Abnehmen schwerer, wenn nur wenig Geld zur Verfügung?

vom 08.02.2020, 14:42 Uhr

Wenn man nicht in so einer extremen Gegend lebt, wie Cooper75 beschreibt, ist Abnehmen nicht schwerer, wenn man wenig Geld hat. Ich habe in meinem Leben die unterschiedlichsten finanziellen Verhältnissen gehabt. Im Moment muss/möchte ich sehr sparsam leben, weil mein finanzielles Polster, was ich für mein höheres Alter angespart hatte, durch die Börsenlage und schlechter Anlagen ziemlich geschrumpft ist.

Man kann sich gesund ernähren und trotzdem sparen. Es ist meiner Meinung nach sogar billiger, sich gesund zu ernähren, wenn man statt Fertiggerichten Reis mit Gemüse macht oder Nudelgerichte mit Salaten. Möhren, Eisbergsalat, Obst der Saison kann man sich trotz gestiegener Preise gut leisten. Reis als Beilage kostet für eine Person ein bis zwei Groschen. Irgendein Obst gibt es immer irgendwo im Sonderangebot und Brot kaufe ich beim Lidl vom Vortag. Ich gebe zur Zeit pro Person weniger als 120 Euro im Monat für Lebensmittel und Hygieneartikel aus und ernähre mich durchaus abwechslungsreich.

Statt Wurst oder Käse kann man sich Tomaten, Champignons Pastete vom Müller Markt oder Frischkäse mit Schnittlauch aufs Brot tun. Das ist billiger als die billigste Wurst oder Schnittkäse. Dass das Geld für eine gute Ernährung nicht reicht, ist eine Ausrede oder mangelndes Wissen, wahrscheinlich eine Kombination aus beidem.

Sport gibt es bei YouTube umsonst. Man muss dafür gar nicht raus. Man braucht nur eine Bodenmatte, die nicht die Welt kostet. Geht aber manchmal auch ohne. Bei Gabi Fastner gibt es eine große Auswahl an Trainingseinheiten, zum Beispiel Zirkeltrainung, bei denen man in einer Stunde 300 bis 800 Kalorien, je nach Intensität, verbraucht.

Manchmal ist es mir fast peinlich, wie viel man fast umsonst bekommt. Ich lese für einen Stadtbibliothekspreis von jährlich 20 Euro umsonst Zeitung und Zeitschriften, mache umsonst Sport, gehe sonntags für einen Euro ins Museum und fahre zurzeit für neun Euro in Deutschland herum. Manche Dinge hängen natürlich davon ab, wo man wohnt, aber so Extreme, wie Cooper75 beschreibt, sind doch eher selten.

» blümchen » Beiträge: 4508 » Talkpoints: 68,32 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Blümchen, diese Extreme sind nicht selten. Es gibt Untersuchungen zu Nahrungsmittelwüsten in Industrienationen und die zeigen, auch in Europa und in Deutschland sind die nicht selten. In sozialen Brennpunkten in Großstädten, wo Läden mit entsprechendem Angebot nicht erreichbar sind, und auf dem Land, wo nicht mobile Menschen sich auf Haltbares konzentrieren müssen, sieht es ziemlich mau aus.

Da sind die Menschen schlichtweg mangelernährt. Die sind nicht zu dünn, weil ihnen Eiweiß und Kohlenhydrate fehlen, da sind Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente Mangelware. Weil der Zugang zu frischen Nahrungsmitteln fehlt.

Wenn du dir allein das Ruhrgebiet ansiehst. Dort leben über fünf Millionen Menschen und vielen fehlt der Zugang zu frischer Ware. Untersuchungen zeigen viele weiße Flecken auf der Landkarte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Und du kannst auch nicht die Angebote reicherer Städte mit denen noch verschuldeter Kommunen wie denen im Ruhrgebiet vergleichen. Wenn du hier beispielsweise etwas moderne Kunst sehen möchtest, kostet das 9 Euro, falls du Sozialleistungen beziehst, sind es immer noch 5. Aus vielen Wohnlagen heraus erreichst du keine Grünfläche zu Fuß, wenn du nicht fit bist. Sport kostenlos wird also schwierig. Und komm nicht mit YouTube, hier können sich ganz viele kein Internet leisten.

» cooper75 » Beiträge: 12639 » Talkpoints: 358,78 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^