Geschäfte, die Essensreste spenden

vom 15.10.2009, 12:10 Uhr

Hallo,

wie bereits im Thread Kindergarten wirft Essen weg geschrieben, wirft mein Kindergarten regelmäßig gutes und noch haltbares Essen weg. Es gibt aber in der heutigen Zeit glücklicherweise auch schon Betriebe, in denen an die armen Menschen gedacht wird. So kenne ich beispielsweise eine große Bäckereikette, die abends alle Brote und Brötchen an Obdachlose bzw. an caritative Einrichtungen spendet! Ich finde das sehr toll und lobenswert und denke, dass das öfter vorkommen sollte!

Kennt ihr das auch von anderen Betrieben? Oder denkt ihr, dass dieser Betrieb die große Ausnahme ist?

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» Nipfi » Beiträge: 3085 » Talkpoints: 9,53 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich denke mir das es schon eine Ausnahme ist, denn ich habe einmal bei einer großen Lebensmittelkette L***, geabeitet. Am Abend durften wir uns nicht einmal das übriggebliebene Brot mitnehmen, sondern es kam eine Dame (keine Ahnung woher die das durfte) und nahm sich die Brötchen, Obst und Gemüse und eben auch Waschpulver, wo die Verpackung aufgegangen ist mit.

Vielleicht war das eine Bekannte der Filialleitung, aber ich hätte mich eigentlich auch um die paar Brötchen gefreut, am Abend nach der Arbeit, oder den Waschpulver, wo nur die Verpackung etwas zerdrückt war. Doch leider dürfen die Mitatbeiter ja nichts mitnehmen, da es Diebstahl gewesen wäre.

Ich könnte es mir schon vorstellen, das einige Lebensmittelketten, nach den Öffnungszeiten, die übriggebliebenen Brötchen oder die zerdrückten Schachteln von Waschpulver, Schoko und Co spenden könnten.

Es gibt ja Sozialmärkte, und dort war ich auch schon öfters einkaufen, doch komischerweise gibt es bei den Sozialmärkten nur Waren, die nicht so in den Regalen der größten Supermarktketten stehen. Meistens sind es Bioartikeln, und von unbekannten Marken oder Herstellern. Also denke ich mir, das die meisten Filialen alles wegschmeissen (sehe ich bei unserem Billa, mit welchen Genuss, die Mitarbeiterin, die Schoko, die Milch, das Brot und den Kaffee in den Mistcontaineer schüttet, oder sie so gefrustet ist, das ie nichts mitnehmen darf, und es darum mit dem ganzen Zorn wegschmeisst)

» Redangel » Beiträge: 1292 » Talkpoints: 3,32 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich arbeite ja bei HIT. Bei uns ist das so, dass Alles im Geschäft bleibt bis es abgelaufen, defekt oder verkauft ist. Wenn es defekt ist (zum Beispiel schwer eingerissen), dann schmeißen wir es in einen Container. Ähnliches gilt für Obst und Gemüse welches nicht mehr gut ist.

Aber wenn wir Lebensmittel haben deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, dann kommen diese in "den Einkaufswagen". Was mit den Inhalten des EInkaufswagens passiert weiß ich nicht, aber ich kann mir eigentlich nur denken, dass sie gespendet werden.

Bei unserem örtlichem LIDL steht auch an der Tür, dass er irgendeinen Verein mit Nahrungsmittelspenden unterstützt. Es ist also durchaus nicht so, dass die Unternehmen noch gute Sachen die sie aber nicht mehr gebrauchen können liebber wegwerfen statt sie zu spenden.

» TuDios » Beiträge: 1480 » Talkpoints: 5,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Hallo!

Hier spenden fast alle Lebensmittelbetriebe an die "Tafel". Diese holt die Lebensmittel sogar ab und verteilt sie dann am nächsten Tag an die bedürftigen Menschen unter uns. Diese bekommen zu einem symbolischen Wert von einem Euro dann die Taschen vollgepackt.

Ich kenne keinen Lebensmittelbetrieb, der noch irgendwas wegschmeißt, was noch genießbar ist. Es werden auch oft Lebensmittel, die noch nicht abgelaufen sind billiger verkauft. Aber meist wird das in größeren Mengen gespendet.

Die "Tafel", die das abholen kommt gibt dann die Lebensmittel auch schon mal zum sofortigen Verbrauch in die Suppenküche, wo für Obdachlose gekocht wird. Und dann werden sogar noch 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich finde schlimm. wenn Lebensmittel weggeschmissen werden.

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» Diamante » Beiträge: 41866 » Talkpoints: 10,22 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Zum Thema Angestellte dürfen nicht mehr verkaufsfähige Dinge nicht mitnehmen, habe ich heute einen interessanten Ansatz gehört: Es ist einfach so, dass die ja auch bei ihrem Arbeitgeber einkaufen sollen - in der Regel mit Personalrabatt. Würde man den Arbeitnehmern aber nun gestatten nicht mehr verkaufsfähige Produkte mit nach Hause zu nehmen, dann würde ohnehin weniger verkauft. So manch einer würde aber auch Produkte erst nicht verkaufsfähig machen!

Dafür spenden in der Zwischenzeit alle großen Betriebe an die Tafel vor Ort. Damit fällt natürlich oben angeführtes Problem weg und außerdem kann man sich so als sozial engagiertes Unternehmen darstellen. Ich war neulich mal zufällig in der Nähe eines Lagers als die Helfer der Tafel anrückten. Da war ich wirklich erstaunt, was da so alles übergeben wurde. Mit Resten hatte das für mich nicht mehr viel zu tun. Es waren wirklich noch gut brauchbare Lebensmittel, die in anderen Geschäften wohl noch verkauft würden.

» JotJot » Beiträge: 14093 » Talkpoints: 13,28 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Zu dem mitnehmen durch Angestellte: Es gibt Betriebe die das machen. ich war auch schon mal in einem grossen Discounter angestellt und die Ware die Retour gegangen wäre, weil sie nicht mehr 100 %ig in Ordnung war, durften wir zum halben Preis mitnehmen. Personalrabatt gab es allerdings keinen.

Da wo ich wohne, spenden auch die örtlichen Lebensmittelläden an die Tafel. Nicht alle, aber viele. Unter anderem Lidl und Rewe. Allerdings sind die Lebensmittel aus dem Bereich Molkereiprodukte, Wurst und Käse fast alle abgepackte Sachen. Ganz selten gibt es mal Bratwurts oder andere Wurst oder Schinken und ähnliches, was in haushaltsüblichen Plastiktütchen ist. Die Waren kommen dann wohl von einem Metzger. Die Waren müssen dann aber vom Tafelpersonal halt in haushaltsübliche Mengen verpackt werden. Was halt auch mit Mehraufwand und Zeit verbunden ist.

Eine Freundin von mir hat ein Restaurant. Die spendet auch der Tafel. Allerdings einer anderen als hier, weil sie ihr Restaurant weiter weg haben. Die hat mir mal erzählt, das die Tafel Lebensmitteln von Buffetts die bereits aufgebaut waren, nicht nehmen. Sprich wenn sie eine Gesellschaft hat und das Essen in Buffettform angeboten wird, muss sie sehen was sie mit den Sachen macht, die nicht gegessen wurden. Und ich finde das an sich auch richtig. Da steht Essen für sagen wir mal 30 Personen eine längere Zeit ohne Kühlung rum. Es bedienen sich Leute daran, bei denen man nicht weiss, ob sie erkältet sind oder sonst irgendwie krank sind. Die Lebensmittel werden angetatscht, zurückgelegt, wieder angetatscht und wieder zurück gelegt. Finde ich nicht gerade toll.

Ähnliches kenne ich aus dem Krankenhausbereich. Da bleibt auch immer viel Essen übrig. Welches dann weggeschmissen werden muss/ soll. Auf Stationen, auf denen Essen im Buffettform angeboten wird, kann man das Essen noch mal zur nächsten Mahlzeit mit rausgeben. Zumindest auf den Stationen, auf denen sich die Patienten um das Bffett kümmern. Auch hier finde ich es an sich richtig, das die Lebensmittel nicht an eine Tafel abgegeben werden.

» LittleSister » Beiträge: 10492 » Talkpoints: 1,84 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich glaube kaum, dass man das verallgemeinern kann. Auch Läden großer Ketten haben ja in der Regel in jedem Laden einen Geschäftsführer oder Fililalleiter in dessen Ermessensspielraum es liegt, ob er die Lebensmittel spenden möchte. Unser Edeka macht das nämlich seit Jahren so, dass überflüssige Lebensmittel an die Tafeln verschenkt werden. Und auch einige andere Geschäfte hier im Ort handhaben das so. Allerdings hängt das vermutlich wirklich vom Standpunkt des Geschäftsführers zu diesen Einrichtungen ab, denn ich kenne andere Läden derselben Ketten, die das nicht so machen.

Ich persönlich finde das eine sehr gute Sache, denn Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen, sind oft dennoch verzehrfähig. Bspw. Obst, das abends nicht mehr so schön frisch aussieht, wie morgens, ist noch lange nicht vergammelt. Dasselbe gilt für Gemüse oder Brot. Und leider gibt es immer noch jede Menge Bedürftige, die sich über das Essen freuen würden, das manche Läden leider wegwerfen.

» Sorcya » Beiträge: 2913 » Talkpoints: 1,77 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Eine Freundin meiner Familie arbeitet seit ihrer Rente für die Tafel und ist dort in der Organisation tätig. Wir haben uns mal über das Spendenaufkommen unterhalten, weil ich eben dachte, dass das wegen der Wirtschaftskrise vielleicht nachgelassen hat. Und sie hat mir dann gesagt, dass es gar nicht wenige Geschäfte und auch große Lebensmittel Ketten gibt, die ihre Lebensmittel lieber wegwerfen als spenden.

Da hilft es wohl auch nichts, wenn man sich mit der Filialeitung trifft, das Konzept vorstellt und die Vorteile herausstellt, es heißt dann nur, dass das von der Konzernleitung aus nicht erwünscht ist. Die Leute, die vor Ort für ein Geschäft zuständig sind halten das meistens für eine gute Idee, aber das bringt ja nichts, wenn der Vorstand eines Großkonzerns dagegen ist.

Übrigens würde sich auch eine kleine Menge zum spenden lohnen, denn man muss ja nichts weiter machen als einen Anruf tätigen, dann kommt ein Mitarbeiter der Tafel vorbei und holt die Sachen ab.

Und natürlich würde sich ein Geschäft, das seine abgelaufenen Produkte an seine Angestellten verschenkt, ins eigene Fleisch schneiden. Denn die Angestellten sind ja auch potentielle Kunden, die wahrscheinlich auch noch überproportional oft dort einkaufen, weil es praktischer ist als nach der Arbeit noch wo anders hinzufahren und weil sie vielleicht auch einen Rabatt bekommen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23477 » Talkpoints: 131,79 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Hallo nipfi,

leider kann ich da nicht von "Kennen" sprechen, weil ich von so etwas um ehrlich zu sein noch nie gehört habe, bisher dachte ich immer die Unternehmen in dem Aspekt Geld knallhart kalkulieren und lieber nicht zu viel Geld ausgeben wollen und wenn sie etwas spenden möchten, dann in Form von Geld und nicht in Essen.

Ich finde es aber auf alle Fälle lobenswert, wenn Unternehmen etwas zu Essen spenden, anstatt es gleich wegzuwerfen, da es sich Mengenmäßig oftmals nicht lohnt und das Essen, einmal aufgemacht, kaum jemanden findet, der es nimmt, jedenfalls nicht in der Zeit, in der es noch nicht über dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist und alles was über diesem Mindesthaltbarkeitsdatum ist sollte man meiner Meinung nach auch nicht mehr spenden, sondern wirklich wegwerfen oder vielleicht noch Bauern in der Landwirtschaft geben.

Andererseits muss ich sagen, dass wir hier im Westen leben, der doch wohl dafür bekannt ist, dass wir alles (zumindest noch) im Überfluss haben und teilweise, wie beispielsweiese mit Strom oder Gas, sehr verschwenderich umgehen und eigentlich, wenn wir uns alle bemühen würde enorm viel sparen könnten. Aber ich glaube solang wir hier in Europa immer noch das "Es ist doch genug da-Denken" haben, werden es auch immer viele Unternehmen geben, die gutes und noch verwertbare Gegenstände, ob Essen oder andere Dinge wegschmeißen.

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» psych3000 » Beiträge: 44 » Talkpoints: 0,88 »


Ich kenne sehr viele Geschäfte, die Essensreste spenden oder aber auch Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen und sie dann an die Tafel, eine Organistion für arme Leute spenden. Dort sind die Lebensmittel meines Erachtens sehr gut aufgehoben.

Was gibt es für eine Alternative? Wegschmeissen wäre die Alternative. Ich glaube, es muss nicht diskutiert werden, was die deutlich sinnvollere Lösung ist.

» marc1308 » Beiträge: 139 » Talkpoints: 46,99 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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