Wie oft und wie lange medienfreie Zeiten in Familie?

vom 21.06.2018, 06:42 Uhr

Es kommt ja immer häufiger vor, dass Eltern sich sehr gerne mit dem Smartphone beschäftigen statt mit ihrem Nachwuchs. Daher wird dazu geraten, dass man eben medienfreie Zeiten einführt, an die sich dann auch alle zu halten haben, also auch die Eltern und nicht nur die Kinder. Das soll dann dazu führen, dass die emotionale Bindung stärker wird und man nicht mehr davon abgelenkt ist, auf die Bedürfnisse der anderen in der Familie einzugehen.

Wie oft aber und wie lange sollte man medienfreie Zeiten einführen? Was würdet ihr persönlich sagen? Würdet ihr solche medienfreien Zeiten jeden Tag einführen oder vielleicht nur 2-3 Mal pro Woche? Würdet ihr die Zeitdauer auf 30 Minuten beschränken oder mehrere Stunden? Was haltet ihr für angemessen und sinnvoll und warum?

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» Täubchen » Beiträge: 25091 » Talkpoints: 2,36 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ich weiß nicht, ob man das überhaupt braucht. Sind Menschen nicht mehr in der Lage, einfach aus dem Gefühl heraus zu wissen, wann sie das Handy weglegen sollten, muss man sich selbst und andere durch solche festgelegten medienfreien Zeiten strukturieren?

Normale Menschen wissen doch auch von alleine, dass sie nicht ständig am Smartphone hängen müssen und dass man etwa bei einem persönlichen Gespräch mit jemandem nicht unbedingt das Smartphone nutzt, bei der Familie auch nicht. Und diejenigen, die in der einen Hand das Baby halten und in der anderen das Smartphone - tja, denen kann man doch eh nicht helfen, die sind bestimmt ansonsten auch in anderen Bereichen keine herausragenden Eltern.

» Zitronengras » Beiträge: 8478 » Talkpoints: 73,01 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich würde mir keine medienfreien Zeiten selbst auferlegen wollen, weil ich oder wir haben das eigentlich ganz gut im Griff. Auch leidet unser Familienleben nicht, nur weil das Smartphone oder der Computer eingeschalten sind. Kritisch würde ich es nur finden, wenn die ganze Familie stundenlang am Tag sich nur mit dem Handy und dergleichen befasst und sich nichts mehr zu sagen hat. Dann würde ich mir vielleicht auch mal Gedanken über solche medienfreien Zeiten machen.

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» info-hotline » Beiträge: 78 » Talkpoints: 24,98 »



Ich finde es schade, dass eine medienfreie Zeit überhaupt notwendig ist. In meinen Augen sollte die Zeit ohne Smartphone und Co. den Großteil der Zeit darstellen, gerade wenn die Kinder noch klein sind. Es gibt einfach so unheimlich viel was man zusammen erleben kann und all diese Abenteuer gehen heute durch die ganzen digitalen Anschaffungen verloren. Meine Kindheit ist noch nicht so lange her und trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich seitdem so viel verändert hat und ich bin froh, dass ich nicht in der heutigen Zeit aufwachse.

Wenn ich einmal Kinder habe, werde ich definitiv versuchen, dass Smartphone eine Ausnahme bleibt und es wirklich nur zu sinnvollen Dingen genutzt wird, beispielsweise zum Austausch mit dem Partner oder der Familie. Ich glaube, dass die Kinder dann selbst im Jugendalter auch ein ganz anderes Verständnis entwickeln, als wenn man ihnen vorlebt, dass das Smartphone die Priorität ist.

In Bezug auf andere Medien, beispielsweise dem Fernseher, ist in meinen Augen ausschlaggebend, inwieweit man diese Zeit wirklich zusammen nutzt. Beispielsweise finde ich einen gemeinsamen Disneyfilm durchaus etwas tolles. Im Vergleich dazu ist es jedoch schlimm, wenn jeder einer Nebenbeschäftigung nachgeht und im Hintergrund irgendein Fernseherprogramm läuft. Ebenso sehe ich es mit Spielen. Es spricht in meinen Augen absolut nichts dagegen zum Beispiel zusammen Wii zu spielen, gerade an Regentagen. Viel mehr ist entscheidend, dass man auch die Zeit mit Medien größtenteils zusammen nutzt.

» bambi7 » Beiträge: 923 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Es gibt sicherlich Eltern, die nur am Handy hängen und sich nicht vernünftig um ihre Kinder kümmern, aber das ist doch nicht die Regel. Ich habe drei Kinder in unterschiedlichen Altersstufen und konnte bis jetzt nur selten beobachten, dass die Eltern sich nur noch mit Handy und Co beschäftigen. Im Gegenteil, die meisten beschäftigen sich sehr viel mit ihren Kindern und das stundenlang am Tag.

Wenn Eltern wirklich medienfreie Zeit benötigen, dann würde ich einige Stunden am Tag ansetzten, zumindest wenn das Kind noch klein ist. Zocken und Whatsapp kann man nutzen, wenn das Kind schläft.

» JadeC » Beiträge: 653 » Talkpoints: 3,79 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Anstatt begrenzte medienfreie Zeiten einzuführen, würde ich eher die Umgangszeit mit den Medien an sich beschränken, wenn ich merke, dass Kinder und Jugendliche einen sehr starken Hang zum Smartphone, Tablet, PC oder der Konsole entwickeln. Gerade bei Kindern um die 10 bis 12 Jahre finde ich es weder notwendig noch förderlich für die Entwicklung und den Aufbau sozialer Kompetenzen, wenn jede freie Minute vor dem Bildschirm verbracht wird.

Ob man in diesem Alter überhaupt schon eine Konsole braucht, die Internetzugang, Zugriff auf altersbeschränkte Inhalte und mehr erlaubt, ist sowieso diskussionsbedürftig. Fakt ist aber, dass eine Spielzeit von maximal einer Stunde pro Tag eigentlich voll und ganz ausreichen dürfte. Auch sollte die Wahrnehmung dieser Spielzeit an Bedingungen wie ein gutes Verhalten und die vorherige Erfüllung häuslicher und schulischer Pflichten gekoppelt sein.

Wenn der Nachwuchs älter und zunehmend selbstständiger wird, kann man die Vorgaben lockern und nach und nach in die Eigenverantwortung übergeben, zumal es sich heutzutage auch kaum mehr vermeiden lässt, dass Handys für die Aufrechterhaltung von Kontakten und PCs und andere moderne Medien zum Teil auch für Schul- und Hausaufgaben benötigt werden.

Auch bin ich kein großer Fan von rigorosen Verboten, da diese den Drang nach Konsum eigentlich stets nur fördern und zu Verhalten wie Verheimlichung und Lügen führen, wenn man sich doch unerlaubt den begehrten Zugang verschafft. Ich würde in solchen Fällen einen groben zeitlichen Rahmen setzen und verlangen, dass andere Pflichten nicht links liegen gelassen werden; aber ich würde nicht 24 Stunden den Wachmann spielen und bei jeder kleinen Zeitüberschreitung einhaken. Spätestens ab dem 18. Lebensjahr muss der Mensch sowieso für sich entscheiden und abwägen können, was ein gesundes und was ein übertriebenes Maß ist.

» MaximumEntropy » Beiträge: 4910 » Talkpoints: 784,53 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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