Rippenprellung oftmals schmerzhafter als ein Bruch?

vom 03.02.2019, 22:23 Uhr

Ein Bekannter von mir hat sich beim Skifahren und einem Sturz, eine oder zwei Rippen geprellt und jammert wegen der Schmerzen ganz schön herum. Er würde sich kaum trauen zu husten oder im Bett mal zu drehen, weil er dann so einen stechenden Schmerz verspüren würde und er meint, dass eine Rippenprellung wohl schlimmer und schmerzhafter als ein Rippenbruch sei. Würdet ihr das auch so bestätigen und was macht denn eine Rippenprellung so viel schmerzhafter und unangenehmer?

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» friedchen » Beiträge: 647 » Talkpoints: 371,50 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Prellungen können allgemein sehr schmerzhaft sein und schlimmer und langwieriger als ein Bruch sein. Ich hatte vor einiger Zeit einen Unfall mit schweren Schulterprellungen und selbst ein halbes Jahr danach sind sie noch nicht verschwunden. Husten tut immer noch sehr weh und ich traue mich manchmal kaum zu husten. Dank Physiotherapie ist es etwas besser geworden.

Es ist zwar keine Rippenprellung, aber es ist wahrscheinlich genauso unangenehm. Ich hatte zwei gebrochene Rippen, die habe ich nicht mal gespürt. Erst Jahre später wurde in einer Röntgenaufnahme festgestellt, dass sie mal gebrochen waren. Ich hatte damals kurzzeitig Schmerzen, es war aber echt erträglich und die Hämatome waren schnell wieder weg. Aber von den Brüchen habe ich nie etwas bemerkt, nur wenn man direkt auf diesen Rippen tastet, spüre ich noch leichte Schmerzen.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 10641 » Talkpoints: 63,22 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Tatsächlich erzählen viele Leute das eine Prellung viel schmerzhafter ist als ein Bruch. Dies liegt vor allem daran das die Knochenhaut, also die „Haut“ die die Knochen umgibt, wirklich sehr schmerzempfindlich ist. Bei einem Bruch wird auch nie Knochenhaut durchtrennt bzw. die Knochenenden berühren sich bei einem Bruch in der Regel nicht mehr. Bei einer Prellung hingegen wird viel Druck auf den Knochen ausgeübt (durch die Schwellung oder durch eventuell entstandene Blutergüsse) was die großen Schmerzen verursacht.

Selbst erlebt habe ich das Ganze jedoch noch nicht da ich mir bisher noch nie etwas gebrochen habe und somit nicht sagen kann ob eine Prellung tatsächlich schmerzhafter als ein Bruch ist.

» Anijenije » Beiträge: 2593 » Talkpoints: 8,82 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Anijenije hat geschrieben:Bei einem Bruch wird auch nie Knochenhaut durchtrennt bzw. die Knochenenden berühren sich bei einem Bruch in der Regel nicht mehr.

Wie genau soll das gehen? Eine Durchtrennung der Kontinuität des Knochens führt in aller Regel auch zu einem Zerreißen des Periosts, also der Knochenhaut. Wie sonst sollte sich Knochen verschieben können? Das was du beschreibst trifft fast nur auf Kinder zu, was eben auch erklärt, warum die meisten Brüche im Kindesalter eben unverschoben sind. Sie werden einfach vom Periostschlauch an Ort und Stelle gehalten. Beim Erwachsen sieht es dagegen ganz anders aus. Selbst bei unverschobenen Brüchen reißt die Knochenhaut fast immer, weil sie einfach nicht mehr so elastisch ist.

Und natürlich können sich Knochenende bei Brüchen berühren. Das nennt sich dann Krepitation und führt zu starken Schmerzen. Gerade bei Rippenbrüchen kommt das sehr oft vor, da man Rippen kaum schienen kann und durch die Atemmechanik immer Bewegung im Knochen ist.

Ansonsten ist der Spruch, dass Prellung meistens mehr weh tun als Brüche irgendwie eine Ausrede oder eher Aufmunterung, warum man nun ausgerechnet so starke Schmerzen hat. Das Schmerzempfinden ist nun einmal sehr individuell und es gibt Leute die brechen sich fast alle Rippen auf einer Seite und haben kaum Schmerzen und der nächste hat offensichtlich nichts und hat höllische Schmerzen, genau so geht es auch anders herum. Wobei in aller Regel mehrere gebrochene Rippen deutlich mehr und länger Schmerzen verursachen als Prellungen. Aber wie gesagt, Ausnahmen gibt es immer und es ist auch immer eine Frage der adäquaten Schmerztherapie.

» Klehmchen » Beiträge: 4378 » Talkpoints: 593,92 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Es kommt doch auch stark darauf an, was man hat. Ich hatte mal eine Rippenreihen- und Serienfraktur. Meine eine Brustkorbvorderseite sieht bis heute im Röntgenbild aus wie ein Mosaik und ist beulig. Das trat drei Monate höllisch weh und hat insgesamt Jahre gebraucht, voll belastbar zu werden. Dagegen ist der Bruch der rudimentären Rippen 11 und 12 Jahre später nur aufgefallen, weil eine Verletzung der Niere ausgeschlossen werden sollte. Da schmerzte definitiv nur das Weichgewebe daneben. Rippenprellungen waren dagegen immer mittelprächtig schlimm. Aber die waren auch nur maximal faustgroß.

» cooper75 » Beiträge: 11300 » Talkpoints: 431,14 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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