In der Schule bei den Nerds oder den Angesagten stehen?

vom 09.12.2014, 13:33 Uhr

In der Schule gibt es ja immer mal Außenseiter, nennen wir sie mal Nerds oder eben auch die angesagten Leute. Man kann nun entscheiden bei wem man in der Pause stehen will. Bei mir war es immer so, dass ich mit beiden Gruppen ausgekommen bin, aber die angesagten Kids immer recht überheblich gefunden habe und mich dann in der Pause zu den Nerds gestellt habe. Wie war das so bei euch und warum war das so?

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» Ramones » Beiträge: 40600 » Talkpoints: 59,17 » Auszeichnung für 40000 Beiträge



Ich finde die radikale Unterscheidung in nur zwei Gruppen etwas schwer. Wenn ich die Wahl habe, dann stelle ich mich eindeutig lieber zu den angesagten Leuten, da ich dort meinen Freundeskreis habe. Die Nerds, wie du es nennst, sind zum Teil zwar auch ganz nett, aber ich finde in der Regel kein tolles Gesprächsthema über das man sich unterhalten könnte.

Auch mag ich nicht jeden aus dieser Gruppe, weshalb ich mich Zweifelsfall lieber alleine irgendwo hinsetze, wenn die Gruppe mit den angesagten Leuten nirgends zu finden ist.

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» Synchro » Beiträge: 1641 » Talkpoints: 0,13 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Um ehrlich zu sein gab es bei uns an der Schule zwar diese Leute, die man als "die Angesagten" bezeichnen kann, aber diese richtigen Nerds gab es bei uns nie. Selbst bei den Angesagten gab es immer mehrere Gruppen, sogar zersplitterten sich gewisse Gruppen und wurden zu einer eigenen Gruppe. Auch habe ich es erlebt, dass die Angesagten irgendwann nicht mehr so angesagt waren, eben auch durch gewisse Dinge, die diese Menschen eben so sagen oder von sich geben.

Außerdem kenne ich diese großen Cliquen nur aus irgendwelchen amerikanischen Hollywoodfilmen, bei denen es um irgendwelche Teenager geht, die zu den Angesagten gehören wollen, jedoch eher bei den uncoolen Personen landen und damit überhaupt gar nichts anfangen können. Ich glaube, dass es vielleicht auch in Deutschland meistens nicht so einen starken Kontrast zwischen cool und uncool gibt. In der Schule habe ich meistens eher eine Außenseiterposition eingenommen.

Das bedeutet nun nicht, dass ich nicht gemocht wurde, ich wurde akzeptiert und das war ausreichend für mich. Freunde wollte ich in der Schule eigentlich nie finden. Ich habe mich zwar nie bewusst ausgegrenzt, aber ich habe erst in der elften Klasse zwei richtige Freundschaften in der Schule geknüpft. Vorher war das für mich kein großes Thema gewesen. Eine Freundschaft habe ich in der Mittelstufe zufällig aus der Nachbarklasse mitnehmen können. In deinem Fall wäre ich wohl ein "Nerd" gewesen, wobei ich mich so überhaupt gar nicht bezeichnen würde.

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» soulofsorrow » Beiträge: 8939 » Talkpoints: 57,34 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Bei uns in der Schule gab es zwar die Angesagten, aber die stachen eher durch asoziales Verhalten hervor. Ich habe einige Zeit lang zu den Angesagten gehört, aber wurde irgendwann von der Gruppe angegriffen und bin dann zu den Nerds gewechselt und habe dort tolle Leute kennengelernt, super Gespräche geführt und wir haben auch mal was miteinander unternommen, was bei den Angesagten nie der Fall war.

Bei den Angesagten wurde größtenteils geraucht, gelästert und sich über unsinnige Dinge unterhalten. Auch war eine Person auch immer die "Anführerin" und mit der habe ich mich irgendwann angelegt. Also ich habe mich bei den Nerds wohler gefühlt als bei den Angesagten und ich bin froh, irgendwann die Gruppen gewechselt zu haben. Das Schöne war auch, dass die Nerds der genannten Dame mal so richtig übel mitgespielt haben, als sie mich wieder angegangen hat und sie uns danach auch in Ruhe ließ.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11026 » Talkpoints: 21,28 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Meine Schulzeit war keine amerikanische Highschool Seifenoper mit nerdigen Außenseitern und angesagten, aber (natürlich) überheblichen, Kids. Und deshalb gab es bei uns auch keine zwei Gruppen zwischen denen man sich irgendwie entscheiden musste oder zu denen man unbedingt oder um keinen Preis gehören wollte oder was auch immer da so die gängigen Klischees sind.

Ich habe für die Schülerzeitung fotografiert und Layout gemacht und mein Freundeskreis in der Schule bestand zu einem Teil aus vielen Schülern aus verschiedenen Stufen, die auch bei der Zeitung waren. Dann war ich in der Schülervertretung bis ich wegen Abitur und Führerschein keine Zeit mehr hatte und habe mit den Leuten natürlich auch teilweise die Pausen verbracht. Und dann gab es auch noch Freunde vom Sport, der Astronomie und so weiter.

Und selbstverständlich habe ich auch viel Pausenzeit einfach mit Leuten aus meiner eigenen Klasse bzw. meinen eigenen Kursen verbracht, weil man sich über Hausaufgaben, Klausuren, Exkursionen und solche Sachen unterhalten hat. Ist doch egal, in welche Klischeeschublade du die Leute stecken würdest, die Klausuren mussten wir doch alle schreiben. Also wurde da auch niemand zum Außenseiter abgestempelt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 23908 » Talkpoints: 85,59 » Auszeichnung für 23000 Beiträge


Ich war immer eher eine Außenseiterin in der Schule. Zum einen war ich schüchtern, unsicher, für mein Alter in Sachen Pubertätsentwicklung ziemlich hinterher und etwas moppeliger, sodass ich nicht in die typischen Gruppen der hübschen, kichernden und flirtenden Mädels gepasst habe, und zum anderen haben sich meine Interessen gravierend von denen der meisten anderen Jugendlichen meines Alters unterschieden. Mit Schminke, Beziehungsdramen, Klatsch und Tratsch über Stars und Sternchen und den neuesten Handys konnte ich nichts anfangen, und Parties und Alkohol hatten keinerlei Reiz für mich. Tausendmal lieber habe ich gelesen, gezeichnet, Spaziergänge und Reisen unternommen und eher kindlichere Hobbies wie Puzzeln und Rollenspiele verfolgt.

Zum Glück war ich aber nicht die einzige, denn in der Oberstufe hat sich zwischen mir und vier, fünf anderen Sonderlingen eine wirkliche Freundschaft fürs Leben entwickelt. Bis heute habe ich zu fast allen Mitgliedern unserer damaligen „Nerd-Gang“ noch mehr oder weniger regelmäßigen Kontakt und bin unheimlich dankbar für die schöne Zeit, die wir damals und in den Jahren nach dem Abschluss zusammen verbracht haben. Dank diesen Menschen habe ich mich so angenommen und geschätzt gefühlt, wie ich war, und hatte auch nie das Bedürfnis danach, mich zu verstellen oder zu versuchen, mich unter die „Angesagten“ zu mischen.

» MaximumEntropy » Beiträge: 6539 » Talkpoints: 829,73 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


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