In welchen Situationen Routine vermeiden wollen?
Man sagt ja immer, dass der Mensch ein Gewohnheitstier sei und fast jeder Mensch hat gewisse Routinen im Alltag, an die er sich auch hält. Das können die morgendlichen Rituale sein oder dass man Abends vor dem Schlafen gehen die Zähne putzt. Es gibt aber auch Situationen, wo man sich eher keine Routine wünschen würde. Welche wären das bei euch? Oder empfindet ihr Routine als Sicherheit und braucht sie daher in fast jeder Lebenslage, wenn ihr die Wahl hättet?
Bei mir ist es ehrlich gesagt das Berufsleben. Egal was passiert, ich finde Routine im Berufsleben absolut tödlich und langweilig und sobald es zur Routine kommen würde, würde ich mich umorientieren wollen. Daher finde ich es gut, dass mein Job so abwechslungsreich ist und ich in all den Jahren noch keinen Tag hatte, der so war wie ein anderer. Wie ist das bei euch?
Ich bin ein absolutes Gewohnheitstier und komme total aus dem Rhythmus, wenn meine gewohnte Routine durcheinander kommt. Das macht mich zwar weder besonders originell oder kreativ im Umgang, aber so ist eben meine Natur. Das heißt natürlich nicht, dass ich es nicht zu schätzen weiß, wenn die Routine mal durchbrochen wird, etwa durch einen Urlaub, eine Feier oder einen spontanen Ausflug, aber im Alltag komme ich mit Routine immer besser klar als mit dem Gegenteil.
Ich denke auch, dass die Gesellschaft durchaus auch Leute braucht, die die Dinge erledigen, die andere als "langweilig" empfinden und die nicht durchdrehen, wenn sie jeden Tag zur gleichen Zeit am Schreibtisch sitzen müssen. Gerade im Beruf ist mir Routine sehr recht, weil ich so einen Großteil der Aufgaben schnell und problemlos erledigen kann und meine Gehirnzellen und geistige Regsamkeit auf den Teil konzentrieren kann, der eben nicht reine Routine ist bzw. auf meine Freizeit und meinen Freundeskreis.
Eine völlig geistlose Aufgabe, in der ich gar nichts entscheiden kann, sondern wirklich nur dafür bezahlt werde, Kisten in Kisten zu packen oder ähnliches, würde mich zwar auch nicht reizen, aber generell stört es mich nicht, dass zumindest die ersten zwei Stunden jedes Arbeitstages ziemlich genau gleich ablaufen. Danach kann immer noch einiges passieren.
Allgemein würde ich sagen, dass in den allermeisten beruflichen Situationen Routine hilft. Man fühlt sich ja auch bei einer OP sicherer, wenn es heißt: Keine Sorge, alles Routine, der Chirurg macht das jeden Tag zweimal, und kann die einzelnen Schritte im Schlaf!", als wenn man mitbekommt, dass die zuständigen Menschen auch erst einmal googeln mussten, wie man Teil X noch gleich entfernt, weil das kaum jemals vorkommt. Natürlich sollten sich auch keine Flüchtigkeitsfehler einschleichen, aber dagegen helfen angeblich z.B. Checklisten ganz gut. So wird es meines Wissens ja auch in der Fliegerei gehandhabt, damit sich vor lauter Routine kein allzu großer Schlendrian einschleicht.
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