Dem Wetter immer die Schuld am Unwohlsein geben?

vom 15.10.2015, 20:15 Uhr

Eine Bekannte von mir ist häufiger mal krank und fällt dann auch in der Uni aus. Meistens nehme ich dann Sachen für sie mit und schicke sie ihr dann auch. In letzter Zeit verwendet sie als Ausrede sehr häufig das Wetter. Wenn sie Kopfschmerzen hat oder sich schlapp fühlt, dann schiebt sie das jedesmal auf das Wetter.

Ich finde diese Ausrede unangemessen, denn Wetter gibt es halt immer. Vermutlich liegt es gar nicht an dem Wetter, dass es ihr schlecht geht. Und falls doch, muss sie sich damit arrangieren, da dies keine Ausrede ist, die man sein Leben lang dauernd nutzen kann.

Nutzt ihr das Wetter auch häufiger schon mal als Ausrede? Oder lasst ihr es gelten, wenn jemand anderes diese Ausrede verwendet? Ist das wirklich eine Ausrede, die man regelmäßig bei Unwohlsein anwenden kann?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Also wenn man krank ist, kann man die Ursache normalerweise nicht auf das Wetter schieben. Klar bekommen manche Menschen Migräne, wenn es föhnig ist oder das Wetter umschlägt. Aber wenn das bei deiner Kommilitonin öfter vorkommt, dann würde ich sie einfach einmal auflaufen lassen und ihr die Sachen nicht mehr schicken. Wahrscheinlich gibt es einfach keine einfachere Ausrede für ihre Faulheit.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht. Also ich glaube vielleicht ein oder zweimal daran, dass jemand krank ist, aber wenn er dann andauernd fehlt, dann würde ich dieses Verhalten nicht länger unterstützen, denn schließlich und endlich gibt es auch Menschen, die gerne studieren würden, aber die Möglichkeit leider nicht haben. Und da finde ich es einfach ignorant von den Menschen, die die Möglichkeit haben, dass sie das noch ausnutzen und andauernd blau machen.

Man gibt oft dem Wetter die Schuld an irgendwelchen Dingen, beispielsweise an der schlechten Laune, an der mangelnden Motivation. Aber mit der Gesundheit oder einer Krankheit hat das Wetter sicher in den seltensten Fällen etwas zu tun. Deine Kollegin gebraucht das Wetter einfach ungeschickt, weil viel zu oft, als Ausrede, sodass sogar eine studierte Person wie du, schon stutzig geworden ist.

Schick ihr das nächste Mal die Unterlagen nicht weiter. Du kannst ja auch schwindeln und sagen, dass du auch nicht beim Kurs anwesend war. Vielleicht ist das doof aber mich würde interessieren, ob dann jemand anders bereit wäre, ihr die nötigen Dinge zu schicken, wenn alle wissen, dass die Betreffende so oft fehlt. Das ist ja auch unfair gegenüber anderen. Ich kenne mich zu wenig aus, aber habt ihr nicht auch eine gewisse Prozentzahl Anwesenheitspflicht?

Ich selber nutze das Wetter nur als Ausrede, wenn ich Kopfschmerzen habe. Damit entschuldige ich aber nur meine Zurückhaltung, da ich einfach nicht so viele Witze mache, wie wenn es mir einmal gesundheitlich nicht sehr gut geht. Aber das nutze ich dann nicht als Ausrede für eine Krankheit, oder gar, um nach Hause zu gehen. Das wäre ja Irrsinn.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Es gibt schon Menschen, die auf das Wetter eben etwas empfindlicher reagieren. Meine Mutter beispielsweise reagiert sofort mit Kopfschmerzen, wenn das Wetter sehr schnell von kalt zu heiß wechselt. Aber das hat sie auch überall sonst, wenn sie beispielsweise ohne Mütze draußen wenn es kalt ist herumläuft und dann in die warme Stube geht.

Aber wenn man darüber hinaus das Wetter trotzdem als Ausrede benutzt finde ich das schon komisch, gerade wenn es kein wirkliches Muster gibt und es auch unlogisch klingt. Selbst wenn meine Mutter Kopfschmerzen hat, lässt sie sich nicht entschuldigen und geht trotzdem zur Arbeit. Ich finde es extrem merkwürdig, kindisch und unreif, bei jedem Wetter sofort einen auf "sterbenden Schwan" zu machen und andere eben dazu zu manipulieren, einem die Unterlagen für die Uni etc. mitzubringen.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich muss gestehen, dass bei mir das Wetter schon immer eine große Rolle spielt, was mein Empfinden angeht. Bei plötzlichen Wetterumschwüngen bekomme ich beispielsweise leider ziemlich oft Migräne. Ich bin ohnehin anfällig für Migräne, wobei so ein plötzlicher Wetterumschwung da auch der Auslöser dafür sein kann. Da liege ich dann auch den ganzen Tag im Bett und bin zu quasi nichts zu gebrauchen, was natürlich total nervig ist.

Wenn es im Sommer wirklich extrem warm und schwül ist, dann macht das mein Kreislauf auch nicht immer so mit und es war tatsächlich oft schon so, dass mir dann ganz schwarz vor Augen war und ich mich kaum auf den Beinen halten konnte, wenn ich zu lange in der Sonne war. Nach so einem Kreislaufzusammenbruch fühle ich mich den ganzen Tag schon etwas schwächlich. Und wenn das Wetter mehrere Tage oder gar Wochen hintereinander richtig schlecht ist, dann kann es auch sein, dass ich richtig deprimiert und schlapp bin und es mir seelisch dann einfach nicht so gut geht.

Also ich kann das schon nachvollziehen und finde schon, dass sich das Wetter sehr auf das physische und psychische Empfinden auswirken kann. Allerdings ist das Wetter natürlich nicht immer schuld daran, wenn es einem mal nicht gut geht oder wenn man krank ist. Das Wetter kann ja auch nicht an allem schuld sein und das sollte man auch nicht als Ausrede verwenden.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Naja, das Wetter kann schon eine große Rolle spielen, was körperliches Unwohlsein angeht. Ich reagiere zum Beispiel auf plötzliche Wetterumschwünge sehr empfindlich und bekomme schnell Kopfschmerzen. Mal sind sie sehr stark, mal sind sie erträglich. Oft überspiele ich es einfach, aber manchmal geht das nicht unbedingt und dann bin ich halt krank.

Deshalb denke ich nun nicht, dass sie nun simuliert, es kann ja sein, dass sie wirklich sehr empfindlich reagiert und wirklich krank ist. Deshalb finde ich nordseekrabbes Tipp echt unangebracht. Wenn jemand krank ist, dann kann man nichts dafür, selbst wenn das Wetter als Ausrede fungiert. Vielleicht ist sie ja wirklich krank und kann nicht rausgehen. Das gibt es halt.

Ich fände es mies, jemanden einfach auflaufen zu lassen, nur weil er oft krank ist. Du könntest ja mal bei ihr vorbeifahren und so überprüfen, ob es wirklich so schlimm ist, wie sie behauptet. Oder du leitest sie an einen anderen Kommilitonen weiter, weil du keine Zeit hast. Aber komplett auflaufen lassen würde ich niemanden deswegen, gerade wenn man nicht genau weiß, wie das Wetter auf die Person wirklich wirkt.

Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man sich sehr viel einredet. Ich bin wetterempfindlich, das ist eine Tatsache. Ich habe teilweise das Gefühl als würde mein Kopf dann platzen. Aber ich habe auch festgestellt, dass man manchmal solche Situationen abmildern kann, zum Beispiel mit Atemübungen oder entspannten Aktivitäten. Das hat mir oft schon den Tag gerettet, ich war zwar nie ganz fit, aber ich konnte minimale Arbeiten erledigen. Bei einer ausgewachsenen Migräne bringt sowas natürlich nichts mehr.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


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