Konservendosen mit Beulen

vom 25.05.2010, 07:09 Uhr
Ich habe mal gehört, dass man Konservendosen, die eine Beule haben nicht mehr öffnen und essen soll. Wenn grade eine Beule hineingekommen ist, dann sollte man sie sofort öffnen und auch sofort essen und nicht lange stehen lassen, weil durch die Beule die innere Beschichtung abgehen kann oder springen kann und dann Giftstoffe in die Konserven gelangen können.

Anderseits habe ich auch wieder gehört, dass es nur früher der Fall war, als die Konserven noch aus einem anderen Material bestanden und man heute auch noch beulige Konserven ruhig bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum aufbewahren kann. Was ist aber richtig? Sind beulige Konservendosen wirklich gesundheitsschädlich? Wenn ja, was für ein Gift wird frei gesetzt? Warum, werden Dosen nciht aus ungiftigem Material hergestellt? Oder ist das ein altes Ammenmärchen?
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» Diamante » Beiträge: 33784 » Talkpoints: 56,94 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Ich kann mir kaum vorstellen, dass das der Wahrheit entspricht. Es ist möglich, dass das vielleicht früher mal so war, aber dann müsste. Konservendosen eigentlich auch generell nicht so gesund gewesen sein. Wenn durch eine einfache Beule schädliches Material in den Inhalt der Dose kommen könnte, würde das ja theoretisch auch durch kräftiges Schütteln oder so verursacht werden können. ich glaube wirklich nicht, dass das der Fall ist.

Ich habe auch schon manchmal Konservendosen mit Beulen lange im Schrank aufbewahrt und dann erst gegessen und mir ist dabei noch nie ein veränderter Geschmack oder irgendeine merkbare negative Auswirkung auf meine Gesundheit aufgefallen. Ich denke, wenn dem so wäre, würde es sicher auf den Dosen draufstehen.
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» channale » Beiträge: 1315 » Talkpoints: 94,93 » Auszeichnung für 1000 Beiträge

Früher wurde es durchaus empfohlen verbeulte Dosen zu entsorgen, weil der Inhalt giftig sein könnte. Heute sollte man da differenzierter vorgehen. Konservendosen, die sich ausbeulen, also aufblähen, sollte man unbedingt entsorgen. Das deutet darauf hin, dass der Inhalt in irgendeiner Form verdorben und nicht mehr zum Verzehr geeignet ist.

Wenn die Konservendose aber beispielsweise durch einen Sturz eine Beule davongetragen hat, dann ist das in der Regel ungefährlich. Eine Dose besteht aus Weißblech und Zinn, die beide ungiftig sind, allerdings die Lebensmittel geschmacklich verändern, was schon mal als unangenehm empfunden wird. Daher werden die Dosen hierzulande innen mit einer Kunststoffschicht versehen, die diese geschmackliche Veränderung verhindern soll. Durch eine Beule kann diese Schicht nun beschädigt werden.
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» JotJot » Beiträge: 13859 » Talkpoints: 7,44 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Es ist so, wie JotJot geschrieben hat. Man muss unterscheiden um welche Beule es sich handelt. Ist die Beule nach außen gewölbt, ohne dass die Dose eben zum Beispiel hinuntergefallen ist, soll man die Dose nicht öffnen, es können sich durch Bakterien giftige Gase gebildet haben und die können beim Öffnen sich dann eben bis zum Gesicht und den Atemwegen hin verbreiten.

Hat die Beule jedoch eben zum Beispiel durch Herunterfallen nur eingedrückte Stellen, ist das gar kein Problem, sofern die Dose nicht kaputt ist, was sie in der Regel nach einem normalen Sturz jedoch auch nicht ist und man kann die Dose bedenkenlos weiter aufheben und später verzehren.
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» tournesol » Beiträge: 7216 » Talkpoints: 377,50 » Auszeichnung für 7000 Beiträge

Es ist auf jeden Fall richtig, dass man Konserven nicht mehr öffnen und essen soll, wenn die Beule nach außen gewölbt ist. Dort kann sich unter Umständen Botulinumtoxin gebildet haben. Das kommt besonders häufig bei Fleisch und Fischkonserven vor und es kann sogar tödlich sein, wenn man die Konserve trotzdem isst. Merken würde man nämlich nichts, denn der Giftstoff ist geruchs- und geschmacksneutral. Treten nach dem Essen Symptome wie Erbrechen, Übelkeit und Sehstörungen oder Schluckbeschwerden auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Auch verzinnte Dosen können schädlich sein, weil da innen noch Schwarzblech ist. Durch eine Beule könnte die Zinnschicht brechen und der Doseninhalt würde dann mit dem Schwarzblech in Berührung kommen, der allerdings rostet. Dadurch könnten auch schädliche Verbindungen entstehen. Aluminiumdosen sind da etwas sicherer, da es deutlich länger braucht, bis es oxidiert.
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» Crispin » Beiträge: 8398 » Talkpoints: 197,90 » Auszeichnung für 8000 Beiträge

Gerade wenn die Dose innen noch extra beschichtet ist, sollte man den Inhalt entsorgen, wenn eine Beule durch einen Sturz entstanden ist. Dazu war in irgendeiner Sendung von ein paar Monaten erst die Meinung von Fachleuten. Denn die Beschichtung weist eben darauf hin, das das reine Dosenblech eventuell nicht in Kontakt mit Lebensmitteln kommen sollte.

Dazu besteht ja auch die Möglichkeit, das kleinste Teile der Beschichtung abgeplatzt sind, was man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Verzehrt man diese mit, kann es unter Umständen auch zu unschönen Begleiterscheinungen kommen. Deswegen sind auch Supermärkte eigentlich dazu verpflichtet verbeulte Dosen nicht verbilligt anzubieten, sondern zu entsorgen.
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» Punktedieb » Beiträge: 14464 » Talkpoints: 106,39 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Wenn eine Konservendose eine Aufblähung nach außen hat (Bombage) sollte man vorsichtig sein, wie schon geschrieben, weil der Inhalt wahrscheinlich verdorben ist. Durch Fäulnis oder Gärung bilden sich Gase (Botulinumtoxin). Wird der Inhalt gegessen, könnte das eine lebensbedrohliche Vergiftung bewirken. Unsere Konservendosen sind heute fast nur noch innen mit Kunststoff versehen. Sicher kann man sich nicht sein bei Dosen aus anderen Ländern, dass sie mit einem Überzug innen versehen sind.
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» Cid » Beiträge: 13178 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 13000 Beiträge

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