. Ich habe mich zu Beginn auch mit Händen und Füßen gegen die Hebamme gewehrt. Sie hat sich durch den Vorbereitungskurs irgendwie in unser Leben geschlichen, ohne das ich es überhaupt wollte. Sie war auch eigentlich nicht auf meiner Wellenlänge, sehr homöopathisch veranlagt, wovon ich mal gar nichts hielt, stets tiefenentspannt und so ruhig, das ich schon reflexartig nervös wurde in ihrer Gegenwart.

Dann rückte jedoch der Entbindungstermin in greifbare Nähe und ich geriet total in Panik. Meine Mutter war kurz zuvor verstorben und konnte mir nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen, sie fehlte mir schrecklich und keiner konnte Fragen so gut und allumfassend beantworten wie die Hebamme. Sie blieb bei jeder noch so dämlichen Frage ruhig und antwortete mit einer Ernsthaftigkeit und Pflichtbewusstsein, das ich nur staunen konnte. Leider war sie bei der Geburt nicht dabei und es ging alles schief. Da ich nach der Geburt sehr unsicher war und keine fatalen Fehler machen wollte, bekam ich dann wöchentlich einen Besuch der Hebamme, was ich total genial fand.

Sie versorgte nicht nur den Nabel meines Sohnes und kontrollierte mit uns das Gewicht, sondern sorgte auch für mich, da ich mit dem Notkaiserschnitt schon zu kämpfen hatte. Zudem beantwortete sie weiter tausend Fragen, half uns bei all den Kleinigkeiten, die man als Neuling auf dem Gebiet einfach nicht wissen kann, gab Tipps zum Stillen, der Pflege, Gesundheit, Ernährung der Mutter, Einbindung des Vaters, Gefahrenquellen im Haus, eben all die Dinge, die man zwar schon irgendwo gelesen hatte, aber total unsicher war, ob es denn nun so richtig ist. Sie nahm mir einfach einen Großteil der Ängste und Unsicherheiten, wodurch mir diese erste Zeit immer wunderschön in Erinnerung bleiben wird.

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» Pikalina » Beiträge: 782 » Talkpoints: 77,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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