Als Privatperson Lebenshilfe leisten können?
Unter Lebenshilfe versteht man ja per Definition, dass man Hilfe von einem Verein, einer Institution und dergleichen erhält, die einem dann in schwierigen Lebenssituationen helfen (können). Seid ihr persönlich der Ansicht, dass auch Privatpersonen Lebenshilfe leisten können oder meint ihr, dass das nur den größeren Organisationen und Institutionen vorbehalten ist? Was gehört zur Lebenshilfe eurer Ansicht nach dazu, was eine Privatperson theoretisch nicht leisten könnte? Oder ist Privatpersonen alles möglich, sofern man nur will?
Die allmächtige Suchmaschine wiederum hat ergeben, dass sich zumindest hierzulande der Begriff "Lebenshilfe" vor allem auf Menschen mit (schwerpunktmäßig geistigen) Behinderungen und ihre Familien bezieht, sprich, dass das Ziel der dazugehörigen Vereine und Verbände darin besteht, dazu beizutragen, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können.
An Baustellen herrscht an der Front natürlich kein Mangel, und gemeinsam ist man immer stärker, was das Aufdecken von Missständen, die Forderung von Abhilfe und das generelle Generieren von Aufmerksamkeit angeht. Aber das heißt für mich nicht, dass ich als Privatmensch hier die Hände in den Schoß legen muss und darauf warten, dass "die anderen" das schon regeln werden.
Beispielsweise kann man wie bei jedem gemeinnützigen Zweck mit Geld- oder Sachspenden als Privatmensch Nützliches vollbringen, oder indem man Petitionen unterschreibt oder einfach mal beim Bürgermeister der Gemeinde anruft, wieso man nicht endlich mal eine Rampe vor der Gemeindehalle anbringt. Man kann in meinen Augen durchaus Mitmenschen in schwierigen Situationen helfen, ohne sich gleich völlig aufzureiben oder vor lauter Gutmenschentum die Realität aus den Augen zu verlieren. Von daher erschließt sich mir die Frage nicht so richtig, wieso Leute nur im Kollektiv einander helfen können sollen.
Es kommt doch darauf an, wie man den Begriff definiert. Um es professionell zu machen, braucht man sicherlich entsprechende Schulungen und Ausbildungen. Dies kann auch als Pflegender sein, als Arbeitsstätte für Behinderte und so weiter. Dennoch kann man auch ehrenamtlich Menschen helfen, im Heim beispielsweise oder in verschiedenen Einrichtungen.
Ganz klein gefasst, kann man das aber auch jeden Tag im Alltag. Gerade in dem man mit seinen Leuten über Telefon oder Video Kontakt aufnimmt und zu Hause bleibt, aber sonst in dem man einfach für andere Menschen da ist, sich mit ihnen austauscht und hilft, nicht wegsehen, sondern helfen. Das kann jeder und sollte auch jeder machen. Du siehst es kommt rein auf die Definition des Begriffs an.
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