Arztbriefe auch mit der Post versendbar?
Wenn Menschen eine Erkrankung haben und deswegen in Behandlung sind, ist eine größtmögliche Kommunikation mit dem behandelnden Arzt notwendig. Dazu gehört es oft auch, sich Unterlagen und Formulare oder CDs mit Befunden untereinander auszutauschen. Meistens holt man sich diese Dinge ja persönlich ab.
Doch nicht immer ist das als Patient zeitlich oder gesundheitlich möglich. Kann so eine Kommunikation dann notfalls auch per Post erfolgen, können Ärzte wiederum Arztbriefe per Post oder Kurier versenden oder ist ausschließlich eine persönliche Übergabe mit Identitätsnachweis in Form der Vorlage der eigenen Krankenversicherungskarte möglich?
Wenn ein Patient den Brief nicht in der Praxis abholen kann, weil er entweder dazu nicht in der Lage oder verhindert ist, dann wird es sicherlich auch möglich sein, dass solche Arztbriefe auch versendet werden können. Wie sollen sie sonst auch zu ihren Patienten kommen? Ein Arzt wird dafür nicht extra Personal anstellen, welches die Briefe täglich ausliefert.
In der Praxis von der Hausärztin meiner Mutter war es immer möglich, dass sie die Berichte eingescannt haben und an die Email-Adresse meiner Mutter gesendet haben. Manchmal habe ich sie abgeholt und andere Male wurden auch Berichte per Post versendet. Besonders dann, wenn die Erstellung des Berichtes noch Zeit in Anspruch genommen hat.
Ich bin schon von Anfang an an den Versand von Arztbriefen per Post gewohnt und wundere mich etwas darüber, dass es anderen wohl nicht so geht. In den seltensten Fällen habe ich es bei der Entlassung aus einer Behandlung erlebt, dass ein vollständiger Arztbrief schon vorlag. Meistens habe ich einen Kurzarztbrief mit den Diagnosen und Empfehlungen bekommen und die Langfassung einige Wochen später per Post bekommen. Dabei gab es auch keine speziellen „Sicherheitsvorkehrungen“, also kein Einschreiben, kein Post-Ident oder sonstiges. Der Brief landete mit der ganzen anderen Post im Briefkasten.
Dass man Arztbriefe immer persönlich abholen sollte, finde ich keineswegs praktikabel. Begibt man sich beispielsweise in Reha in einer Klinik etliche Kilometer von seinem Wohnort weg, dann fährt man doch Monate nach Abschluss der Therapie nicht nochmal stundenlang für ein Dokument hin und her. Auch den E-Mail-Verkehr finde ich bei solch personenbezogenen Daten nicht ganz unproblematisch, und da empfinde ich persönlich den Brief noch als sicherere Variante. Aber wer für sich entscheidet, dass ihm die digitale Zustellung ausreicht, dem sollte das auch offen stehen.
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