Wird Maduro sich halten können?

vom 29.01.2019, 17:23 Uhr

In Venezuela tobt der Machtkampf. Die Sozialisten unter Präsident Maduro wollen unbedingt die Errungenschaften seines Vorgängers Chavez erhalten. Dieser hatte die soziale Situation massiv verbessert. Auf der anderen Seite steht eine zersplitterte Opposition, die nun endlich ihren Kandidaten Guaido zum Präsidenten ernannt hat. Dieser wurde von den USA, Brasilien und Kolumbien anerkannt, während Russland oder der Iran weiter zu Maduro halten.

Nun stellt sich die Frage, wie es weiter geht. Maduro hat ein Ultimatum der EU zu Neuwahlen verstreichen lassen. Das Militär ist der entscheidende Faktor. Viele Offiziere gelten als korrupt aber loyal zu Maduro, der anscheinend dafür beide Augen bei deren Geschäften zudrückt. Wird Maduro sich halten können? Wie sollen Deutschland und die EU sich verhalten?

» Juri1877 » Beiträge: 5519 » Talkpoints: 7,35 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Laut eines Medienberichtes bereitet Maduro seine Flucht aus Venezuela vor bzw. hatte Fluchtgedanken. Es sind ein paar der Offiziere die vorher auf seiner Seite waren übergelaufen. Daher fängt seine militärische Rückendeckung schon ordentlich zu bröckeln an.

Es wird am Sonntag den 04.02.2019 das Ultimatum der von sieben EU Ländern ablaufen darunter auch Deutschland. Österreich hält sich hier anscheinend zurück. Es ist nicht die gesamte EU die sich einmischt. Großbritannien spricht sich auch für Neuwahlen aus und die gehören ja eigentlich nicht mehr wirklich lange zur EU. Doch am Morgen wird der Rivale Guaido als Übergangsstaatschef von diesen Ländern anerkannt. Andere Länder haben dies bereits getan.

Finde zwar das man die Bevölkerung vor korrupten Staatschefs schützen soll, doch sollten nie einzelne Staaten vorgehen. Wenn soll hier die UNO eingreifen und Sanktionen gegen ein Land erheben, dass z.B. berechtigte Neuwahlen ablehnt. Natürlich kann auch jedes Land für sich entscheiden ob es mit diesem Land dann handeln will, aber so eine extreme Einmischung finde ich jetzt auch nicht in Ordnung.

» TinaPe » Beiträge: 235 » Talkpoints: 13,72 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Deutschland und die EU können und sollten natürlich immer ihre Standpunkte kundtun und diese auch vertreten, aber mit Ultimaten sollte man sich meiner Meinung nach zurückhalten und so war es doch auch nicht verwunderlich, dass Maduro das von der EU verhängte Ultimatum zu Neuwahlen, gähnend hat verstreichen lassen. Mittlerweile hat Maduro ja vorgezogene Neuwahlen für dieses Jahr ausgerufen, aber wie diese denn ausgehen, das kann ich nicht vorhersagen. Aber bei Venezuela muss man eben auch darauf achten, dass dort nicht mal wieder ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland ausbricht.

» A. Brunner » Beiträge: 104 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 100 Beiträge



TinaPe hat geschrieben:Finde zwar das man die Bevölkerung vor korrupten Staatschefs schützen soll, doch sollten nie einzelne Staaten vorgehen. Wenn soll hier die UNO eingreifen und Sanktionen gegen ein Land erheben, dass z.B. berechtigte Neuwahlen ablehnt. Natürlich kann auch jedes Land für sich entscheiden ob es mit diesem Land dann handeln will, aber so eine extreme Einmischung finde ich jetzt auch nicht in Ordnung.

Das Problem ist aber, dass sich die UNO nicht einmischen kann. Dort kommt das in de UN-Sicherheitsrat, wo Russland immer sein Veto einlegen wird. Es geht hier ja nicht nur um Venezuela, es geht auch um viele russische Milliarden. Die Russen haben Maduro mit viel Geld und auch Waffenlieferungen unterstützt. Maduro kann ihnen vielleicht ihr Geld irgendwann wieder in Öl auszahlen oder ihnen zumindest Ölquellen überlassen. Ob das mögliche Nachfolger oder gar Widersacher machen, ist höchst unwahrscheinlich. Das haben die Russen ja schon recht klar zu verstehen gegeben. Also völlig wertungsfrei, bleibt die Tatsache, dass der Sicherheitsrat hier wohl zu keiner einheitlichen Linie kommen wird.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen denke ich hat Maduro keine Chance mehr. Womit will er sich denn an der Macht halten? Er hat das Land ja so heruntergewirtschaftet, dass er nicht mal mehr ordentlich Öl fördern kann und das ist schon die einzige Einnahmequelle. Also selbst wenn er das Volk mit dem Militär unterdrücken will, wird ihm da wahrscheinlich irgendwann das Geld ausgehen und das Militär wird sich gegen ihn stellen.

Ich kann das sowieso nicht nachvollziehen, wie man ein Land wie Venezuela in die Pleite wirtschaften kann. Kein anderes Land hat so große Ölreserven und kein anderes Land ist so unfähig diese zu fördern. Da müsste man soviel Geld verdienen können, dass dort alle ein gutes Leben führen können.

» Klehmchen » Beiträge: 4199 » Talkpoints: 508,69 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Und China spielt auch noch mit. Venezuela hat die größten Ölvorräte der Welt. Da spielen noch ganz andere Interessen mit. Wir sollten eher aufpassen, dass auch die EU nicht ins Hintertreffen gerät. Chavez und Maduro haben die Ölindustrie systematisch heruntergewirtschaftet. Lieferanten wichtiger Teile würden nicht bezahlt und der Ölpreis ist natürlich gefallen. Die Misswirtschaft wird sich mit Maduro nicht ändern.

» Juri1877 » Beiträge: 5519 » Talkpoints: 7,35 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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