Aufhebung der Quarantänepflicht für Corona-Infizierte

vom 05.04.2022, 13:42 Uhr

Die Quarantänepflicht bei Corona-Infektionen wurde in letzter Zeit schon Stück für Stück gelockert und laut neuesten Meldungen soll diese ab dem 1.Mai, bis auf wenige Ausnahmen, ganz wegfallen. Corona-Infizierte sollen sich dann eben in Eigenverantwortung in Quarantäne begeben oder auch nicht. Diese Ankündigung hat nun ein geteiltes Echo ausgelöst, von Erleichterung bis Bestürzung. Was haltet ihr denn von der Aufhebung der Quarantänepflicht? Begrüßt ihr diesen Schritt oder würdet ihr diesen kritisieren?

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» Lupenleser » Beiträge: 729 » Talkpoints: 425,90 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Da die aktuelle Variante bei den meisten Menschen oftmals nur leichte Symptome hervorruft, ist die Aufhebung der Quarantänepflicht eigentlich ein Schritt in die richtige Richtung. Außerdem setzt die Regierung zukünftig ja hoffentlich auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Also ich befürworte die Lockerungen und auch die Verkürzung oder Aufhebung der Quarantänepflicht durchaus.

Wir sind aktuell beide in Quarantäne und werden wahrscheinlich die zehn Tage komplett zu Hause bleiben, aber ich merke auch, dass dies furchtbar auf die Psyche geht. Meine Freundin spricht seit Tagen kein Wort mehr mit mir und zieht sich ebenfalls immer mehr zurück. Daher würde ich sagen, dass die Aufhebung ein guter Schritt ist, besonders wenn die Symptomatik so milde verläuft. Ich kann jeden verstehen, der Angst davor hat, aber andererseits möchten wir doch alle langsam wieder zurück zur Normalität und unsere Berufe gegebenenfalls auch wieder normal ausüben.

» Colatrinker » Beiträge: 40 » Talkpoints: 16,45 »


Ob es sinnvoll ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Allerdings muss man dabei auch sehen, dass in den letzten Monaten nur noch sporadisch die Einhaltung der Quarantäne kontrolliert wurde. Die meisten Infizierten konnten sich also frei bewegen und ein Teil davon hat dies auch gemacht.

Aber man muss eben auch mal wieder einen Normalzustand erreichen. Bisher gibt es nichts, was das Virus wirklich ausrotten kann, also muss man sich damit arrangieren. So wie man sich eben auch mit anderen Erkrankungen arrangieren muss. Auch da wird ja auf die Eigenverantwortung der Menschen gesetzt.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Ich finde es ehrlich gesagt unverantwortlich. Es konnte sich ja nicht jeder impfen, deswegen hat sicherlich auch nicht jeder immer einen milden Verlauf und so ganz ohne ist das eben auch nicht. Natürlich möchte man die Wirtschaft am Laufen halten, aber gerade wenn der Arbeitnehmer es selber entscheiden soll, wird er wohl auch zur Arbeit gehen, wenn es ihm nicht so gut geht, da dann der Druck vom Arbeitgeber kommt.

Man setzt in dieser Pandemie immer auf den Verstand der Leute, das Einsehen und damit fährt man meiner Meinung nach nicht wirklich gut. Es gibt viele Menschen, die sich einen Scheiß für andere Menschen interessieren und daher ist es eine absolute Gefahr, wenn man das Infektionsgeschehen nicht versucht zu stoppen. Durchseuchen wird dazu führen, dass Menschen sterben, die nicht hätten sterben müssen. Nur weil es allgemein milder verläuft gibt es ja dennoch Menschen, die daran versterben und es kann ja auch jeder Zeit eine Weiterentwicklung des Virus geben.

10 Tage sind ja nun wirklich auch nicht die Welt und man kann sich ja auch eher frei testen, wenn man keine Symptome hat. Man kann dann ja recht schnell wieder arbeiten, wenn es wirklich mild ist und man nur ein bisschen erkältet ist, aber man muss auch mal sehen, dass es Menschen gibt, die sich dann nichts merken können, die Schmerzen haben und denen es nicht gut geht, diese sollte man nicht dazu zwingen zur Arbeit zu gehen, nur weil der Druck vom Arbeitgeber wächst. Sicherlich muss man die Wirtschaft am laufen halten, aber man darf darüber das Soziale nicht vergessen.

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» Ramones » Beiträge: 46509 » Talkpoints: 2,20 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Viren haben immer dazu geführt, dass Menschen sterben, die es eigentlich nicht sollten. Wir leben auch munter mit gewissen Viren in unserem Rachenraum weiter ohne Symptome zu bilden, wie zum Beispiel EBV. Bei einigen Menschen kommen leider Symptome hervor, das ist leider so. Nicht jeder mit Herpes-Viren bekommt Herpes und mittlerweile ist es so, dass nicht jeder Corona-Infizierte gleich Symptome bildet.

Aktuell ist es zwar eine ansteckendere Variante, aber mit milderen Symptomen. Das ist eigentlich auch eine Chance, erstens die Chance einer Durchseuchung mit weniger Todesfällen und anschließender Immunisierung, zweitens aber auch eine Chance wieder in eine Normalität zurückzufinden. Es können an sich immer neue Varianten auftauchen, aber möchtest du dich immer wieder, bei jedem positiven Test wieder in Quarantäne begeben?

Ich hatte das Pech, dass ich fünf Wochen in Quarantäne war, weil mein Test immer positiv war, obwohl ich keine Kontakte und nichts hatte. Ich hatte wirklich keine Kontakte nichts, ich habe es vermutlich durch Nachbarn bekommen, also auch im Hausflur. Meine Familie war von Anfang an mit mir in Quarantäne, weil wir alle gleichzeitig positiv waren. Aus zehn Tagen können vier Wochen werden, das ist sehr anstrengend ohne Familie und Haus mit Garten. Oder mit Familie in einer Wohnung.

Ich bin für eine Aufhebung und Verkürzung der Quarantänepflicht, denn nach wissenschaftlichen Studien senkt sich die Viruslast innerhalb der ersten zehn Tagen. Außerdem sind fünf Tage weniger hart als zehn Tage und wenn sie sich wie in unserem Fall weiterhin verlängert, ist dies auch weniger drastisch als immer wieder zehn Tage draufzusetzen. Wir haben die spanische Grippe mit vielen Opfern überlebt, die Pest trug viele Opfer mit sich, aber der Mensch ist trotzdem nicht ausgerottet. Und so ist es am Ende auch mit Corona, die Spezies Mensch wird weiterhin auf der Erde verweilen, egal wie viele Opfer ein Virus mit sich bringt.

Und wenn sich andere Menschen einen Scheiß für andere Menschen interessieren, dann ist dem so. Corona hat auch unheimlich viele soziale Komponenten gestört, viele wissen gar nicht mehr wie man miteinander in einer Gesellschaft umgehen soll. Und echte Soziopathen gab es schon immer, aber wenn Menschen den Umgang mit anderen Menschen verlernen, braucht man sich auch nicht wundern, wenn sich Menschen einen Scheißdreck interessieren.

Es gab ja nun zwei Jahre fast nur Netflix und Co. Und glaube mir, Menschen, die sich nicht für andere interessieren, sind nicht unbedingt der Infektionstreiber, denn wer sich nicht interessiert, sucht auch keine großartigen Kontakte, sondern geht gegebenenfalls einkaufen und verkrümelt sich wieder.

Der Mensch ist ein soziales und von Vernunft gesteuertes Wesen, würden Philosophen sagen und ich glaube irgendwo auch noch an die Vernunft. Und nur weil jemand nun keine Maske mehr trägt oder nicht in Quarantäne geht ist er in meinen Augen auch weiterhin kein schlechterer Mensch, denn letztendlich gibt es auch vernünftige Gründe für sein Tun und ein bisschen mehr Normalität würde uns allen auch mal wieder gut tun, seien es soziale Kontakte ohne Maske oder einfach nur in der Stadt ohne Maske in ein Brötchen zu beißen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11989 » Talkpoints: 9,63 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


@Ramones: Dir ist aber schon klar, dass das Virus sich in die Richtung Grippe entwickelt. Wie lange willst du also den Ausnahmezustand halten? Und wenn er dir so wichtig ist, wie willst du das mit anderen Grippewellen dann handhaben? Da werden die Menschen doch auch nicht weggesperrt, sondern bleiben einfach per Krankschreibung zu Hause.

Wir müssen endlich lernen einen normalen Umgang damit zu bekommen. Zwei Jahre im Kontroll- und Maßnahmenmodus müssen einfach mal reichen. Was meinst du wie viele Existenzen wegen der ganzen Verbote den Bach runter gegangen sind. Soll das in Zukunft immer so gemacht werden, dass man ganze Branchen über den Herbst und Winter lahmlegt?

Und vergleiche doch mal Jahre mit sehr vielen Grippekranken mit den beiden Coronajahren. Da wirst du merken, dass es da kaum Unterschiede bei den Zahlen gibt. Es gab schon vor Jahren die Situationen dass regional Krankenhäuser überlastet waren in der Grippezeit. Es gab jedes Jahr Tote wegen der Grippe. Und es gibt jedes Jahr eine Grippeschutzimpfung, wo jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob er diese möchte oder nicht. Und genauso müssen wir das Coronavirus behandeln.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Punktedieb hat geschrieben:Und vergleiche doch mal Jahre mit sehr vielen Grippekranken mit den beiden Coronajahren. Da wirst du merken, dass es da kaum Unterschiede bei den Zahlen gibt.

Doch gab es schon. Du musst schon ein ganz schlimmes Grippejahr heraus suchen um auf die Coronazahlen zu kommen. Ich halte ehrlich gesagt recht wenig davon immer Corona mit Grippe vergleichen zu wollen, weil es gänzlich andere Grundvoraussetzungen gibt.

Bei Grippe hat die Bevölkerung einen gewissen Grundschutz durch ehemals durchgemachte Erkrankungen und/oder Impfungen. Damit hat der Großteil der Bevölkerung einen gewissen Schutz gegen Grippeviren, sofern da nicht ein Jahr dabei ist in dem das Virus soweit mutiert ist, dass es praktisch keinerlei Ähnlichkeiten mit den vorherigen hat. Das kommt aber nur selten vor.

Bei Corona muss unser Immungedächtnis das noch lernen. Die Hoffnung ist ja jetzt, dass es durch die bisherigen Impfungen und viele Infektionen schon ein gewisses Gedächtnis aufgebaut hat mit einem Grundbausatz an Coronaviren, die den noch kommenden Varianten so ähneln, dass der Körper auch auf mutierte Viren einigermaßen antworten kann. Dementsprechend halte ich es für richtig, dass wir lange Zeit so verfahren sind wie wir eben verfahren sind. Auch wenn es eine lange Zeit war.

Aber trotzdem habt ihr natürlich auch Recht damit, wenn ihr sagt, irgendwann müssen wir auch mal lernen mit Corona zu leben. Die Frage ist aber eben wie genau so ein Leben mit Corona aussieht. Für viele Menschen heißt das ja einfach, dass alles wieder so ist wie früher und wir zum Zustand 2019 zurückkehren. Da muss man sich aber schon fragen, ob dass dann tatsächlich mit Corona leben heißt oder nur der Anfang neuer Wellen ist, wenn wir nichts daraus gelernt haben.

Ich denke wir sollten gesunde Mittelwege finden. Es sollte schon noch gewisse Einschränkungen geben um besonders anfällige Menschen zu schützen. So würde ich also schon persönlich denken, dass man beispielsweise in Krankenhäuser noch eine Weile an gewissen Schutzmaßnahmen festhalten sollte um kranke Menschen vor einer zusätzlichen Infektion zu schützen, auch wenn diese nur mild verlaufen sollte. So könnte ich mir vorstellen, dass man die Maskenpflicht im Krankenhaus noch länger aufrecht erhält und ich würde auch weiterhin Schnelltests bei Aufnahme der Patienten durchführen genauso wie regelmäßig beim Personal. Aber eben nur Schnelltests. Ich will ja nur wissen, ob die Leute hoch ansteckend sind. Dafür sind die ja gut.

Was die Quarantäne angeht bin ich daher auch etwas zwiegespalten. Im Grunde reicht es ja, dass hoch ansteckende Menschen in Quarantäne müssen und niemand nur weil sein Schnelltest 3 Wochen lang immer erst nach 15 Minuten ganz schwach positiv wird. So würde ich mir da wünschen, dass man bei den PCR-Tests endlich eine klare Linie zieht, ab welchem CT-Wert man diese überhaupt noch als positiv wertet. So könnte man ja sagen, Quarantäne gibt es nur bei CT-Werten unter 25 und der Rest zählt als negativ.

So etwas freiwillig zu machen finde ich schwachsinnig. Zum einen traue ich vielen Menschen keine gute Eigenverantwortung zu. Zum anderen frage ich mich auch rechtlich wie das geregelt wird. Wer bezahlt das denn, wenn ich freiwillig 10 Tage zu Hause bleibe und das nicht verpflichtend ist? Das ist doch praktisch Arbeitsverweigerung, wenn man es bösartig sehen will und dann wird es doch bestimmt Arbeitgeber geben die sagen sie zahlen dafür nicht. Und wenn keine Quarantäne angeordnet ist, wird wohl auch das IfSG nicht greifen.

Also ich denke so etwas sollte man ganz klar und eindeutig regeln. Entweder ja oder nein und nicht vielleicht und nur wer möchte.

» Klehmchen » Beiträge: 5323 » Talkpoints: 943,46 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



@Klehmchen: Corona kann man mit der Grippe vergleichen. Immerhin gibt es die ersten Studien, die nachweisen, dass Menschen, welche schon eine Grippe mit dem sogenannten Ursprungsvirus von Sars hatte, sich gar nicht mit dem jetzigen Virus infiziert. Das wurde erstmals über Pflegepersonal in Großbritannien festgestellt, dass es da einen Zusammenhang gibt. Und darauf hin wurde eine weitere Studie mit gezielten Kontakt zum jetzigen Covid-Virus durchgeführt.

Und die letzten extremen Grippejahre sind noch nicht so lange vorbei. Auch da gab es in Regionen eben überfüllte Krankenhäuser, so dass Menschen mit leichteren Erkrankungen oder Verletzungen weiter weg untergebracht werden mussten. Auch da gab es eine erhöhte Sterblichkeit, aber es wurde eben nicht alles in den Medien hoch gekocht.

Übrigens sollte man auch mal hinterfragen, warum es sehr schnell bei den Todeszahlen hieß im Zusammenhang mit Corona und nicht mehr an Corona verstorben. Es gibt genug Todesfälle, wo die Menschen nicht mal infiziert waren, aber Operationen verschoben wurden, weil sie vorerst nicht lebensnotwendig waren. Und auch dringend notwendige Krebsbehandlungen hat man zeitweise verschoben, wo es für einige Patienten dann auch viel zu spät war.

Dazu dann mal die Statistiken noch bemüht, wo man sieht, dass es auf ganz Deutschland gesehen nicht wirklich große Unterschiede gibt. Ich hab mich da pauschal mal in die Zahlen geklickt und der Januar 2015 weist zum Beispiel 86.585 Todesfälle aus. Im Vergleich der Januar 2022 mit 88.655 Fällen. Das ist ein Unterschied von 2,39% oder 2.070 Todesfälle, was nicht wirklich eine große Schwankung bei der Gesamtzahl der Bevölkerung.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Punktedieb hat geschrieben:@Klehmchen: Corona kann man mit der Grippe vergleichen. Immerhin gibt es die ersten Studien, die nachweisen, dass Menschen, welche schon eine Grippe mit dem sogenannten Ursprungsvirus von Sars hatte, sich gar nicht mit dem jetzigen Virus infiziert.

Genau das meine ich damit, dass man es eben nicht vergleichen kann. Das sind Laborstichproben am Ende des Tages und für die Praxis kaum relevant. Denn seien wir mal ehrlich. Wie viele Menschen hatten schon mal eine Infektion mit einem Grippevirus oder zumindest eine Impfung? Das dürfte die Mehrheit unserer Bevölkerung sein. Das heißt die Mehrheit der Bevölkerung hat sein Immunsystem schon mal mit einem "herkömmlichen" Grippeerreger in Kontakt kommen lassen und eine "Grundausbildung".
Wieviel Menschen hatten vor 2019 schon einmal in Deutschland Kontakt mit Sars? Die Zahl dürfte sehr überschaubar sein, kam doch Sars quasi in Deutschland gar nicht vor. Diese scheinbare Ähnlichkeit hat also in der Praxis gar keine Relevanz, auch wenn sie grundsätzlich richtig sein mag.

Und die letzten extremen Grippejahre sind noch nicht so lange vorbei. Auch da gab es in Regionen eben überfüllte Krankenhäuser, so dass Menschen mit leichteren Erkrankungen oder Verletzungen weiter weg untergebracht werden mussten. Auch da gab es eine erhöhte Sterblichkeit, aber es wurde eben nicht alles in den Medien hoch gekocht.

Doch sind sind so wie du es formulierst. Es gab ein extremes Grippejahr in jüngster Zeit und das war die Saison 2017/2018 mit schätzungsweise 25.000 Toten und das war überproportional viel für Grippewellen. Und nur weil Krankenhäuser da schon stellenweise überlastet waren, macht es das ja nicht besser. Zumal wir ja dank Covid gelernt haben, dass wir mit einfachen Maßnahmen wie Masken und Abstand halten allein solche Grippewellen drastisch eindampfen könnten, kam doch Influenza trotz vieler Tests vielerorts kaum noch vor.

Übrigens sollte man auch mal hinterfragen, warum es sehr schnell bei den Todeszahlen hieß im Zusammenhang mit Corona und nicht mehr an Corona verstorben. Es gibt genug Todesfälle, wo die Menschen nicht mal infiziert waren, aber Operationen verschoben wurden, weil sie vorerst nicht lebensnotwendig waren

Ohne Nachweis des Erregers wird ein Toter aber nicht als Coronatoter gezählt egal ob nun an oder mit, so ehrlich sollte man schon sein. Auch wenn du grundsätzlich damit Recht hast, dass es sicherlich auch viele Todesfälle oder zumindest schlechtere Behandlungsergebnisse bei Nicht-Corona Erkrankungen gab, weil wegen Corona Behandlungen verschoben wurden. Und auch hier ist es eben so, dass auch bei vielen Coronapatienten Corona wohl nicht ursächlich für den Tod war, aber bestehende Krankenleiden durchaus so verschlimmert hat, dass die Patienten dann daran verstorben sind, weil es eine Infektion für den Körper zu viel war. Selbst unzählige Male erlebt.

Dazu dann mal die Statistiken noch bemüht, wo man sieht, dass es auf ganz Deutschland gesehen nicht wirklich große Unterschiede gibt. Ich hab mich da pauschal mal in die Zahlen geklickt und der Januar 2015 weist zum Beispiel 86.585 Todesfälle aus. Im Vergleich der Januar 2022 mit 88.655 Fällen. Das ist ein Unterschied von 2,39% oder 2.070 Todesfälle, was nicht wirklich eine große Schwankung bei der Gesamtzahl der Bevölkerung.

Ich finde solche Zahlen sehr schwierig zu interpretieren. Natürlich ist es am Ende das am einfachsten zu zählende Ergebnis ob es mehr oder weniger Tote gibt und da kann man an der Zahl selber eben wenig diskutieren. Aber die Frage ist ja schon wie solche Zahlen zu Stande kommen. Hier wird ja gar nicht berücksichtigt inwiefern sich das gesellschaftliche Leben ausgewirkt hat, welchen Einfluss Impfungen eventuell gehabt haben, welchen Einfluss Abstandsregeln und Masken hatten und so weiter. Wenn wir hier zum Beispiel mal die Grippe dazu holen.

Selbst in der schlimmsten Saison hat da keiner einen Schnelltest gemacht um nicht eventuell Grippeinfizierte mit Nichtinfizierten zusammenzulegen. Das ist heute Gang und Gebe. Also die Rahmenbedingungen sind ja schon ganz andere und dementsprechend muss auch daraufhin solche Zahlen untersuchen. Und da muss ich für mich ehrlich sagen, ich kann das nicht im Detail da aufschlüsseln, welche Faktoren da wie positiv oder negativ gewirkt haben. Aber ich würde daraus eben nicht schließen, dass es keinen Unterschied macht ob es nun Corona gibt oder nicht.

» Klehmchen » Beiträge: 5323 » Talkpoints: 943,46 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Du willst wirklich wissen wie viele Menschen in Deutschland schon Kontakt mit Sars hatten? Guck dir mal die Grippeschutzimpfung von 2020 an. Da wird genau gegen dieses Virus mit geimpft und als die Impfungen gegen die Grippe los gingen, gingen kurz danach auch die Inzidenzen hoch. Unter anderem war bei diesen positiv getesteten Menschen dabei und hatte eine Woche seine Grippeschutzimpfung erhalten.

Gegen die Masken habe ich auch nichts einzuwenden. Aber man muss auch mal endlich wieder Normalität leben können. Zwei Jahre nur Einschränkungen, Schulschließungen, ganze Branchen quasi mit Berufsverbot. Das kann nicht so weitergehen. Das Virus ist da und wir werden es nicht ausrotten können.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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