Würdet ihr wichtige Prüfungen noch einmal bestehen?

vom 04.06.2018, 06:31 Uhr

Ich unterhielt mich vor kurzem mit zwei Bekannten, die beide Medizin studiert haben und seit einigen Jahren ärztlich aktiv sind. Nun meinten beide, dass das Physikum ja so schwer gewesen wäre, dass man es sicherlich nicht noch einmal schaffen würde und bei einer erneuten Prüfung bestimmt durchfallen würde.

Geht es euch bei manchen Prüfungen auch so, dass ihr diese eurer Ansicht nach nicht noch einmal bestehen würdet, wenn ihr damit konfrontiert wärt? Bei welchen Prüfungen ist dies der Fall und warum?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 22982 » Talkpoints: 0,28 » Auszeichnung für 22000 Beiträge



Ich denke, dass ich auch meine früheren Prüfungen nur nochmal schaffen würde, wenn ich ausreichend Vorbereitungen hätte. Ganz ohne den Stoff nochmal zu lernen und in die Bücher zu gucken, wäre ich da auch unsicher, ob ich das so ohne weiteres nochmal hinbekommen würde. Aber ich denke, dass das ganz normal ist, wenn man schon einige Jahre die Prüfungen abgelegt hat und sich mit dem Lehrstoff nicht mehr großartig auseinandersetzen musste.

Benutzeravatar

» Nelchen » Beiträge: 27717 » Talkpoints: 9,42 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Ich denke, dass ein Teil meiner Prüfungen heutzutage immer noch ganz gut machbar wäre, weil man einfach ein wenig Lebenserfahrung gewonnen hat. Was beispielsweise Geschichte betrifft, habe ich heute einfach einen viel besseren Durchblick, weil ich den Geschichtsunterricht an der Schule häufig ziemlich zusammenhanglos und gestückelt empfand. Mit Erdkunde käme ich immer noch klar, auch da habe ich heute eine bessere Grundlage. Genauso wie mit wirtschaftlichen Laberfächern wie VWL.

Englisch dagegen kann ich heute sehr gut lesen und auch einigermaßen verstehen. Mangels Routine kann ich aber nicht mehr so formulieren wie damals. Dafür verstehe ich aber die Grundmaterie heute besser, auch wenn ich für Jane Austen immer noch nichts übrig habe.

Bei anderen Fächern oder auch bei der Führerscheinprüfung täten sich dann eher Probleme auf. Damals hat man halt Formeln für Mathematik, Bremswege, Naturwissenschaften oder meinetwegen auch BWL für die Prüfungen gelernt (oder sich irgendwo hingeschrieben :liar:), die hätte ich heute nicht parat. Wobei ich damals schon immer sagte, man muss die eigentlich nicht wissen, man muss nur wissen, wo sie stehen. Dank Google ist das heute ja alles kein Problem mehr.

Benutzeravatar

» Bellikowski » Beiträge: 7453 » Talkpoints: 30,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Unter den gleichen Bedingungen wie beim Erstversuch (also nach monatelanger Lern- und Vorbereitungszeit, entsprechenden Seminaren und Praktika und Übung an Alttestaten) hätte ich keinerlei Bedenken, dass ich die wichtigen Prüfungen meines Lebens auch noch einmal schaffen würde. Dafür war ich immer diszipliniert und ambitioniert genug und wollte nicht nur mit dem Minimum an Aufwand, sondern mit dem Maximum an möglicher Leistung bestehen. Keine meiner relevanten Prüfungen war eine enge Kiste, denn ich hätte bei diesen Gelegenheiten ohne triftigen Grund nie etwas riskiert.

Würde man mich allerdings plötzlich und unerwartet im Alltag beiseite nehmen und mich vor meine mündliche Abiturprüfung in Geschichte vom Abi damals setzen, dann käme ich definitiv ins Schwitzen. Mit manchen Fächern habe ich mich nun mal seit dem Schulabschluss nicht mehr wirklich befasst, da ich mich aufgrund von Studium und Beruf spezialisiert und anderweitig orientiert habe.

Gerade stupide auswendig gelernte Fakten wie Jahreszahlen oder Personennamen sind mittlerweile aus meinem Gedächtnis gelöscht, und so bestünde wohl eine relativ hohe Chance, dass ich bei einem solchen Überfall durchfallen würde. Bei einer "beurfsnäheren" Prüfung wie meinem letzten Staatsexamen würde ich wahrscheinlich auch ohne Vorankündigung noch einigermaßen durchkommen, aber sicherlich nicht mit dem Ergebnis, das ich durch Power-Pauken im ersten Versuch erzielt habe.

» MaximumEntropy » Beiträge: 4743 » Talkpoints: 985,22 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich muss sagen, dass ich auch wichtige Prüfungen aus meiner Ausbildung sicher nicht einfach so bestehen würde. Sicher käme es auf die Fragen an und bei der Abschlussprüfung hätte ich durch meine Berufserfahrung auch keine Bedenken, wenn ich diese Spontan machen müsste, da es darin vor allem um die Berufspraxis ging.

Aber bei anderen Prüfungen, bei denen man vieles lernen musste, was man auch im Beruf nicht unbedingt mehr alles brauchte, da würde es mir deutlich schwerer fallen, diese auf Anhieb zu bestehen. Aber mit der nötigen Vorbereitungszeit würde ich das sicher auch wieder hinbekommen.

» Barbara Ann » Beiträge: 24843 » Talkpoints: 52,02 » Auszeichnung für 24000 Beiträge


Zurück zu Schule, Ausbildung & Studium

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

^