Eine Welt ohne Frauen der absolute Horror?
Ich habe gelesen, dass Stephen King zusammen mit seinem Sohn ein neues Buch mit dem Titel "Sleeping Beauty" veröffentlicht haben soll, in dem es um eine Welt geht, in der Frauen nicht existieren. Wie sich jeder denken kann, ist der Inhalt ziemlich horrormäßig. Wie wäre eurer Ansicht nach eine Welt ohne Frauen? Der absolute Horror? Oder hätte dies durchaus seinen Reiz?
Ich glaube der Reiz an solchen Geschichten wäre ziemlich schnell ausgeträumt. Ich würde so einen Mist auch gar nicht lesen wollen, weil das ist für mich auch kein Horror, sondern eher eine Thematik oder Phantasien, die entweder nur kranken Hirnen oder von Menschen im Kindergartenalter entspringen kann.
Ich finde es dagegen ziemlich beschränkt, Fantasy und Horrorgeschichten, die sich die Leute schon vor Jahrtausenden am Lagerfeuer erzählt haben, um sich zu unterhalten, pauschal als Ausgeburt von kranken Hirnen darzustellen, aber das nur am Rande.
Eine Welt ohne Frauen literarisch überzeugend darzustellen, stelle ich mir jedoch relativ schwierig vor. Ich lege nämlich großen Wert darauf, dass fiktionale Geschichten zumindest in sich logisch sind und nicht allzu konstruiert wirken. Wenn der Plot zu sehr zurechtgebogen werden muss, um die Grundidee nicht aus den Augen zu verlieren, nervt mich das schnell.
Und dass Stephen King aus jeder Vorstadtidylle ein Gruselkabinett macht, ist schließlich sein Job und seine Spezialität. Ein anderer Schriftsteller würde aus den gleichen Grundkonstellationen eine absolute Utopie machen oder einen fluffigen Frauenroman. Dafür gibt es ja unterschiedliche Genres. "Eine Welt ohne Frauen" als Grundidee kann in meinen Augen für alle möglichen Storys den Ausgang bilden, Horror ist nur eine denkbare Interpretation.
Neu ist die Idee ja nun nicht. Ich habe mal einen Roman gelesen, in dem Männer, bzw. alle Menschen mit Y Chromosom, von einem tödlichen Virus befallen wurden. Dieser Roman hatte mit Horror aber gar nicht so viel zu tun, auch wenn die Prämisse einer tödlichen, globalen Epidemie natürlich ein typisches Horrormotiv ist.
Wenn man als Schriftsteller Lust hat sich mit Soziologie, Gesellschaftsstrukturen und solchen Sachen auseinanderzusetzen kann man aus dem Thema auf jeden Fall viel raus holen. Und dafür muss man bedeutend mehr leisten als "Kindergartenalter" her gibt, aber das ist dann wahrscheinlich für Leute, die sehr erfolgreiche Schriftsteller als "kranke Hirne" bezeichnen, zu hoch. ![]()
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