Entsteht das Asperger Syndrom durch schlimme Erlebnisse?

vom 15.08.2012, 20:50 Uhr

Ich dachte eigentlich immer, dass das Asperger Syndrom, welches ja eine Form des Autismus ist, angeboren ist. Aber mir wurde heute von einer Bekannten erzählt, dass ihr 6 jähriger Sohn seit einem halben Jahr am Asperger Syndrom leidet. Der Vater hat die Familie verlassen und ist ins Ausland gezogen. Der Junge hat sehr am Vater gehangen und hat nun keinen Kontakt mehr zum Vater. Seitdem leidet der Junge am Asperger Syndrom. Das haben angeblich mehrere Psychotherapeuten und auch Ärzte bestätigt.

Ist es wahr, dass das Asperger Syndrom durch schlimme Erlebnisse entsteht oder ist das eher ein Auslöser, der das "schlummernde" Asperger Syndrom aufgeweckt hat und ist das Asperger Syndrom doch angeboren?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Asperger ist definitiv eine angeborene neurologische Erkrankung., die "Schuld" jetzt also mehr oder weniger beim Vater des Jungen und dessen Weggang zu suchen, finde ich, mit Verlaub gesagt, furchtbar daneben. Wenn der Junge wirklich an Asperger leidet, dann tut er das bereits seit seiner Geburt und nicht erst seitdem der Vater die Familie verlassen hat.

Natürlich ist der Verlust des Vaters mit Sicherheit ein traumatisches Ereignis im Leben des kleinen Jungen, mit der Erkrankung selbst hat das aber nicht im Mindesten etwas zu tun.

Mag sein, dass das Verhalten des Jungen sich geändert hat und er deshalb genauer untersucht wurde (man geht ja nun auch nicht aus Spass an der Freude mit einem Kind zum Psychotherapeuten, sondern eben weil man deutlich merkt, dass etwas im Argen liegt). Womöglich wurde im Laufe dieser Psychotherapie dann auch die Diagnose gestellt aber alles andere halte ich schlichtweg für unsinnig. Asperger ist eben generell eine Störung, die erst sehr spät (oftmals auch gar nicht) erkannt und diagnostiziert wird. Meistens fallen diese Kinder frühestens in den ersten Klassen der Grundschule auf, kaum eine Diagnose wird vorher gestellt. Zeitlich liegt es also generell im Rahmen, dass die Störung genau jetzt erkannt wurde.

Dem Jungen selbst wünsche ich alles Gute, vorallem hoffe ich aber, dass er nie selbst auf die Idee kommt, die Schuld bei seinem Vater zu suchen.

» milknhoney » Beiträge: 370 » Talkpoints: 2,98 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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