Clever, in Buch für anderes eigenes Buch zu werben?

vom 05.03.2023, 16:46 Uhr

Ich habe nun schon verschiedentlich Bücher gelesen, in denen dann andere Bücher erwähnt wurden. In einem Buch liest die Protagonistin ein bestimmtes anderes Buch und in einem anderen Buch hat die Protagonistin ein Buch für ein Familienmitglied zu Weihnachten gekauft und da wurde auch der Titel genannt. das waren Bücher von verschiedenen Autoren, aber gemeinsam war eben, dass die Autoren jeweils eigene andere Werke erwähnt haben. Sicher sollte das dazu dienen, dass man beim Lesen hellhörig wird und mal schaut, was das denn für Bücher sind, die da erwähnt werden.

Einerseits finde ich das ziemlich clever, weil ich mir schon vorstellen kann, dass einige Leser dann nach dem Buch suchen, das da genannt wurde und dann vielleicht auch Interesse daran haben. Aber auf der anderen Seite denke ich dann auch, dass das doch nicht sein muss, weil es etwas komisch wirkt beim Lesen. Wie seht ihr das? Ist es ein geschickter Schachzug, in einem Buch auf ein anderes eigenes Buch zu verweisen, das dann hoffentlich von den Lesern auch gekauft wird? Oder ist das etwas, was eher nicht so gut ankommt und nicht sein muss?

» Barbara Ann » Beiträge: 28939 » Talkpoints: 57,50 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ich persönlich finde es spannend, wenn Autoren in ihren Büchern auf andere Werke verweisen, sei es von ihnen selbst oder von anderen Autoren. Ich sehe das als eine Art Empfehlung und es macht mich neugierig auf die genannten Bücher. Es kann auch eine Art Easter Egg sein, das den Leser dazu anregt, tiefer in die Welt des Autors einzutauchen und mehr über seine Inspirationen und Vorlieben zu erfahren.

Andererseits kann ich auch verstehen, dass manche Leser das als störend empfinden könnten, da es sie aus der Geschichte herausreißt. Wenn die Erwähnung des anderen Buches zu aufdringlich oder zu offensichtlich wirkt, könnte es als Werbung oder als Versuch, den Verkauf anzukurbeln, wahrgenommen werden.

Letztendlich denke ich, dass es auf die Art und Weise ankommt, wie der Autor die Erwähnung des anderen Buches in seine Geschichte einbettet. Wenn es organisch und subtil geschieht, ohne den Lesefluss zu unterbrechen, kann es eine Bereicherung sein. Wenn es jedoch gezwungen und unpassend wirkt, könnte es als störend empfunden werden.

» Aguti » Beiträge: 3109 » Talkpoints: 27,91 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Habe ich das richtig verstanden, dass Autor X ein Buch geschrieben hat, in dem eine Figur ein früheres Werk von Autor X gelesen hat? Das finde ich schon merkwürdig und irgendwie auch peinlich, so als müsste dieses Buch verzweifelt beworben werden. Würde mich jedenfalls schwer an der Qualität zweifeln lassen, denn wenn man ein Buch ließt und es gut findet schaut man doch von selber was es sonst noch so von diesem Autoren gibt, oder?

Clever ist es Figuren aus anderen Büchern irgendwo in einen Nebensatz einzubauen. Fällt nicht auf, wirkt nicht gezwungen oder peinlich, das ist einfach nur ein kleiner Bonus für die Leute, die schon mehrere Bücher gelesen haben. Wie ein Easteregg auf einer DVD.

Wenn mir Bücher in anderen Büchern begegnen und wenn die überhaupt namentlich genannt werden dann war das bisher eigentlich immer klassische Literatur. Ich denke nicht, dass man Werbung für jemanden wie Jane Austen machen muss, das Buch ist dann einfach ein Mittel um die Figur näher zu charakterisieren.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



So einfach kann man die Frage nicht beantworten. Denn in anderen Büchern schauen die Leute eine bestimmte Fernsehsendung oder hören ein bestimmtes Lied im Radio. Daran stört sich doch auch niemand. Wenn es zum Kontext passt, ist es einfach eine clevere Werbung. Egal, ob es sich da um eigene Werke handelt oder um die Werke eines anderen Autoren.

Wobei es bei den Werken von anderen Autoren dann meist eine Absprache gibt, dass man sich da gegenseitig etwas pusht. Wenn es um eigene Werke geht, könnte es auch sein, dass man einen Teil einer Reihe in der Hand hat, der erst mal nicht darauf schließen lässt, dass es da noch mehr Teile gibt. Diese Variante erinnert mich zum Beispiel an die Bücher der Highlandsaga von Diana Gabaldon. Die sind auch so geschrieben, dass man mittendrin einen Teil lesen kann ohne dass die vorherigen Teile unbedingt notwendig waren, um gewisse Entwicklungen nachvollziehen zu können.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Werbung nur der Werbung für andere eigene Bücher wegen hat meiner Meinung nach in einem Buch nichts zu suchen. Das würde mich enorm stören. Etwas anderes ist es, wenn es zur Geschichte gehört. Ich lese zur Zeit Madame Bovary von Gustave Flaubert. Da wird zum Beispiel beschrieben, welche Bücher Emma Bovary in welcher ihrer Phasen liest. Das gehört aber zur Geschichte unbedingt dazu, das ist keine Werbung.

Es kann auch sein, dass in Bücherreihen auf vergangene Ereignisse in früheren Bänden zurückgegriffen wird, aber das geschieht nicht aus Werbegründen, sondern um Verbindungen zwischen ehemaligen Ereignissen und der aktuellen Geschichte herzustellen.

» blümchen » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Also, Cecylia McNamorra, die Hauptfigur des Romans "Die kleine Porzellanmanufaktur auf der Insel Skye" von Annabelle O'Donnell liest innerhalb der Handlung des Romans ein Buch namens "Frühlingszauber im kleinen Katzencafé auf Zypern", zufällig ebenfalls von Annabelle O'Donnell? Das ist ja mal reichlich plumpe Schleichwerbung. Habe ich wenigstens das Genre richtig geraten? Die Hauptfiguren in meinen Büchern haben meistens Grunzlaute als Namen und können mit ihren Tentakeln gar keine Bücher halten.

Also nichts mit clever. Ich lese durchaus meinen Anteil an Schund, aber in sich stimmig muss der Kram schon sein. Wenn ich irgendeine viktorianisch angehauchte Korsettschmonzette verkonsumiere, kann die Hauptfigur gerne Jane Austen lesen, wenn es zur Charakterzeichnung beiträgt. Die Welt hier draußen und das Paralleluniversum der Literatur können sich gern vermischen, wenn es geschickt gemacht ist. Aber das klingt alles andere als geschickt. Und wenn ich mich aus der Handlung herausgerissen fühle, weil der Verfasser sich blöd anstellt, ärgert mich das durchaus.

» Gerbera » Beiträge: 11302 » Talkpoints: 45,13 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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