Arzt sagt Rentnerin, dass sie 50 kg abnehmen soll

vom 30.09.2014, 21:58 Uhr

Zum einen ist es natürlich fraglich, wie die Situation wirklich war. Ich kenne viele Leute die gerne einmal übertreiben. Dass sie ein neues Mittel verschrieben bekommen hat, wird schon ihren Grund haben und dass hierbei vielleicht unerwünschte Nebenwirkungen entstehen passiert nun einmal. Das konnte die Ärztin vorher nicht wissen.

Sollte es sich nicht um Altersdiabetik handeln, finde ich es durchaus richtig, wenn der Arzt sagt, sie soll abnehmen um das Problem in den Griff zu bekommen. Immerhin geht es hierbei auch um Ihr Leben. Du bist der Meinung 50 Kilo sind zu viel, aber weißt du denn was sie wiegt? Gerade bei dicken Leuten ist dies oft schwer einzuschätzen. Ich werde meist auf 10-20 Kilo leichter geschätzt als ich wirklich bin und dass sind nicht nur Leute die halt höflich sein wollen.

Auch weiß ich nicht, warum es einer 75 Jährige Frau nicht zuzumuten ist abzunehmen. Klar sind 50 Kilo viel und dass schafft sie wahrscheinlich nicht. Aber die Ärztin sagt halt was gesund wäre und nicht was die Patientin hören will und hätte die Ärztin von 30 Kilo geredet hätte sie sich sicher auch geärgert. Ärzte sind nicht nur dafür da uns Tabletten zu verschreiben sondern eben auch Tipps zu geben wie nehmen sie ab. Das zeichnet für mich einen guten Arzt aus. Ich weiß natürlich wie schwer es ist abzunehmen, da ich selber Übergewicht habe, aber würde mich nie über einen Arzt ärgern, der sagt, dass ich abnehmen soll.

Auch viel Gemüse bedeutet nicht, dass sie nicht trotzdem ungesund ist. Ich selber habe starkes Übergewicht und esse jeden Tag Gemüse. Aber neben dem Gemüse gibt es natürlich noch viel ungesundes Zeug. Und ich weiß ich bin Dick weil ich zu viel Kalorien zu mir nehme und mich zu wenig bewege. Dieses ganze es liegt nur an den Genen kann ich nicht mehr hören. Klar gibt es dass, aber das führt vielleicht zu 10 Kilo Übergewicht aber nicht zu 50 Kilo Übergewicht. Man sollte schon die Verantwortung für sein Übergewicht übernehmen und nicht immer so tun als könnte man nichts dafür, denn man ist selber dafür verantwortlich was man zu sich nimmt und wie viel man sich bewegt. Klar gibt es wenige Ausnahmen, aber das sind wirklich sehr wenige Ausnahmen an denen sich viele andere Bedienen.

Klar kann ich nicht beurteilen ob der Ton unhöflich war und die Ärztin sie grundlos nicht hat Ausreden lassen, kann mir aber wenn ich an meine eigene Oma denke Lebhaft vorstellen wie so etwas zustande kommt, ohne dass die Ärztin etwas dafür kann. Aber sie zum Abnehmen zu animieren und ihr klar zu sagen, dass sie abnehmen muss finde ich absolut in Ordnung.

» milli23 » Beiträge: 1209 » Talkpoints: 0,62 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Besonders ältere Leute tendieren dazu sich schnell mal über ihre Ärzte zu beschweren, die daran aber auch nicht so ganz unschuldig sind, denn ältere Leute wollen oft gerne ein, zwei Informationen mehr haben und mögen es gar nicht wenn sie abgebügelt werden. Und beim Thema Übergewicht kann dann schnell aus einem „Sie müssten eigentlich etwas abnehmen damit es besser wird“ ein „50 Kilo runter gichtgreise Tortenvertilgerin, unselige!“.

Andererseits gibt es auch Ärzte, neben denen sich das medizinische Notfall Hologramm der Voyager einfühlsam ausnimmt. Und viele haben dann noch die nicht wirklich produktive Eigenheit alles, aber auch wirklich alles auf sichtbareres Übergewicht zu schieben. Da wird dem Übergewicht alles zugeschoben, inklusive Erkältung, gestauchter Finger und ein Vertretungsarzt schaffte sogar mal einen Zusammenhang zwischen Übergewicht (vorhanden) und einer Beule am Kopf (ungeschickter Nachbar und Holzlatte auf Schulter ist eine ungesunde Kombination) herzustellen. Und nicht jeder Patient hat dann den Nerv und den Willen dem Arzt klar zu machen, das er daneben liegt, zumal da manche Ärzte einfach auch einen Ton anschlagen, der geht einfach nicht. Egal wie dick der Patient ist, es ist nicht professionell seine Patienten von oben herab zu behandeln.

Ergo, vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, denn für die Ansage „50 Kilo“ runter muss die Dame sehr mollig sein oder die Ärztin sehr unhöflich. Was ich ins Reich der Phantasie verweisen würde, ist die Aufforderung an eine Diabeteskranke 75jährige, sie solle dann doch mal 1-2 Tage nichts essen. Die meisten Ärzte wissen, das Fasten nicht so ganz ohne ist und bei Leuten mit Diabetes die auch noch betagt sind werden die sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen - zumal Fasten zum abnehmen eher nicht so geeignet ist.

Und noch ein Wort zum Thema „Übergewichtige liegen den Kassen auf der Tasche“. Nun, ALLE liegen den Kassen auf der Tasche, dafür sind die Krankenkassen da. Und jemand mit moderaten Übergewicht dürften beiweiten nicht die Kosten erzeugen, die ein Sportler erzeugt, wenn mal wieder der Verschleiß zuschlägt oder ein Gesunde Ernährung über alles Freak, bei dem der Verdauungstrakt nach zwanzig Jahren konsequent Rohkost das Signal sendet: Lieber Benutzer, kochen wurde aus einem Grund erfunden, viel Spaß mit einem komplett zerspielten Darm.

Oder hochgesunde Veganer, denen anfangen die Knochen zu zerbröseln. Oder begeisterte Weltreisende, die ein paar Souvenirs mitbrachten, die das Tropeninstitut wochenlang auf Trab halten. Oder Desinfektionfreaks, die feststellen müssen, das ihr Körper echt gar nichts mehr abkann. Richtig viele Kosten kann ne Menge verursachen, da stehen die Übergewichtigen und die Raucher nicht alleine da.

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» Nephele » Beiträge: 1047 » Talkpoints: 2,22 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Erst einmal würde ich auch sagen, dass das nicht unbedingt im Detail so stimmen muss, wie deine Nachbarin es dir erzählt hat. Sicher ist 50 Kilo eine sehr große Zahl und wenn die Ärztin das wirklich so gesagt hat, dann kann ich mir vorstellen, dass das erst einmal demotiviert. Aber vielleicht hat die Ärztin das auch gar nicht so gemeint, sondern wollte einen Scherz machen, der dann missverstanden wurde.

Es ist immer schwierig, solche Situationen zu beurteilen, wenn man nicht dabei war, aber es ist nun einmal richtig, dass das Abnehmen zu einer Therapie bei Diabetes dazu gehört. Und das muss ein Arzt dann auch ansprechen dürfen, denn ein Arzt möchte einem Patienten doch helfen und dazu gehört es auch, solche Themen zu bereden.

Gerade dann, wenn das nun schon die zweite Ärztin gewesen ist, mit der deine Nachbarin nicht zurecht kommt, stellt sich doch die Frage, was sie von einem Arzt erwartet. Wenn sie es natürlich hören möchte, dass sie alles so weiter machen soll, dann muss sie sich vermutlich einen weiteren Arzt suchen. Aber ob der dann so seriös ist, ist wieder eine andere Frage.

» Barbara Ann » Beiträge: 25060 » Talkpoints: 30,79 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



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