Aufregen dass Sternsinger auch bei Nichtchristen klingeln
Frau König geht jedes Jahr mit den Kindern und Jugendlichen als Aufsichtsperson mit, wenn diese als Sternsinger am 6.1. unterwegs sind. Manchmal ist es für die Kinder sehr frustrierend, wenn sie von Menschen angemault werden, dass sie sich wegscheren sollen, weil man nicht katholisch wäre. Das war auch schon vor der Flüchtlingswelle der Fall, wenn sie an einer Haustüre klingelten, wo man eben einen anderen Glauben hatte. Aber nun, wo sehr viele Muslime im Ort sind, wäre das schon in den letzten beiden Jahren sehr schlimm.
Könnt ihr nachvollziehen, dass man die Kinder dumm anmacht und sie anpfeift, dass sie gehen sollen, weil man nicht den Glauben hat? Gebt ihr auch ein paar Cent, wenn ihr nicht katholisch seid und hört es euch an, was sie zu sagen haben? Findet ihr es schlimm, dass die Sternsinger eben überall klingeln? Oder macht ihr da bewusst nicht die Türe auf?
Die Kinder können doch am allerwenigsten dafür. Die sind ja nur die Befehlsempfänger, die eben singen und Spenden sammeln gehen. Den Frust oder den Ärger an den Kindern rauszulassen finde ich daher gänzlich unpassend. In dem Fall sollte man die Tür entweder gar nicht öffnen oder sich bei der örtlichen Pfarrei beschweren und nicht alles an den Kindern auslassen.
Diamante hat geschrieben:Das war auch schon vor der Flüchtlingswelle der Fall, wenn sie an einer Haustüre klingelten, wo man eben einen anderen Glauben hatte. Aber nun, wo sehr viele Muslime im Ort sind, wäre das schon in den letzten beiden Jahren sehr schlimm.
Bevor man dann fälschlicherweise die Kinder anmault und anmotzt, sollte man sich dann doch zunächst mal mit den Sitten und Gepflogenheiten des Landes vertraut machen in dem man jetzt lebt, das gehört zur Integration auch dazu. Sternsinger sind nun mal eine Tradition in diesem Land und das Wissen darf sich gerne jeder aneignen und dann besteht auch überhaupt kein Grund mehr die Kinder dafür anzumaulen oder anzumeckern, weil sie vielleicht irgendwo geklingelt haben, wo man entweder einen anderen oder vielleicht auch gar keinen Glauben hat. Nichtsdestotrotz kann man das dann immer noch höflich sagen.
In der Region wo ich lebe machen es mittlerweile einige Gemeinden so, dass sich die Mitglieder in Listen eintragen, wo die Sternensänger vorbei kommen sollen. Nur an diese Adressen gehen dann vorbei. So soll es vermieden werden, dass sich Leute gestört fühlen. Dabei ist es egal ob sie einer Religion angehören oder nicht.
Ich selber war als Kind Sternensänger. Und in meiner Gemeinde war es egal welche Religion jemand hatte. Wir haben fast an jeder Tür geschellt und uns wurde an fast jeder Tür geöffnet. Ich glaube der Grund dafür war, man kannte uns Kinder. Und wenn man jemand kennt, da wird die Tür geöffnet und man gibt was.
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