FSJ beim Rettungsdienst?

vom 11.09.2008, 18:12 Uhr
Hallo,

bin ja aktuell am überlegen, was ich so nach meinem Fachabitur (in zwei Jahren) mache. Bin auch an einem FSJ im Rettungsdienst sehr interessiert. Hab dem DRK schon mal ne Mail geschrieben, kam aber bis jetzt leider keine Antwort. Daher frag ich mal hier nach, vielleicht kann man mir hier helfen.

a.) Wann sollte ich mich bewerben? (Bin aktuell 16 Jahren und in Klasse 11 erstes Halbjahr). Wie groß ist denn der Andrang bei solchen Stellen?
b.) Gibt es da auch Einstellungstest wie man sie von anderen großen Firmen kennt?
c.) Wird man während dem FSJ zum Rettungssanitäter oder Rettungshelfer ausgebildet und fährt man auch mal bei Notfalleinsätzen mit?

Edit: d.) Zivildienst oder FSJ? Wo genau ist den der Unterschied?
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» Julian » Beiträge: 3442 » Talkpoints: 6,30 »


a) Schulfreunde von mir haben relativ kurzfristig eine Stelle bekommen, also die haben sich erst dann beworben als sie die Absage für den Studienplatz hatten und sich überlegen mussten was sie im nächsten halben Jahr machen. Aber es gibt bestimmt auch Stellen wo der Andrang gross ist und wo man sich am besten schon ein Jahr vorher bewirbt.

b) Habe ich noch nie gehört, ich glaube aber eher nicht.

c) Ich glaube nicht, dass das beim Rettungsdienst überhaupt möglich ist, weil ein FSJ ja hauptsächlich aus unqualifizierten Hilfstätigkeiten besteht und im Rettungsdienst muss man doch schon einiges wissen und können. Den eine Ausbildung gibt es während der Zeit nicht, nur begleitende Seminartage je nach dem wo man arbeitet. Ein FSJ ist also einfach eine Art Praktikum.

d) Meinst du formal oder von der Tätigkeit her? Ich denke du weisst, dass Zivildienst für Männer die Alternative zum Wehrdienst ist, während FSJ freiwillig ist für Männer und Frauen. Von der Tätigkeit selber ist das wahrscheinlich gar nicht so ein grosser Unterschied. Wenn ich vergleiche was ich von Zivis und FSJlern in meinem Bekanntenkreis so weiss - das kann man durchaus vergleichen.
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» Cloudy24 » Beiträge: 11959 » Talkpoints: 68,13 »

zu a) Ich würde mich an deiner Stelle auf jeden Fall schon mal informieren und damit verbunden auch zu dem jeweiligen Verantwortlichen deines Kreisverbandes/Ortsverbandes Kontakt aufnehmen, da es regionale Unterschiede gibt, sowohl bei der Bewerbung als auch beim Andrang. Sich früh genug mit der Thematik auseinander zusetzten zeugt von Verantwortung und ist sicher gern gesehen.

zu b) Einstellungstest an sich kenne ich nicht beim FSJ, aber im Bewerbungsgespräch muss man schon souverän und interessiert rüberkommen, und vorallem informiert, da Fragen zum späteren Arbeitsgebiet/Interessengebiet unter Garantie auftreten werden.

zu c) Die Einsatzgebiete für FSJler sind beim DRK die Seniorenhilfe, Bildungszentrum und der Rettungsdienst. Im Bereich Rettungsdienst sind jedoch FSJler nicht für Notfalleinsätze vorgesehen, sondern eher für Bereiche des Hausnotrufes und der Einsatzleitzentrale. Natürlich kann es trotzdem regionale Unterschiede geben.

zu d) Als Zivi sind die Einsatzmöglichkeiten größer und deine Hoffnung auch Einsätze zu fahren größer. Notfalleinsätze werden jedoch regional größtenteils von der Feuerwehr bzw. dem Vertragspartner gefahren. Aber wenn du dich auch für Krankentransporte, Blut- und Organtransporte, und Sanitätsdienste begeistern kannst wäre die Alternative Zivildienst wohl die bessere.
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» chuchan » Beiträge: 4 » Talkpoints: 1,72 »


chuchan hat geschrieben:....
zu c) Die Einsatzgebiete für FSJler sind beim DRK die Seniorenhilfe, Bildungszentrum und der Rettungsdienst. Im Bereich Rettungsdienst sind jedoch FSJler nicht für Notfalleinsätze vorgesehen, sondern eher für Bereiche des Hausnotrufes und der Einsatzleitzentrale. Natürlich kann es trotzdem regionale Unterschiede geben.

....


Hallo,

habe jetzt mal noch weiter gesucht und bin dabei auf folgendes gestoßen: Rettungswesen. Wenn ich das richtig verstanden haeb wird man dann zum Rettungshelfer und Rettungssanitäter azusgebildet und fährt auch bei den Notfalleinsätzen mit.
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» Julian » Beiträge: 3442 » Talkpoints: 6,30 »

bin ja aktuell am überlegen, was ich so nach meinem Fachabitur (in zwei Jahren) mache. Bin auch an einem FSJ im Rettungsdienst sehr interessiert. Hab dem DRK schon mal ne Mail geschrieben, kam aber bis jetzt leider keine Antwort. Daher frag ich mal hier nach, vielleicht kann man mir hier helfen.


Ich frag dich erst einmal, was bringt dir ein FSJ ? Normalerweise verschenkst du damit nur Zeit, es ist ganz nett die Zeit zum Studium zu überbrücken aber das war es auch schon. In einem FSJ wird man mehr ausgebeutet als billige Arbeitskraft, und das vor allem im Rettungsdienst. Wie du weißt, schaffe ich seit Jahren selbst hauptberuflich in diesem Verein und sehe jedes Jahr die FSJ kommen und gehen - und wenn sie gehen, die Leute sind verbraucht und kaputt gemacht. Du musst vorher wissen auf was du dich einlässt, das ist kein Entspanner Job mit morgens ins Büro ein wenig Papier durch die Gegend schieben und dann Abends heim. Es gibt Nachtschichten, Tagschichten die sehr schnell aufeinander wechseln (in der Regel zwei Tag und zwei Nacht pro Woche + Blockdienste) und du kommst Minimum auf eine 48 Stundenwoche. Stell dich aber auf eine Arbeitszeit von 60-80 Stunden die Woche ein, und dafür bekommst du dann am Ende des Monats 290 Euro ... wenn du das möchtest, dann bitteschön dann kannst du es aber auch einfacher haben als mit einem FSJ. Dann kannst du gerade einmal meinen anderen Beitrag lesen zum Rettungdienst, mit den Nicht-ärztliche Ausbildungen im Rettungsdienst


c) Ich glaube nicht, dass das beim Rettungsdienst überhaupt möglich ist, weil ein FSJ ja hauptsächlich aus unqualifizierten Hilfstätigkeiten besteht und im Rettungsdienst muss man doch schon einiges wissen und können. Den eine Ausbildung gibt es während der Zeit nicht, nur begleitende Seminartage je nach dem wo man arbeitet. Ein FSJ ist also einfach eine Art Praktikum.

zu c) Die Einsatzgebiete für FSJler sind beim DRK die Seniorenhilfe, Bildungszentrum und der Rettungsdienst. Im Bereich Rettungsdienst sind jedoch FSJler nicht für Notfalleinsätze vorgesehen, sondern eher für Bereiche des Hausnotrufes und der Einsatzleitzentrale. Natürlich kann es trotzdem regionale Unterschiede geben.


Hier schwätzen Leute, obwohl sie keine Ahnung haben ! Es ist richtig, das die meisten FSJ in den sozialen Diensten Tätig sind wie zum Beispiel der Kleiderkammer, Seniorenbetreuung, Essen auf Rädern usw. Aber im Rettungsdienst gibt es auch FSJ, diese sind allerdings nicht so weit verbreitet und es geht nicht in jedem Bundesland ! Der Rettungsdienst ist Ländersache, und somit gibt es für jedes Bundesland eine unterschiedliche Fassung dazu und deswegen sind die Rettungswägen auch so unterschiedlich besetzt. In Bayern reicht ein "geeigneter Fahrer und ein Rettungsassistent", in Baden-Wüttemberg "zwei Rettungsassistenten" und in Hessen ist es wieder anders "Rettungshelfer und Rettungsassistent" usw. ... Es kommt wie gesagt auf das Bundesland drauf an, wo du das FSJ ableisten möchtest, aber grundsätzlich geht es. Jedoch musst du bedenken, selbst wenn du die Ausbildung machen musst gibt es auch da unterschiede, eben Ländersache !

Und zum ersten Poster, lern lesen und äusser dich nur wenn du auch Ahnung hast. Um ein FSJ im Rettungsdienst machen zu können, wird man erst einmal drei Monate auf Schulung geschickt. Dabei erlangt man die Qualifikation Rettungshelfer, bzw mit der Bestandenen Prüfung Rettungssanitäter. Und mit diesen Qualifikationen, darf man im Rettungsdienst eingesetzt werden. In welcher Funktion, das regelt wieder einmal das Rettungsdienstgesetz für das entsprechende Bundesland. In Baden Wüttemberg, darf so jemand auf dem KTW (Krankentransportwagen) als Verantwortlicher Eingesetzt werden, oder auch als Fahrer des Rettungswagen (Unterschiede siehe in meinem anderen Thread Rettungsdienst - Überblick über verschiedene Rettungsmittel
). Zum zweiten kann ich nur sagen, auch wieder nur Halbwissen was hier verbreitet wird. In Hessen zum Beispiel gibt es keine KTW mehr, sondern nur noch Mehrzweckfahrzeuge (kurz MZF). Das ist ein Rettungswagen, der aber auch Krankentransporte durchführt und dieser muss minimum mit einem Rettungshelfer und einem Rettungsassistenten besetzt sein. Ohne einen Rettungsassistent (höchste nicht studierte Ausbildung im Rettungsdienst) schicken sie keinen auf die Gasse, da sich der Kreisverband strafbar machen würde. Gerechtfertigt wäre das nur in einem besonderen Notstand, aber um den zu erreichen muss schon einiges vorliegen ...

a.) Wann sollte ich mich bewerben? (Bin aktuell 16 Jahren und in Klasse 11 erstes Halbjahr). Wie groß ist denn der Andrang bei solchen Stellen?

Du solltest dich früh genug bewerben, je früher desto besser. Aber die Vorraussetzungen zu erfüllen ist nicht so einfach. Du musst ein augenärztliches Gutachten vorweisen (ein normaler Sehtest reicht nicht aus), dann ein Schreiben von deinem Hausarzt der dir die uneingeschränkte körperliche und psychische Eignung bescheinigt sowie Mindestens einen Führerschein der Klasse B ! Ohne einen Führerschein geht gar nichts, die meisten Kreisverbände (95 % der die FSJ nehmen) setzen sogar einen LKW Führerschein der Klasse C1 (oder Höher) vorraus. Das kommt daher, dass die Rettungswägen und auch Krankentransportwägen inzwischen über 3,5 Tonnen wiegen, und damit die Klasse B nicht mehr aussreicht um diese fahren zu dürfen. Und diesen Führerschein bekommst du nicht vom Arbeitgeber oder vom FSJ erstattet, und vergiss auch gleich das Arbeitsamt oder sonstige Stellen - diese Kosten trägst du selbst ! So ein Führerschein geht ab ca. 1200 Euro los und geht bis rauf zu 4000 Euro. Die musst du auch erst einmal haben, und das ist noch nicht alles was du selbst bezahlen musst. Zu der Ausbildung selbst komme ich noch.

b.) Gibt es da auch Einstellungstest wie man sie von anderen großen Firmen kennt?

Ja gibt es, wobei es mehr ein Einstellungspraktikum ist. Da wird geschaut ob du generell geeignet bist, und das ganze geht 7-14 Tage bei denen zu als dritter Mann auf den Fahrzeugen real eingesetzt wirst. Jedoch hast du mindestens einen erfahrene Kollegen mit dabei, der mindestens zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen müssen oder/und die Qualifkation Lehrrettungsassistent (nach dem Hessischen Rettungsdienstgesetz). Der andere kann auch nur ein FSJ o.ä. sein, solang der Rettungsassistent da ist, ist alles gut. Der hat aber auch andere Dinge zu tun, als dich wie einen Sack Flöhe zu hüten deswegen sollte man auch nicht im Weg stehen wenn es "um die Wurst geht" sondern Platz machen und vor allem keine Fragen stellen wenn es unangebracht ist !

Ohne dieses Praktika kenn ich keine FSJ Stelle die jemanden nimmt, und wen sie zum Praktika zulassen - das kommt darauf an. Meistens sind es die Leute die vorher schon Erfahrungen mit dem Rettungsdienst gemacht haben und in einer Bereitschaft oder Ortsvereinigung Ehrenamtlich tätig sind. Deswegen würd ich mich direkt nach so etwas bei dir in der Gegend umsehen, solang du noch auf der Schule bist und da kannst du dir das auch erst einmal an schauen, ob es etwas für dich ist. Die meisten stellen es sich ganz anders Vor, als es in Wirklichkeit ist. Das Leben besteht nicht nur aus Blaulicht, Action, zerfetzte Leute aufsammeln und Blut - sondern um viel "Mist" mit verstopften Blasenkathetern, "ein bisschen schlecht gehen", Simulanten und Menschen die einfach als Arschloch geboren wurden ... Man braucht ein dickes Fell in dem Job, und das solltest du dir vorher schon einmal anschauen sonst machst du dich selbst damit nur kaputt !

c.) Wird man während dem FSJ zum Rettungssanitäter oder Rettungshelfer ausgebildet und fährt man auch mal bei Notfalleinsätzen mit?

Zu der Ausbildung, um im Rettungsdienst arbeiten zu können braucht man eine Ausbildung. Wie das gehandhabt wird ist wieder Ländersache, in Hessen ist es so es wird die Ausbildung zum Rettungshelfer bezahlt - jedoch der Abschlusslehrgang zum Rettungssanitäter muss selbst bezahlt werden (ca. 200-400 Euro), der dauert 14 Tage und auch die Zeit die man dafür benötigt, wird man vom Dienst nicht frei gestellt sondern muss seinen Urlaub dazu opfern. Ebenfalls die Unterlagen die man in der Ausbildung benötigt, werden nicht gestellt, sondern müssen auch selbst bezahlt werden (ca. 250 Euro). Dazu kommt wie gesagt der Führerschein mit den oben genannten Kosten. Eine Aufstellung, für welches Bundesland man welche Ausbildung braucht hab ich ganz unten aufgestellt. Dies ganze kann man aus den jeweiligen Gesetzen für den Rettungsdienst herrauslesen, oder basieren auf Erfahrungen die ich gemacht habe (inzwischen war ich in vier unterschiedlichen Bundesländern tätig).

Daraus geht dann auch hervor, auf welchen Rettungsmitteln du eingesetzt werden kannst als FSJ. Während der 3 Monatigen Ausbildung, ist ein Rettungswachenpraktikum fällig - in dem wirst du als dritter Mann (in der Regel) auf allen Bodengebundenen Rettungsmitteln eingesetzt. Das soll heißen, auf dem Krankentransportwagen (KTW, soweit vorhanden) sowie Rettungs- Notarztwagen (RTW / NAW) und soweit vorhanden Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Auf einen Intensivtransportwagen werden FSJ'ler nicht gelassen, da dieser immer mit zwei Rettungsassistenten mit Zusatzausbildung sowie mindestens einem Notarzt (manchmal auch noch mit einem Intensivpfleger) besetzt ist. In der Zeit fährst du alles, Krankentransporte, Einsätze und Notfalleinsätze. Der Unterschied besteht darin, ein Krankentransport ist eine vorher angemeldete und geplante Fahrt wie zum Beispiel Einweisung von der Oma ins Krankenhaus oder die Fahrt zum Termin beim Arzt. Diese Transporte haben mehrere Stunden Zeit, bis ein Fahrzeug dort kommt und den Patienten aufnimmt und fort fährt. Ein Einsatz ist quasi ein Notfalleinsatz, allerdings ohne Blaulicht - soll heißen da muss man sofort los, aber es ist nicht so dringend das man mit Blaulicht anfahren muss. Es besteht also keine Lebensgefahr nach Einschätzung des Leitstellendisponenten der den Anruf entgegen genommen hat. Ein Notfalleinsatz ist dann das, was nach der Einschätzung am Telefon zu einer akuten oder/und Lebensgefährlichen Situation führt und schnellere Hilfe erfordert, innerhalb der Hilfsfrist die wieder nach den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gestaltet ist. Erwarte dir aber nicht zu viel, der Job des Rettungsdienstlers besteht zu 80 % aus Krankentransporten, zu 15 % aus angeblichen Notfalleinsätzen die eigentlich nur Krankentransporte sind und zu 5 % aus richtigen Notfällen bei dem eine schnelle Entscheidung bedarf. Statistisch gesehen hat man pro Jahr (bei einer Durchschnittlichen Arbeitszeit von 48 h Woche) ca. 8-10 pro Jahr.

Wie du nach der Ausbildung eingesetzt werden kannst, steht unten in der aufgeführten Liste.

d.) Zivildienst oder FSJ? Wo genau ist den der Unterschied?

Wie der Name schon sagt, FSJ = Freiwilliges Soziales Jahr - also freiwillig. Der Zivildienst ist der Wehrdienstersatz und damit Pflicht für Männer. Dazu gab es auch schon einen Thread hier im Forum dazu (freiwilliger Zivildienst ?)

Unterschied speziell auf den Rettungsdienst bezogen in Kurzform:
Zivildienstleistender bekommt die Ausbildung auf alle Fälle komplett bezahlt, inkl dem Abschlusslehrgang (jedoch ohne die Kosten für das Lehrmaterial) und bekommt dann die gleiche Besoldung wie jemand der bei der Bundeswehr seinen Wehrdienst ableistet. Das müssten sich um die 600 Euro im Monat bewegen, dazu kommt dann noch das Fahrgeld und Verpflegungsgeld ... da fragst du am besten mal Subbotnik wieviel das genau ist, der hat das schon in anderen Threads ganz gut erklärt :wink: Dazu kann ein Zivi nicht mit Überstunden rausgehen, oder sich die Ausbezahlen lassen sondern muss die Abfeiern (darf weder zu viel, noch zu wenig Stunden haben).

Im Gegensatz das FSJ, dort muss die Ausbildung nicht komplett bezahlt werden sondern es kann verlangt werden, das der Kandidat einen Teil selbst finanziert. Dazu gibt es nur ein Praktikanten Geld von ca. 300 Euro im Monat, und der FSJ darf Überstunden machen und auch mit mehr Stunden entlassen werden, die dann ausbezahlt werden. Fahrgeld, oder Verpflegungsgeld gibt es nicht - finanziell weniger lukrativ. Dazu dauert ein FSJ 12 Monate und der Zivildienst nur 9 Monate.

zu a) Ich würde mich an deiner Stelle auf jeden Fall schon mal informieren und damit verbunden auch zu dem jeweiligen Verantwortlichen deines Kreisverbandes/Ortsverbandes Kontakt aufnehmen, da es regionale Unterschiede gibt, sowohl bei der Bewerbung als auch beim Andrang. Sich früh genug mit der Thematik auseinander zusetzten zeugt von Verantwortung und ist sicher gern gesehen.


Wie schon erwähnt, erst einmal schlau machen bevor man hier was postet ! Denn was du hier von dir gibst, das ist total für den Arm. Ein Ortsverband sind die ehrenamtlichen, und die nehmen keine FSJ. Das heißt Kreisverband, und selbst die entscheiden nur zum Teil wer kommt. Die FSJ Stellen werden von der zentralen Bezirksstelle besetzt, allerdings geht man sich selbst in dem Kreisverband in dem man sein FSJ machen möchte vorstellen und äussert diesen Wunsch in der Bezirksstelle. Diese Regelt es dann für den FSJ, soweit es möglich ist. Und der Verantwortliche eines Kreisverbandes ist der Geschäftsführer, dieser entscheidet jedoch nicht über die FSJ Stellenbesetzung, denn das tut die Rettungsdienstleitung in Verbindung mit der Abteilung für FSJ. Gerade große Kreisverbände, haben dafür eine extra Abteilung die die ganzen FSJ und Zivildienstleistenden verwaltet.

zu d) Als Zivi sind die Einsatzmöglichkeiten größer und deine Hoffnung auch Einsätze zu fahren größer. Notfalleinsätze werden jedoch regional größtenteils von der Feuerwehr bzw. dem Vertragspartner gefahren. Aber wenn du dich auch für Krankentransporte, Blut- und Organtransporte, und Sanitätsdienste begeistern kannst wäre die Alternative Zivildienst wohl die bessere.


Dünnpfiff absoluta ! Als Zivildienstleistender sind die Chancen genauso groß wie für einen FSJ ler da die Ausbildung darüber entscheidet, auf welchem Rettungsmittel man eingesetzt wird und sich das auch noch auf die einzelnen Ländergesetze passend fügen muss. In Baden Wüttemberg könnte ein Zivi also auch nur Notfalleinsätze fahren, wenn er Zeitgleich eine Ausbildung als Rettungsassistent hat - und selbst dann, wird es nicht geduldet da niemand die rechtliche Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Ein fest angestellter Rettungsassistent hat den ärztlichen Leiter Rettungsdienst im Rücken als Fachpersonal, ein Zivildienstleistender ist "nur" geduldet von ihm und hat ihm Notfall nur das Kreiswehrersatzamt mit nicht fachlich versierten Leuten hinter sich ... das Risiko nimmt niemand auf sich, denn wenn der Zivi Mist baut als Verantwortlicher, dann übernimmt dafür niemand die Verantwortung sondern nur der Zivi selbst und das geht nicht ...

Den Unterschied zwischen den Zivis und den FSJ ler im Rettungsdienst hab ich weiter oben beschrieben. Und auch das gelabere mit Krankentransporte und Sanitätsdiensten ist Müll. Soll ich dir das mal erklären damit du nicht dumm stirbst ?! Krankentransporte werden von hauptberuflichem Rettungsfachpersonal durchgeführt, Sanitätsdienste von Hobbyrettern die das in ihrer Freizeit als Ehrenamt tun. Alles klar ? Du kannst keinen Zivildienst bei einer Ortsvereinigung machen, und damit hat man auch als Zivi keine Sanitätsdienste zu betreuen im Rahmen des Wehrersatzdienstes. Das kann man höchstens in seiner Freizeit tun ... die Bluttransporte und Organtransporte werden inzwischen meistens von anderen Mitteln, wie privaten Drittanbietern in Kooperation mit dem Roten Kreuz bzw. den Hilfsorganisationen durchgeführt und das sind dann "normale" Fahrzeuge und kein Rettungswagen. Unterscheide einmal, nicht alles wo Rotes Kreuz drauf steht ist nicht überall Rettungsdienst drinnen. Oder hast du jemals gesehen das ein Polytrauma mit einem Menüwagen von Essen auf Rädern weggefahren wurde ? - ich noch nicht, aber wenn du schon, dann mach mir bitte ein Video davon damit ich mich selbst davon überzeugen kann. Ansonsten werden Organe auch primär von sekundär Hubschraubern geflogen, da dies schneller geht und Blutbanken gibt es in jeder Stadt die ein Uniklinikum bzw. ein Klinikum der Maximalversorgung haben. Die kleineren werden von Aussenstellen der Blutbanken beliefert, oder von Privaten und selbst dann - jedes Krankenhaus muss ein gewisses Depot selbst im Haus haben.

Es kommt zwar vor, dass mal als Rettungswagen schon einmal Notfallmäßig Blut oder Organe fährt - das ist aber sehr selten und in meiner inzwischen 5 jährigen Hauptberuflichen Tätigkeit im Rettungsdienst, und auch in den 4 Jahren vorher hab ich das nie gemacht. Und meine Einsatzerfahrung umfasst inzwischen mehr als 7500 Krankentransporte, 2500 Notfalleinsätze und 2000 Einsätze. Noch Fragen ? Also Verwechsel nicht die sozialen Dienste der Hilfsorganisationen mit dem Rettungsdienst, denn das sind zwei komplett unterschiedliche paar Schuhe und Abteilungen !

Im übrigen die Feuerwehr bestellt nur in großen Städten wie Berlin, Köln u.ä. den Rettungsdienst oder ergänzen diesen z.B. München. Träger ist immer das Bundesland, und an wen sie die Aufgaben deligieren, ob an die Berufsfeuerwehr oder eben die Hilfsorganisationen das bleibt ihnen überlassen. Normalerweise an die HiOrgs, nur in Strukturschwachen Bereichen an die Berufsfeuerwehr (Tendenz abnehmend). Und es macht keinen Unterschied was auf dem Rettungswagen für ein Logo steht, es ist immer mindestens ein Rettungsassistent vorhanden - egal ob der nun beim Roten Kreuz, bei der Berufsfeuerwehr, den Maltesern, Johannitern, Arbeiter-Samariter-Bund oder auch Privaten Unternehmen.

Hier noch die Aufstellung über die einzelnen Länder, wie man mit welcher Qualifikation eingesetzt werden kann und ob dort FSJ'ler in der Notfallrettung beschäftigt werden:
Hessen
Mindestqualifikation: Rettungshelfer
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Nein (nicht vorhanden da MZF System)
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Bayern
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer und Beifahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Ja - wird aber selten Praktiziert
Zivis im RD: Nein (Stand 2005)
FSJ im RD: Nein (Stand 2005)

Baden Wüttemberg
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Nein
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer und Beifahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Saarland
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer und Beifahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Thüringen
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer / Nur in Ausnahmen Beifahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: Ja

Sachsen
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: Ja

Sachsen Anhalt
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Niedersachsen
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Hamburg
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Mecklenburg Vorpommern
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Berlin
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Nordrhein Westfalen
Mindestqualifikation: Rettungshelfer
Rettungswagen: Nein
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Bremen
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Brandenburg
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: ?
FSJ im RD: ?

Schleswig Holstein
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Rheinland-Pfalz
Mindestqualifikation: Rettungssanitäter
Rettungswagen: Ja - als Fahrer
Krankentransportwagen: Ja - als Fahrer
Notarzteinsatzfahrzeug: Nein
Zivis im RD: Ja
FSJ im RD: Ja

Rettungsdienstgesetze

Liebe Grüße
Sorae
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» Sorae » Beiträge: 4910 » Talkpoints: 20,92 »

Hallo,

auch wenn es schon etwas älter ist einmal mein Erfahrungsbericht.

Ich habe nach dem Abitur ein FSJ im Rettungsdienst gemacht. Warum? Weil ich einfach keine Lust mehr hatte groß zu lernen und erstmal praktisch tätig sein wollte. Ferner wußte ich noch nicht genau, was ich nach dem Abitur machen sollte. Da ich aber an Medizin und Pharmazie interessiert war, habe ich mich entschlossen es mit einem FSJ zu versuchen.

Die Bewerbungsfrist war im Verhältnis zu sonst sehr kurzfristig. Im Frühjahr wurden erst die Jobs für FSJ'ler veröffentlicht und im Juli ging's bei mir dann gleich los mit der Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Auf meiner Wache wurde die Ausbildung komplett bis zum Rettungssanitäter übernommen, ganz einfach aus dem Grund, dass das FSJ 12 Monate dauert und damit deutlich länger als der Zivildienst, so dass sich das ganze für den Arbeitgeber lohnt.

Ich war dann zunächst auf einem KTW tätig, später bin ich mit den Kollegen ganz normal auf dem Rettungswagen mit gefahren und war in der Notfallrettung tätig.

Mir hat das ganze seeehr viel Spaß gemacht und mir gezeigt, dass dies der richtige Weg für meine Zukunft ist. Das Geld, bzw. Taschengeld was man bekommt, ist nicht viel, aber da man das schon vorher weiß nicht weiter schlimm :P

Ausgebeutet wird man jedoch eigentlich nicht. Da es jedoch immer wieder vorkommen kann, und man als Berufseinsteiger nicht weiß was erlaubt ist oder nicht hat man genug unabhängige Betreuer an die man sich jederzeit wenden kann.

Zusätzlich wurden vom Landesverband regelmäßig Treffen veranstaltet , in denen immer gefragt wurde ob irgendwelche Probleme aufgetaucht sind. Bei einigen war dies der Fall, die hatten dann meist schon vorher telefonisch mit dem Landesverband Kontakt aufgenommen und dieser hat sich, wenn es keine andere Lösung gab als Arbeitsplatzwechsel um eine andere Stelle bemüht.

Für mich war dies also absolut kein vergeudetes Jahr und ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen.[/u]
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» menja » Beiträge: 153 » Talkpoints: 0,07 »


@Sorae: In welcher Stadt hast du das FSJ im Rettungsdienst gemacht? Mich würde das auch interessieren. Allerdings gibt es das in Köln nicht nur im Rettungsdienst, da ist es mehr der Blut- und Krankentransport.

Hoffe auf eine Antwort...
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» NaBonny » Beiträge: 1 » Talkpoints: 0,14 »

Ich habe kein FSJ gemacht, ich arbeite Hauptberuflich im Rettungsdienst als Rettungsassistentin. Das mit dem FSJ weiß ich nicht überall zu 100 % wie es geregelt ist, das kenne ich nur auswendig von Bayern und Hessen, weil ich dort jeweils in der Ausbildungsabteilung mit gesessen habe und mich auch mit darum kümmern musste.

In Köln wird der Rettungsdienst auch über die Berufsfeuerwehr geregelt, sprich das ganze gehört in das Beamtentum mit hinein. Dort gibt es dann auch kein FSJ, aber in Bonn sollte es so etwas geben und ein wenig außerhalb, wo die Feuerwehr nicht der alleinige Träger des Rettungsdienstes ist.

Es lohnt sich meistens vorher dort einmal anzurufen bei den Kreisverbänden und überhaupt zu fragen ob sie FSJ beschäftigen, denn viele Kreisverbände wollen wegen der inzwischen Europaweiten Ausschreibungen um die Vergaben und Zertifizierungen keine "ungelernten" bzw. minderqualifizierten Angestellten mehr. Der Trend geht wieder mehr dahin, dass zwei Rettungsassistenten auf dem Fahrzeug sitzen um bei den Ausschreibungen das anpreisen zu können was auch eine höhere Qualität darstellt als wenn man sagt "ich habe ein FSJ auf dem Auto". Das ganze wird halt doch eher politisch bestimmt und die FSJ Stellen im Rettungsdienst selbst, gehen immer weiter zurück.
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» Sorae » Beiträge: 4910 » Talkpoints: 20,92 »

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