Lieblingskinder nicht bevorzugen, schwierig?
Es ist einfach so, dass wir alle nur Menschen sind und es wahrscheinlich sowohl bei Eltern, Lehrern, Kindergärtnerinnen und anderen Betreuern immer wieder vorkommt, dass man manche Kinder lieber hat, als andere. Es können aber ganz unterschiedliche Kinder sein.
Wenn zwei Lehrer in einer Klasse sind, dann kann vielleicht ein Lehrer mit dem einen Kind super und das andere kann überhaupt nicht mit dem Kind. Es ist aber schwierig, dennoch alle Kinder gleich zu behandeln. Denn es gibt sie einfach überall. Kinder, die etwas ganz besonderes für einen sind und überall heraus stechen.
Wie geht man damit um, dass man manche Kinder lieber hat und lässt sich das nicht anmerken? Vielleicht sollte man sich ein anderes Kind vorstellen und nochmals überlegen, ob man gleich reagiert hätte? Was habt ihr für Ideen, damit kein Kind bevorzugt und benachteiligt wird?
Es ist nicht so leicht alle immer gleich zu behandeln, gerade wenn man beruflich mit Kindern zu tun hat. Im Privaten würde ich empfehlen dann gezielt mal Zeit mit dem anderen Kind zu verbringen und Gemeinsamkeiten zu finden, Dinge die einem mit diesem Kind Spaß machen. Wenn man nun aber Lehrer oder Erzieher ist kann man dies nicht und sollte sich immer vor Augen führen, dass man niemanden bevorzugen sollte, also ganz neutral über Strafen nachdenken und auch Belohnungen. Es ist nicht verkehrt zu einem Kind eher einen Draht zu haben, aber die restlichen Kinder sollten nicht darunter leiden und man sollte fair die Leistung bewerten.
Ich würde mir also als Lehrer vor Augen führen, dass ich nicht nur immer das eine Kind sprechen lassen oder die Leistungen dieses Kindes anders bewerte. Das muss man sich dann sicherlich ganz gezielt vor Augen halten, da man vom Herzen her anders entscheiden würde.
Mit unterschiedlichen Leuten, ob alt oder jung, gleich gut zurecht zu kommen gehört für mich zu den absolut grundlegenden Fähigkeiten normal entwickelter Menschen, auch und gerade in Sozialberufen und ganz besonders bei Eltern. Es ist schließlich völlig normal und kommt im Leben ständig vor, dass man manche Zeitgenossen "lieber mag" als andere.
Man hat ähnliche Ansichten, gemeinsame Hobbys, einen vergleichbaren Lebensstil oder erfreut sich umgekehrt an Menschen, die zwar alles ganz anders machen, aber charmant, nett und charismatisch sind. Dass das nicht auf alle zutreffen kann, von Kindern in einer Klasse über KollegInnen im Job bis zu Verwandten und Vereinsmitgliedern ist klar. Und dann muss man sich eben professionell verhalten bzw. seinen inneren Erwachsenen finden und sich für die Dauer der Familienfeier nicht anmerken lassen, dass man den ADHS-Neffen Kevin schwerer erträgt als Bücherwurm Luise.
Und doppelt und dreifach gilt dies natürlich für Eltern. Meine Eltern konnten uns allesamt halbwegs leiden, aber leider pflanzen sich auch Trottel fort, die nicht nur "Lieblingskinder" haben, sondern den Nachwuchs auch von Kindheit an gegeneinander ausspielen. Und sich dann wundern, wieso sie im Pflegeheim niemand besucht und die Kinder allesamt in Therapie sind.
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