Sophie-Scholl-Vergleich als Eklat bei Corona-Demo

vom 23.11.2020, 00:10 Uhr

Es war in Sachsen nicht verboten vor die Tür zu gehen. Es bestand nur ein Kontaktverbot. Und die Kontrollen, von denen zu schreibst, waren wegen dem 15 Kilometerradius. Das ist ein enormer Unterschied zu einer Ausgangssperre. Frag mal die spanischen Kinder, die über Wochen die Wohnung nicht verlassen durften, außer wenn sie zum Arzt mussten. Das ist eine Ausgangssperre.

Und zu den Wasserwerfern. Wann kamen die denn zum Einsatz? Als die Demonstranten die Auslösung der Demo nicht akzeptieren wollten und alles reden nichts gebracht hat. Also macht man sie nass mit dem Ziel, dass sie dann die Szenerie verlassen. Letzte Woche wurde es anders gemacht. Da hat man sie erst mal an einem Punkt gesammelt und dann in kleineren Gruppen zu ihren Bussen, Zügen und Autos geleitet.

Was ist dann besser? Dass sie sich rasch zerstreuen oder dass man sie wie die kleinen Kinder begleiten muss? Die Einsätze der Polizei müssen nämlich wir alle aus dem Steuertopf zahlen, wo die Beamten an anderen Stellen wesentlich dringender gebraucht werden.

» Punktedieb » Beiträge: 17176 » Talkpoints: 64,33 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Punktedieb hat geschrieben:Es war in Sachsen nicht verboten vor die Tür zu gehen. Es bestand nur ein Kontaktverbot. Und die Kontrollen, von denen zu schreibst, waren wegen dem 15 Kilometerradius. Das ist ein enormer Unterschied zu einer Ausgangssperre. Frag mal die spanischen Kinder, die über Wochen die Wohnung nicht verlassen durften, außer wenn sie zum Arzt mussten. Das ist eine Ausgangssperre.

Dass es in anderen Ländern noch strenger war, mag sein, aber ich wohne ja hier und nicht in Spanien und was da in Spanien war oder nicht, ist mir egal. Ich empfinde es als Ausgangssperre, wenn ich nicht raus darf so weit ich will. Wenn ich das auch alleine nur in einem engen Radius darf, auch ohne dass eine andere Person dabei ist, dann ist das doch ein gewisses Ausgehverbot. 15 km sind nicht viel, das bedeutet in vielen kleineren Gemeinden, dass man nicht in den nächsten Ort darf oder eben durfte.

Nicht mehr als 15 km weg zu dürfen, auch allein, ist halt mehr als eine Kontaktsperre. dass es mal so weit kommt, hätte ich nie vermutet. Ich dachte, wenn in Deutschland mal irgendwas ist, dann gibt die Regierung maximal Empfehlung heraus, aber keine Sperren. Das finde ich schon schockierend, dass es dann so leicht und schnell geht, Menschen gewissermaßen in ihrer Region einzusperren.

» Zitronengras » Beiträge: 9393 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Zitronengras, das sind zwar Beschränkungen, aber eine Ausgangssperre ist etwas vollkommen anderes. Und warum man gegen die Auflagen verstößt, statt seine Demo durchzuziehen und dann noch hanebüchene Jammervergleiche abzieht, erschließt sich mir nicht. Vor allem, was hat Berlin mit den Regelungen in deinem Bundesland zu tun.

Und die Überraschung von dir oder Paulie finde ich geradezu niedlich. Wer das alte Infektionsschutzgesetz mal gesehen hat oder sich mit den Polzeigesetzen der Länder beschäftigt, die viel älter sind als Corona, der kommt weder mit "dass sowas hier mal möglich ist", noch mit der Behauptung, dass plötzlich die Unverletzlichkeit der Wohnung ausgehebelt wird. Nur weil im neuen Gesetz von Ermächtigung die Rede ist, hat es nicht das geringste mit dem Ermächtigungsgesetz der Nazis gemein.

Aber die ganze Argumentation der merkwürdigen Gegner ist ja insgesamt eher possierlich. :D Das steht man also auf einer angemeldeten und genehmigten Demo und beschwert sich, dass die Demokratie nicht funktioniert und die Meinungsfreiheit eingeschränkt ist. :lol: Dass man sich bei einer Demo an die Auflagen halten muss, das ist nun keine Neuheit. Mit kostenlos Joints für die Freigabe von Marihuana demonstrieren oder mit Pistolen gegen das Waffengesetz, das geht auch nicht. Aber eine Maske ist nun auch eine echte Zumutung ...

» cooper75 » Beiträge: 12522 » Talkpoints: 333,22 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



@cooper75: Für dich ist immer alles merkwürdig, was nicht deiner Meinung entspricht. Ich meine, es hängt sicher jeder an den eigenen Ansichten, aber du wertest andere dann immer ziemlich ab, mit Worten wie possierlich oder merkwürdig. Das finde ich nicht schön und auch etwas niveaulos.

» Zitronengras » Beiträge: 9393 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich bin ja wahrlich eine Freundin der „Freien Meinung“, auch wenn sie nicht immer jedem im Kram passt, aber so ist das in einer demokratischen Welt. Allerdings ist die liebe „Jana aus Kassel“, so hat sie sich ja dort auch vorgestellt mir persönlich nicht nur übers Ziel hinausgeschossen, sondern empfinde ich sie ähnlich wie der Ordner als zumindest Holocaust-Verharmloserin.

Ich habe kürzlich, als ich das gesehen habe zu meinem Freund gesagt, dass Corona ein Gutes wirklich hat, jetzt kommen die ganzen hohlen Geisteskinder zum Vorschein, die man 24-Stunden mit Dauerbildung beschallen könnte, die dennoch vor Dummheit triefen werden. Ich bin über diesen Vergleich der Dame wirklich empört und wenn ich da gewesen wäre, wäre das sicherlich auch eskaliert.

Sie hat so viel mit Sophie Scholl zu tun, wie ich mit dem Dalai Lama. Und dazu kommt noch, dass sie jemanden als Widerstandskämpferin nutzt, deren Lebens- und Leidensgeschichte nicht im Ansatz mit der heutigen zu vergleichen ist. Dieser Vergleich hinkt an allen Ecken, ist dazu noch eine Verunglimpfung der Person Sophie Scholl und des Holocaust und darüber hinaus einfach nur ein Armutszeugnis an Dummheit.

Dann plärrt „Jana aus Kassel“ dann auch noch wie ein Rotzbalg auf der Bühne, weil ein Ordner sie zurecht auf sensationelle Weise auf ihre ekelhafte Art anspricht. Chapot an den Ordner. Sie ist eine einfache Dummnudel.

Die würde ich mit einigen weiteren Querdenkern oder den Eltern des Kindes: “Ich fühlte mich wie Anne Frank“, mal ganz schnell sterilisieren, damit die sich bloß nicht weiter vermehren können. Im Übrigen bei den Eltern des elfjährigen Mädchens, die diesen Vergleich zog, kommt hoffentlich das Jugendamt vorbei wegen Kindeswohlgefährdung. Wer weiß, dass die ihrem Kind noch so indoktrinieren.

Weiterhin gilt Meinungsfreiheit, aber diese Vergleiche gehören verboten. Sie sind ein Schlag für die Opfer, aber auch die Hinterbliebenen etlicher Generationen, die in dieser Zeit auf brutalste Weise ihre Verwandten und Freunde verloren haben. Deren Erinnerungen an schöne Dinge vor dieser Zeit durch diese unvorstellbaren Gräueltaten in den Schatten gestellt wurden, weil sie bis heute (gibt ja nur noch wenige Überlebende) an derart schweren PTBS leiden. Ekelhaft diesen Menschen gegenüber.

Und auch meine verstorbene Tante und Uroma usw. haben mir viel über den 1. und 2. Weltkrieg erzählt, was die erlebt hatten usw. Da wird mir schlecht und wenn die leben würden, würden die das nicht begrüßen. Auch wenn die vieles nicht gut fanden, was politisch heute so getan wurde, aber solche Vergleiche da drehen die sich jetzt noch im Grab. Ebenso wie all meine Tanten/Onkel, die kürzlich gestorben sind und den Krieg mitmachen mussten, aber anders als Sophie Scholl, Anne Frank und Millionen anderer haben sie überleben können.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5866 » Talkpoints: 26,43 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Ich würde solchen Aussagen keine großartige Bedeutung beimessen und verstehe auch nicht, warum man da überhaupt tagelang darüber diskutieren oder es sogar als Eklat bezeichnen muss. Die eine fühlt sich eben als Jeanne d’Arc des 21. Jahrhunderts, die andere eben als Sophie Scholl und wieder ein anderer meint, dass er eben Superman sei und die Welt retten müsste. Und wenn dann aufgrund solcher Äußerungen ein Ordner daraufhin aus Protest seine Warnweste abgibt, ja meine Güte, wen interessiert das denn?

» Herr Krawuttke » Beiträge: 386 » Talkpoints: 22,46 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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