Schwerhörigkeit bei Hunden?

vom 09.02.2024, 12:27 Uhr

Hörte von Bekannten, dass ihr Jack Russel nicht mehr aufs Wort hören würde. Ich konnte es erst nicht glauben, aber sie sagten, der Tierarzt hätte eine Schwerhörigkeit bei dem Hunde festgestellt. Ich stelle mir die Frage, wie man nun damit umgeht und, ob es tatsächlich auch Hörgeräteakustiker für Hunde gibt, die ein Hörgerät für den Hund anpassen.

Frage: Wer kennt sich da aus und kann aus eigener Hundehaltung berichten?

» Gorgen_ » Beiträge: 1018 » Talkpoints: 362,78 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Was wundert dich daran? Hunde haben Ohren wie andere Säugetiere oder auch Menschen und die können ebenso wie wir schwerhörig oder taub werden oder so geboren sein. Allerdings ist das Hören für Hunde kein besonders wichtiger Sinn. Ein Hörgeräteakustiker für Hunde ist vollkommen überflüssig, zumal die Einstellung des Gerätes nicht wirklich möglich wäre. Da fehlt die Rückmeldung.

Aber für die Kommunikation ist für Hunde die Mimik und die Gestik sowieso viel wichtiger. Untereinander sind Laute ziemlich nebensächlich, das Gehorchen auf Stimmkommandos funktioniert sozusagen dank Domestikation, weil wir das besser können.

Folglich ist es vollkommen problemlos möglich, über Handzeichen zu kommunizieren. Die erlernt Hund ebenso wie Stimmkommandos. Und falls der Hund generell zu den gehorsamen Modellen gehört, kann man ein Vibrationshalsband nutzen. Nein, kein Elektroreizgerät, nur Vibration. Da kann Hund lernen, auf das Vibrationssignal sofort nach seinem Zweibeiner zu schauen. Dann können Kommandos gegeben werden und es geht auch stocktaub ohne Leine. :D

» cooper75 » Beiträge: 13313 » Talkpoints: 495,28 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Fand es nur komisch, dass der Jack Russel nicht auf Zuruf reagierte, als er gerade losgelaufen war zum Apportieren. Früher hat er immer zumindest noch den Kopf gedreht. Und das Bellen von anderen Hunden bekommt er wohl eigenartigerweise nicht mehr so richtig mit. Und, immer wenn der Postbote kam, hätte er früher angeschlagen, was er jetzt nicht mehr macht. Nicht auszudenken, wenn einmal ausbüchst und über die Straße läuft. Den Straßenverkehrslärm bekommt er dann auch nicht mehr richtig mit, was unter Umständen für ihn tödlich enden kann.

Das war übrigens kein Einzelfall. Ein anderer Bekannter sagte, sein Terrier würde nicht mehr gehorchen, wenn er im Garten herumtollt und Herrchen zum Fresserchen ruft. Er muss den Hund schon regelrecht "einfangen".

Aber die Sache mit den Hörgeräten wollte ich hier einmal nachfragen. Offensichtlich ist das auch bei Tierärzten kein besonders diskussionswürdiges Thema.

» Gorgen_ » Beiträge: 1018 » Talkpoints: 362,78 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Gorgen, es ist kein Thema, weil es nichts bringt. Jeder hat ein spezielles Hörverlustmuster. Das ist bei Menschen und Hunden ziemlich gleich, wenn im Alter das Gehör nachlässt. Nur, ein Hörgerät kann diesen Verlust nicht ausgleichen. Dazu muss es individuell kalibriert und programmiert werden.

Dazu muss der Verlust genau gemessen werden. Das funktioniert bei Menschen durch Hörtests. Die funktionieren bei Hunden nicht. Hier kann man im Prinzip nur in Kurznarkose testen, ob ein Geräusch im Gehirn ankommt oder nicht. Damit kann man feststellen, ob es ein Problem mit der Schallweiterleitung im Ohr gibt oder ob das Geräusch sensorisch nicht in elektrische Impulse umgewandelt wird. Ein Hörgerät lässt sich damit nicht einstellen.

Weiterhin hast du das Problem, dass das Ohrteil den Gehörgang abdichten würde. Andere als beim Menschen kommt es bei Hunden da schnell zu diesen Entzündungen. Und du müsstest hinbekommen, dass das Gerät hält und akzeptiert wird. Wenn ein Hund sich schüttelt, fliegen Fremdkörper aus dem Gehörgang meterweit. Hörgeräte sind also keine Option.

Wird der Ton nicht elektrische Impulse umgewandelt, würde auch beim Hund nur ein Cochlea-Implantat helfen. Da wäre der Operationsaufwand aber definitiv nicht tierfreundlich und du bist mit etwa 50.000 Euro dabei. Dafür, dass schwerhörige oder taube Hunde gut zurechtkommen?

Bei Altersschwerhörigkeit kann man beim Hund einfach gar nichts tun. Das gilt auch, wenn die Flimmerhärchen, die den Schall weiterleiten, absterben. Einige Rassen sind vermehrt davon betroffen. Die werden dann im mittleren Alter sehr plötzlich taub. Ebenfalls und bei Hunden mit kurzer Schnauze nicht selten, dass das Mittelohr sich mit Flüssigkeit füllt, die nicht abfließen kann. Das schränkt das Hören stark ein. Helfen kann eine Operation, aber die ist ohne eine Entzündung nicht angezeigt.

» cooper75 » Beiträge: 13313 » Talkpoints: 495,28 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



cooper75 hat geschrieben:Einige Rassen sind vermehrt davon betroffen. Die werden dann im mittleren Alter sehr plötzlich taub.

In der Tat, das wollte ich hören. Also die Jack Russel gehören wohl auch zu den Hunden, die vermehrt zur Schwerhörigkeit neigen. Der eine Labrador, der mir auf Spaziergängen-Begegnungen immer Pfötchen gibt, gehorcht aufs Wort schon "kilometerweit". Er ist mindestens 13 Jahre alt. Das ist bei Hunden bereits Methusalem Alter.

» Gorgen_ » Beiträge: 1018 » Talkpoints: 362,78 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Wie kommst du darauf, dass Jackys dazugehören? Das tun sie nämlich nicht! Bei dieser Rasse kommt es ebenso häufig oder selten vor, wie bei anderen Rassen oder Mischungen. Eine besondere Häufung gibt es da nicht. Das habe ich auch nicht gesagt oder angedeutet. Ich habe lediglich allgemein über Hörstörungen bei Hunden informiert. Nur weil du ein oder zwei Exemplare kennst, sagt das nichts über eine besondere Häufung aus.

» cooper75 » Beiträge: 13313 » Talkpoints: 495,28 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Das ist ja interessant. Dann sind es wohl Promenadenmischungen, die den Jack Russel sehr ähnlich sehen. Und ich komme deswegen drauf, weil hier gleich zwei solcher Hunde von den Besitzern als "schwerhörig" bezeichnet wurden.

» Gorgen_ » Beiträge: 1018 » Talkpoints: 362,78 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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