Voraussetzung der Übernahme von Schnarchschienen durch GKV

vom 07.09.2015, 12:14 Uhr

Mein Vater ist bei der AOK versichert. Er schnarcht seit geraumer Zeit und war heute deswegen bei einem Hals-Nasen-und Ohrenarzt, der sich auch auf Schnarchpatienten spezialisiert hat. Er meinte, dass meinem Vater eine Schnarchschiene nutzten könnte und er würde in seiner Praxis auch "günstige" Schnarchschienen anfertigen, die ca. 160 Euro kosten. Die Schnarchschienen, die durch Kieferorthopäden oder Zahnärzte angefertigt werden, würden das 5fache kosten. Die Krankenkasse würde diese Kosten aber nicht übernehmen.

Nun fragt mein Vater sich, welche Voraussetzungen man haben muss, damit die gesetzliche Krankenversicherung eine Schnarchschiene übernimmt oder ob es generell so ist, dass eine Schnarchschiene nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Welche Erfahrung habt ihr mit dieser Übernahme gemacht und was muss geschehen, damit man diese Kosten nicht zahlen muss. 160 Euro sind ja nicht gerade wenig.

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Die Erfahrung die ich gemacht habe ist, dass es nicht die eine GKV gibt. Manche haben durchaus ihren Versicherten andere Spielräume eingebaut bei dem, was sie zahlen. Wenn man also Glück hat, zahlt die eigene Kasse dann doch. Man kann hier nichts pauschal für alle Kassen sagen. Bei mir war das bislang immer die effektivste Methode, dass man sich mit dem Versicherungsberater zusammengesetzt hat oder zusammentelefoniert hat und gezielt gefragt hat, ob es da Spielräume gibt.

Zudem würde ich mich auch noch beim Zahnarzt erkundigen, wie viel die Schiene da tatsächlich kosten könnte. Denn ob der Preis, den der Hals Nasen Ohren Arzt genannt hat tatsächlich für alle Zahnärzte gültig ist, weiß ich nicht.

Vermutlich kommt es auch darauf an, wie stark das Schnarchen einen Patienten beeinträchtigt. Ist der einfache Grund, dass die Lebensgefährtin deines Vaters morgens genervt ist, weil sie besser in getrennten Schlafzimmern schlafen würden, weil ihr das Schnarchen auf den Geist geht? Dann wird die Kasse vermutlich eher weniger motiviert sein, da zu investieren.

Oder hat dein Vater durch starkes Schnarchen sogar Atemaussetzer? In letzterem Fall wird vermutlich mehr von der Kasse übernommen, weil das tatsächlich die Gesundheit beeinträchtigen kann. Je mehr in der Nacht der Atem aussetzt, desto mehr wird die Gesundheit und die Erholung unter Umständen eingeschränkt.

Um das heraus zu finden und genau abzuklären, sollte dein Vater mal fragen, ob eine Untersuchung im Schlaflabor nicht ratsam wäre um das genaue Ausmaß zu klären. Eventuell stellt man dann sogar fest, dass eine Schiene alleine gar nicht ausreichend gewesen wäre. Aber von hier aus der Ferne weiß ich ja auch nicht, ob das nicht längst geschehen ist. Und so aus der Ferne kann man auch nicht beurteilen, wie sehr dein Vater schnarcht. Aber dafür gibt es zum Glück Fachleute, die so genannten Schlafmediziner.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


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