Für die Nachkommen aufbewahren oder einem Museum schenken?
Ich war neulich in einem sehr schönen neuen Heimatmuseum. Da meine Vorfahren aus der Gegend stammten, fiel mir ein, dass ich noch sehr alte handgearbeitete Tischdecken aus einer Erbschaft hatte. Das Museum hat sie als Schenkung angenommen und sich offensichtlich darüber gefreut. Sie kommen ins Depot und werden bei passenden Sonderausstellungen mit meinem Namen als Schenker gezeigt.
Ich konnte mit den Decken eh nichts anfangen. Sie lagen nur herum. Meine Geschwister hatten nichts dagegen, dass ich sie weggebe und meine Kinder sind zumindest zur Zeit auch nicht daran interessiert. Im Museum sind sie für alle Ewigkeiten, zumindest für lange Zeit, mottensicher aufbewahrt. Irgendwie ist es ein tolles Gefühl, von seinen Großeltern etwas im Museum zu haben.
Habt ihr auch schon einmal einem Museum etwas gestiftet? Habt ihr alte Dinge, die für ein Museum vielleicht interessant sind, möchtet sie aber eher euren Nachkommen vererben als sie einem Museum zu geben? Oder hättet ihr vielleicht versucht, sie zu verkaufen?
Mottensicherheit ist auf jeden Fall ein Argument, das für das Museum spricht. Wobei es bei der Archivierung von Textilien auch noch andere Sachen zu beachten gibt, zum Beispiel sollten die einzelnen Schichten Stoff durch Papier getrennt sein und dann gibt es bei der Art von Papier auch wieder einiges zu beachten.
Wenn ich das Erbstück ruiniere weil ich nicht weiß wie man es richtig lagert oder weil ich nicht die Möglichkeit habe es bei der idealen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu lagern hat die Nachkommenschaft nichts davon.
Ich habe schon mal etwas einem Sammler mit kleinem Museum geschenkt, bei dem die Lagerung kein Problem gewesen wäre, aber das einfach absolut niemand brauchen und haben wollte. Das waren Bierkrüge mit besonderen Motiven aus einer Erbschaft.
Die Kisten standen ewig in meinem Keller und eigentlich wollte ich die mal auf den Flohmarkt mitnehmen, aber dann habe ich in den Regionalnachrichten einen Bericht über dieses Museum gesehen und spontan angerufen. Das war ein sehr netter älterer Herr, der ist dann an einem Sonntag mit seiner Frau vorbei gekommen und hat alles mitgenommen, was er brauchen konnte.
Für den Rest habe ich auf dem Flohmarkt irgendwann ein paar Euro bekommen, vielleicht hätte ich für die verschenkten Krüge sogar mehr bekommen. Aber etwas an Leute verschenken, die sich von Herzen darüber freuen, fühlt sich mindestens genauso gut an wie ein paar Euro zu verdienen.
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