Vollkaskoversicherung - bis welchem Alter vom Auto

vom 11.08.2010, 18:41 Uhr
Ich habe eine 6 Jahre alte Mercedes A Klasse und habe noch immer eine Vollkaskoversicherung. Am Anfang als sie noch neu war dachte ich ist praktisch wenn ich eine habe, dann als ich sie kündigen wollte, hat mein Mann doch noch den Führerschein gemacht und ich habe sie vorsichtshalber wieder gelassen. Dann kam die neue Garageneinfahrt die ziemlich steil ist und da dachte ich auch, was ist wenn ich zum rutschen komme. Na, auf alle Fälle habe ich sie noch immer.

Jetzt stellt sie meine Frage, bis zu welchen Alter vom Auto ist es überhaupt sinnvoll. Ich werde sie jetzt dann auf alle Fälle kündigen, entweder weil ich sie nicht mehr brauche, oder weil ich sowieso ein anderes Auto bekomme. Aber wie lange hat man normalerweise eine Vollkasko. Wo ist der Unterschied zu einer Teilkasko. Was wird hier weniger bezahlt? Sind es nur die selbstverursachten Schäden oder gehts hier um mehr? Würde mich freuen wenn mir hier jemand Auskunft geben könnte!
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» wiesel » Beiträge: 1303 » Talkpoints: 0,26 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Mit dem Alter des Autos hat das weniger zu tun, ob man vollkaskoversichert ist. Es kommt auf deine finanzielle Lage an. Könntest du dir im Falle eines Falles ein gleichwertiges Auto direkt wieder leisten, wenn du einen selbstverschuldeten Unfall hättest? Dann kannst du in Erwägung ziehen die Vollkaskoversicherung zu kündigen. Wenn du aber das Geld nicht hast für einen gleichwertigen Wagen, dann würde ich die Versicherung auch noch laufen lassen. Besonders, wenn du auf ein Auto angewiesen bist und schnell einen gleichwertigen Wagen haben müsstest.

Dann muss man auch ausrechnen, wieviel mehr die Vollkaskoversicherung kostet und wenn man sich im Falle eines Falles einen Wagen kaufen könnte, ob es sich lohnt diese Versicherung weiterlaufen zu lassen. Wenn du einen 10 Jahre alten Wagen hast, aber nie das Geld aufbringen könntest für einen gleichwertigen Wagen, dann wäre es eine Überlegung wert, die Versicherung auch noch laufen zu lassen.

Schon wenn du Schwierigkeiten hättest eine größere Reparatur wegen der rutschigen Garageneinfahrt bezahlen zu können ist die Vollkaskoversicherung immer noch besser, als wenn du dann "ins Schwimmen" kommst und kein Geld für die Reparatur hast.
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» Diamante » Beiträge: 34061 » Talkpoints: 19,20 » Auszeichnung für 34000 Beiträge

Diamante hat geschrieben:Mit dem Alter des Autos hat das weniger zu tun, ob man vollkaskoversichert ist. Es kommt auf deine finanzielle Lage an. Könntest du dir im Falle eines Falles ein gleichwertiges Auto direkt wieder leisten, wenn du einen selbstverschuldeten Unfall hättest?

Na aber sicher hat das was mit dem Alter des Wagens zu tun. Was bringt es mir denn mich Vollkasko zu versichern, weil ich mir kein neues Auto kaufen würde, wenn mir meine Versicherung dann nach 5 Jahren, nur noch den Zeitwert erstattet? Und je älter ein Auto, desto geringer ist nunmal in der Regel der Zeitwert und damit sinkt dann drastisch das was du von deiner Versicherung zurückbekommst. Dafür zahlst du aber immer ordentlich ein. So würde ich es schon als recht merkwürdig ansehen, wenn jemand ein normal gefahrenes Durchschnittsauto nach 10 Jahren noch Vollkasko versichert. Da kann man bald schon anfangen zu überlegen, ob sich überhaupt noch eine Teilkasko lohnt.

Der Unterschied der beiden Versicherungen liegt darin, dass die Vollkasko mehr übernimmt, eben auch Schäden die du selber verursachst an deinem Auto oder den ein Fremder verursacht, den du nicht mehr findest. Wenn dir also einer in dein Auto fährt und abhaut und du das Nummernschild nicht hast. Mit Vollkasko übernimmt das deine Versicherung, ohne läuft es dann auf eine Anzeige gegen Unbekannt hinaus, die im Sande verläuft und du selber bezahlst.

Es stellt sich aber da eben zumindest für mich immer die Frage, bin ich bereit unter Umständen ein paar Hundert Euro jedes Jahr mehr auf den Tisch zu legen, damit mir im Fall der Fälle mal eine Beule aus dem Auto gemacht wird oder ist mir das nach 5-6 Jahren dann auch egal, solange es nur ein optisches Problem ist.

Denn ganz ehrlich, wenn dir zum Beispiel einer in dein Auto fährt, dann musst du ja an jemanden geraten, der abhauen will. Und dann muss in dem Fall ja auch noch das Nummernschild nicht zu erkennen sein, was ich zusammen schon für etwas unwahrscheinlich halte (nicht unmöglich, aber eben eher ein Fall, den man bei sich selbst vielleicht 1mal im Leben hat). Denn wenn der Fahrer bekannt ist, zahlt ja eh seine Versicherung. Genauso wenn dir Unbekannte dein Auto mutwillig zerstören. Klar zahlt da die Vollkasko. Aber wieviel denn? Ich meine, wenn jemand was gegen dich hat und dein Auto ordentlich demoliert, da reicht dann das was der Versicherer zahlen will nachher nicht mehr aus um den Schaden zu beseitigen. Von Selbstbeteiligung ganz zu schweigen.

Am besten einfach mal mit deinem Versicherungsfachmann durchrechnen, was ihr sparen könntet und auf was du wirklich beim Versicherungsschutz dann verzichten müsstest.
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» Klehmchen » Beiträge: 2997 » Talkpoints: 91,13 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Hier wurde das schon einmal ausführlich besprochen Auto: Wann auf Teilkasko - Versicherung wechseln? und Subbotnik hat dort auch einiges dazu gesagt, was bei der Entscheidung, ob man die Vollkaskoversicherung in eine Teilkaskoversicherung umwandeln soll, helfen kann. Vielleicht hilft das ja der Threaderstellung bei der Wahl weiter.

Es kommt also entscheident auf den Restwert des Fahrzeuges an und wieviel man für die Vollkasko mehr bezahlt. Da keiner weiß, welches Auto die Threaderstellerin fährt und wie hoch der Restwert ist und wieviel die Differenz zur Teilkaskoversicherung ist, kann auch keiner konkrete Tipps liefern.
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» Diamante » Beiträge: 34061 » Talkpoints: 19,20 » Auszeichnung für 34000 Beiträge

Konkrte Tipps kann da nur die Versicherung geben. Von mehreren hundert Euro im Jahr zu sprechen, die man für eine Vollkaskoversicherung mehr bezahlen muss, als für eine Teilkaskoversicherung, mag ja in speziellen Einzelfällen vorkommen, scheint aber unwahrscheinlich.

Als ich das mal für eines meiner ehemaligen Fahrzeuge überprüfen liess, kam eine Ersparnis von 28 Euro im Jahr heraus, die die Kündigung der Vollkaskoversicherung ausgemacht hätte. Bei solche einem Betrag lohnt sich die Überlegung, die Vollkaskoversicherung zu kündigen dann in den meisten Fällen sicher nicht.
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» Squeeky » Beiträge: 1962 » Talkpoints: 6,20 » Auszeichnung für 1000 Beiträge

Ich sehe das wie Diamante, man muss sich sofort adäquaten Ersatz leisten können und mit dem Alter des Fahrzeuges hat das nicht so viel zu tun wie man eigentlich vermutet. Sicherlich ist es auf dem ersten Blick Unsinn ein Fahrzeug zu versichern was noch einen Restwert von fünfhundert Euro hat, aber es könnte sich doch noch lohnen.

Bei der Vollkaskoversicherung ist oft noch ein Schutzbrief dabei. Gerade ältere Fahrzeuge sind anfälliger und wer sich schon einmal ein paar Meter bis zur Werkstatt hat abschleppen lassen der weiß auch dass dann locker zweihundert Euro fällig sind. Dazu kommt noch die Möglichkeit dass eine Vollkaskoversicherung unter bestimmten Bedingungen preiswerter ist als eine Teilkasko. Das hängt unter anderem mit den Schadensfreiheitsklassen zusammen. Auch sind die Typenklassen bei der reinen Teilkasko öfters höher eingestuft als bei der Vollkasko obwohl es sich um das selbe Fahrzeug handelt. Bei niedriger Schadensfreiheitsklasse, also bei längerer unfallfreier Fahrt, zahlt man ja oft nur noch dreißig oder vierzig Prozent und diesen Rabatt bekommt man bei der Teilkasko nicht. Diese dreißig Prozent an Beitrag können durchaus günstiger sein als die Teilkasko zu einhundert Prozent Beitrag. Auch gibt es bei manchen Versicherungen noch einen Freischuss bei der VK dazu.

Auch ein Aspekt, wer seine Vollkasko kündigt wird seinen erkämpften Schadensfreiheitsrabatt los. Man steigt dann jedes Jahr eine Stufe nach oben und wenn man in fünf Jahren sich vielleicht wieder ein neues Auto zulegen will steigt man dann wieder diese Stufen höher ein. Das kann locker ein paar hundert Euro im Jahr ausmachen.

Meinen alten Renault hatte ich übrigends bis zur Verschrottung mit einer Vollkasko abgesichert. Mein Arbeitgeber verlangte das weil ich damit auch dienstlich durch die Gegend fahre und ich im Schadensfall verpflichtet bin die Schadenssumme so niedrig wie möglich zu halten. Damals war ich so bei um die fünfzig Prozent beim Rabatt und die Summe für die reine Teilkasko lag ungefähr zehn Mark unter dem jetzigen Beitrag.

Ich kann dir nur empfehlen mal einen Versicherungsvergleich im Internet vorzunehmen um fiktiv die Preise für Voll- und Teilkasko zu vergleichen. Natürlich hängt es auch von der Gesellschaft ab wo du versichert bist, aber für eine grobe Einschätzung reicht es wirklich aus. Eine weitere Variante wäre natürlich auch völlig auf die Teilkasko zu verzichten.
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» hooker » Beiträge: 6840 » Talkpoints: 22,74 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Ich glaube nicht, dass man eine Vollkaskoversicherung vom Alter des Autos ausmachen kann. Mein Auto ist jetzt 11 Jahre alt und immer noch vollkaskoversichert. Ich fahre bei 28 % und zahle dafür etwa 100 Euro im Jahr. So glaube ich, dass diese Summe immer noch im Verhältnis steht, mit dem, was ich bei einem Totalschaden bekommen würde. Ich kann mir leider nicht leisten, 5000 für ein anderes Auto zu bezahlen, falls ich meines gegen einen Baum setze.

So muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel Geld er für die Versicherung ausgeben möchte, es kommt bei dem Preis auf das Automodel an, die Prozente, mit denen man bei der Versicherung fährt und was das Auto noch wert ist. Neben den selbst verursachten Schäden bezahlt die Vollkaskoversicherung auch bei Hagelschäden, Hochwasserschäden oder Vandalismus, was die normale Teilkaskoversicherung nicht abdeckt.
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» urilemmi » Beiträge: 2266 » Talkpoints: 28,39 » Auszeichnung für 2000 Beiträge

hooker hat geschrieben:Ich sehe das wie Diamante, man muss sich sofort adäquaten Ersatz leisten können und mit dem Alter des Fahrzeuges hat das nicht so viel zu tun wie man eigentlich vermutet. Sicherlich ist es auf dem ersten Blick Unsinn ein Fahrzeug zu versichern was noch einen Restwert von fünfhundert Euro hat, aber es könnte sich doch noch lohnen.

Wie soll sich das denn lohnen, also unter dem Aspekt, des Neubeschaffens? Gerade wenn ein Auto ein Restwert von fünfhundert Euro hat, ist doch eine Vollkasko unter diesem Aspekt nicht der Bringer. Das kann sich durchaus lohnen, wenn man da einen sehr geringen Beitragssatz hat, weil man schon lange unterwegs ist, aber meine Versicherer konnten mir bisher noch nie eine günstigere Vollkasko als Teilkasko anbieten. Aber da kommt es sicher auf den Einzelfall an.

Und dann muss man ja auch auf die Selbstbeteiligung achten. Was bringt es mir denn, wenn ich schon fast mehr Selbstbeteiligung habe, als mein Auto wert ist? Sicher bei einer 6 jahre alten A-Klasse kann man das wohl ausschließen, aber bei dem 500 Euro Auto wird das schon ein Problem. Und ganz ehrlich, wann bekommt man denn schon mal für das Geld, was die Versicherung zahlt wirklich ein gleichwertiges Auto?

Und wenn mein Auto mal kaputt ist, dann rufe ich beim ADAC an um mich abschleppen zu lassen. Das kostet gerade für Familien weniger, als eine Vollkaskoversicherung. Denn mit der ADAC-Karte kann ich jedes Auto abschleppen lasse, dass ich fahre, und nicht nur die, die über mich versichert sind. Und vieles lässt sich da ja auch dann vor Ort machen. Das mag zwar ein guter Nebeneffekt der Vollkasko sein, aber nur deswegen würde ich sie nicht abschließen.

Aber ihr habt schon Recht, pauschal kann man das schlecht sagen, es lohne sich ab 4 oder ab 5 Jahre nicht mehr. Gibt ja durchaus auch noch sehr wertvolle alte Autos, bei denen es sich nach 20 Jahren noch lohnen kann. Aber man sollte eben auch nicht sagen, das Alter spielt keine Rolle. Wichtig ist ja eben auch der Wert des Autos und in meinen Augen eben vor allem, wie wahrscheinlich mögliche Schäden denn wirklich sind. So dürfte ja der Punkt Vandalismus auch nicht überall gleich gelten. Wenn das Auto nur in der Garage steht und vielleicht noch auf Arbeit auf einem überwachten Parkplatz, dann braucht man das nicht so sehr, wie jemand der dauernd in Problemvierteln parkt und auch bei seinem 15 Jahre alten Auto noch damit rechnen muss, dass einem da einfach mal so Scheiben eingeschlagen werden.

Von daher einfach durchrechnen lassen und überlegen wie groß der Unterschied ist und wie wahrscheinlich es ist, dass man die Vollkasko in Anspruch nehmen muss. Und durchaus auch mal bei anderen Versicherern gucken. Einfach im Internet vergleichen und mit dem besten Angebot zu deinem Versicherungsfachmann gehen.
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» Klehmchen » Beiträge: 2997 » Talkpoints: 91,13 » Auszeichnung für 2000 Beiträge

Bei mir ist die Teilkasko teurer als die Vollkasko seit ich bei einem Beitragssatz von 50% bin, eben wegen der Rabatte die es bei der TK nicht gibt. Durch die jährlich sinkende SF-Klasse sparst du beim neuen Auto in ein paar Jahren wiederum deutlich. Man muss sich damit halt beschäftigen und wissen was man will.

Zum Restwert. Mein letztes Fahrzeug hatte lt. Schwacke einen Restwert von 2500 €, die Händler haben nur abgewunken, 500€ war das maximale Angebot. Hätte ich das Fahrzeug höchstpersönlich geschrottet wäre die Versicherung mit dem ungefähren Restwert dabeigewesen.
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» hooker » Beiträge: 6840 » Talkpoints: 22,74 » Auszeichnung für 6000 Beiträge

hooker hat geschrieben:Zum Restwert. Mein letztes Fahrzeug hatte lt. Schwacke einen Restwert von 2500 €, die Händler haben nur abgewunken, 500€ war das maximale Angebot. Hätte ich das Fahrzeug höchstpersönlich geschrottet wäre die Versicherung mit dem ungefähren Restwert dabeigewesen.

Ja nun glaube aber nicht, dass du beim Händler für die 2.500 Euro viel mehr bekommen hättest, als dein altes Auto ;)

Das meine ich ja damit, wenn ich sage, dass man mit dem Geld der Versicherung erstmal ein gleichwertiges Auto bekommen muss. In der Theorie hört sich das alles ganz toll an. Aber die Händler haben da ja ihre eigene Vorstellung der Preise. Willst du verkaufen, ist dein Auto Schrott, willst du es kaufen, ist es das tollste was auf dem Hof steht.
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» Klehmchen » Beiträge: 2997 » Talkpoints: 91,13 » Auszeichnung für 2000 Beiträge

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