vom 21.07.2011
Talkteria: Der freiwillige Wehrdienst ging wohl nach hinten los
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Der freiwillige Wehrdienst ging wohl nach hinten los

Forum: Aktuelles

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Nicht nur das man sich wohl mehr Freiwillige errechnet hatte zur Einführung des freiwilligen Wehrdienstes, die dann auch massiv ausgeblieben sind und wichtige Stellen jetzt unbesetzt sind. Jetzt habe ich auch gelesen, das rund 14 % der Freiwilligen schon gekündigt haben.

Wo soll das den hinführen? Ich denke mal jetzt herrscht schon massiver Mangel vorallem in Pflegestationen wie Krankenhäusern, die ihre Zivis einbüssen. Was haltet ihr von der ganzen Sache, war dies wohl eher ein Schuss der nach hinten los ging, nur um dort Einsparungen vor zu nehmen?
  
alkalie1 :: alkalie1 :: Beiträge 3300:: 19.15 Talkpoints :: Auszeichnung für 3000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Also das der Wehrdienst als Maßnahme eingeführt wurde, um Geld zu sparen, ist denke ich kein Geheimnis. Das es allerdings ein Eigentor war, zeichnet sich im Nachhinein deutlich ab. Die Zivis bleiben aus und die Leute gehen natürlich nicht mehr zum Bund. Ich denke es war vorher schon relativ offensichtlich, dass der Großteil der Jugendlichen keine Lust auf den Prozess der Musterung und folgendem Dienst hat.

Man sollte es jedoch auch aus der Sicht des Staates betrachten, der keine Möglichkeit hat das Debakel zu retten. Er kann höchstens bei den Jugendlichen für den Bund werben. Die Wehrpflicht jetzt wieder einzuführen würde viele Bürger auf die Barrikaden bringen und sicherlich Proteste und Demonstrationen auslösen.
  
:: Rodrigo :: Beiträge 5:: 1.24 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Genauso wie Rodrigo denke ich, dass es nun kein Weg zurück mehr für unseren Staat gibt. Wieder den Wehrdienst einführen, um leere Stellen zu besetzen wird nur Probleme in Form von Demonstrationen mit sich bringen. Aber die mussten ja auch damit rechnen, dass die jungen Leute nicht mehr wirklich hingehen, wenn sie nicht gezwungen sind. Wieso sollte man denn ein Jahr "verschwenden"? Die meisten werden lieber mit der Ausbildung oder mit dem Studium anfangen. Nun bleibt dem Staat wohl nichts anderes übrig, als zu schauen, wie er den Jugendlichen den Wehrdienst schmackhaft macht.
  
:: Natura88 :: Beiträge 142:: 61.86 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Es war ja klar, das durch die Abschaffung der Wehrpflicht die Anzahl der Neubeitritte stark sinkt, denn so wirklich freiwillig wollte da doch keiner hin. Natürlich ist die Bundeswehr bzw. der Zivildienst eine Erfahrung wert.
Doch im Endeffekt verliert man etwa ein halbes Jahr. Man könnte in dieser Zeit schon mit dem Studium oder der Ausbildung angefangen haben. Die Bundeswehr lockt nun neue Rekruten mit gut bezahlten Löhnen.
Zwei Freunde von mir gehen nun zur Bundeswehr, da sie ihrer Meinung nach nicht genau wissen, welchen Beruf sie nach der Schule erlernen sollen. Hier sieht man auch, das die Bundeswehr eine Art "Notlösung" ist .

Ich persönlich gehe nicht zur Bundeswehr, da ich gleich mit meinem Studium anfangen werde und so kostbare Zeit spare. Andererseits finde ich es auch bisschen schade das ich diese Erfahrung nie machen werde.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, das jetzt der Weg der Selbstentscheidung frei gemacht wurde, denn nun ist es jedem selbst überlassen ob er da hin geht oder nicht, keiner wird mehr gezwungen.
  
apollo2312 :: apollo2312 :: Beiträge 13:: 0.02 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Also das die mit dem Zivi aufgehört haben, finde ich in 2 Sachen blöd: 1. Nach dem abschließen der Schule haben dann viele Leute nichts zu tun. 2. Viele Krankenhäuser haben bereits eingeplant, dass sie wieder Personen erwarten die Arbeit übernehmen können, aber da das ja jetz nicht mehr ist, ist mehr Arbeit über für die sie niemanden haben, der das erledigt. Also besser Zivi wieder!
  
:: buchi123 :: Beiträge 2:: 0.25 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Ich habe zum Thema Zivi ja oder nein eine sehr gespaltene Meinung. Zum einen finde ich es richtig, jungen Männern die Freiheit zu lassen, ihr Leben gleich nach der Schule selbst zu bestimmen. Auf der anderen Seite kenne ich aber niemanden, der die Zeit als Zivi bereut hat. Ich glaube, dass die Zivi-Tätigkeit vielen jungen Männern ganz neue Perspektiven eröffnet hat und auch zur Persönlichkeitsbildung beigetragen hat. Der Freiwilligendienst kann da niemals anknüpfen.
  
:: elke81 :: Beiträge 16:: 3.68 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Natürlich ist es für die Männer gut, dass es den Wehrdienst bzw. Zivildienst nicht mehr gibt. Es ist ja auch eine Sache der Gleichberechtigung, ich meine, warum sollten nur Männer den Dienst leisten müssen?

Trotzdem ist es wieder mal eine für unsere Regierung typische Hauruck-Aktion. Ich habe nicht das Gefühl, dass das alle detailliert durchdacht wurde, im Gegenteil, es ist ähnlich wie mit der "brillianten" Idee, dass Schüler das Abitur nicht mehr nach 9, sondern schon nach 8 Jahren machen sollten: Kaum eingeführt, merkt unsere Regierung, dass das alles doch nicht so toll und einfach ist, wie sie gedacht haben..

Ich habe dieses Jahr Abi gemacht und es wird dieses Jahr echt schwer überhaupt einen Studienplatz zu bekommen, denn es sind ja nicht nur unsere Jungs, die dieses Jahr auch anfangen, dazu kommt, dass Niedersachsen und Bayern einen doppelten Abiturjahrgang rausbringt. Aber anstatt mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen (was die Kapazitäten unserer Universitäten von vornherein schon deutlich überschreiten würde) wird einfach noch mehr ausgesiebt.
  
:: Ariean :: Beiträge 8:: 4.66 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Dass viele Freiwillige gekündigt haben ist mir neu und überrascht mich. Ein großes Problem bei der Abschaffung war auch, dass neben der Umstellung auf G8 auch der Zivildienst wegfällt, sodass die Universitäten oder Fachhochschule gnadenlos überlaufen sind.

Jeder ist sich aber bewusst, dass sehr viele Leute beklagt haben, dass sie keinen Grundwehrdienst antreten wollen aus Gewissensgründen. Ich bin der selben Meinung, sodass ich eigentlich ein Befürworter für das Verfahren bin.

Außerdem ist es unfair das Männer dazu gezwungen werden 6 Monate das zu machen, was der Staat vorschreibt und Frauen sofort anfangen können zu studieren. Eine Sache, die sehr unfair ist. Was man aber sagen muss ist, dass der Grundwehrdienst früher länger (18 Monate) war und das sich hier was getan hat.

Trotzdem ging alles viel zu schnell, es wurde nicht viel geplant und es war abzuwarten, dass die Altenheime große Personalprobleme haben und oder Zivildienstleistende nicht auskommen können. Dass der Zivil- und Grundwehrdienst nun freiwillig angeboten wird, finde ich sehr gut.

Die Änderung, dass alles nun nicht mehr zwingend ist, finde ich sehr gut, jedoch ist die Umsetzung die Falsche. Auf einmal, ohne Vorbereitung der Seniorenheime und langsamere Verminderung der Arbeiter, wird das Verfahren abgeschafft. Es ist natürlich logisch, dass nun niemand mehr in Krankenhäusern oder Kindergärten arbeiten wird und Zeit verlieren will anstatt eine Ausbildung zu beginnen.
  
:: flori96 :: Beiträge 42:: 34.07 Talkpoints Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
wenn man einen normalen Menschenverstand hat, konnte man von vornherein wissen, dass Pflegestationen und Krankenhäuser dadurch massive Probleme bekommen, weil sie keine Zivis mehr bekommen. Vorher gab es genügend Bewerber, aber wer bewirbt sich denn heutzutage auf so eine Stelle schon freiwillig? Als Pflegepersonal verdient man sowieso kaum Geld und da kann man schon eine richtige Ausbildung machen und kann weiter an seiner Zukunft basteln. In der Pflege ist dies leider nicht möglich und jeder junge Mensch will doch heutzutage viel Geld verdienen und am liebsten Karriere machen. Und als Pflegepersonal kann man kaum Karriere machen. Da muss man schon Medizin studieren und später Chefarzt werden.
  
:: kowalski6 :: Beiträge 1635:: 516.84 Talkpoints :: Auszeichnung für 1000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
Es ist ja nun wahrhaftig nicht so, dass niemand vorher vor den Folgen gewarnt hätte. So läuft das in der Politik. Da wird erst ein ungeheurer Flurschaden angerichtet und während der kleine Mann und die kleine Frau zusehen kann, wie man mit dem Chaos zurechtkommt, kauft man sich ein Haus im feinen Connecticut und kümmert sich einen Kehricht um den Dreckshaufen, den man hinterlassen hat. Im Gegenteil, man wird noch ein Buch über den abgesonderten Mist (ab)schreiben, seine verquaste Sicht der Welt aus Sicht eines zigfachen Millionärs darlegen und wie missverstanden man doch geworden sei. Als Zeichen der Demut spendet man einen Teil der Tantiemen für den Kampf gegen Kinderpornographie oder so. Und wenn man sich genug bemitleidet hat, droht man mit Rückkehr.

Scheint ein neuer Trend zu sein, mit der Freiwilligkeit: freiwillige Selbstverpflichtung, freiwilliger Wehrdienst, freiwillige Bankenabgabe. Ich finde das alles nur noch traurig.
  
Richtlinie2 :: Richtlinie2 :: Beiträge 1557:: 606.33 Talkpoints :: Auszeichnung für 1000 Beiträge Zum Antworten mit Zitat bitte einloggen
 
 
 
   
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